Plötzlich Multi-Millionär

"Jeder soll wissen, wie reich ich bin": Lotto-Gewinner kauft Ferrari, Porsche und sein Stammcafé

Isabel Pogner

Online-Redaktion

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8.11.2022, 08:34 Uhr
Ein Lottogewinner packt aus: Das will er mit seinem Gewinn anstellen. 

© Philipp von Ditfurth/dpa/Illustration Ein Lottogewinner packt aus: Das will er mit seinem Gewinn anstellen. 

Ende September hat ein 41 Jahre alter Dortmunder den Lotto-Jackpot geknackt und fast zehn Millionen Euro gewonnen. Die Bild hat am Samstag ein Interview mit ihm veröffentlicht. Darin erzählt er, dass er seiner Familie von den 9.927.511,60 Euro ein besseres Leben ermöglichen will. Und, dass er seine Lieblingskneipe gekauft hat.

Der glückliche Gewinner heißt mit Spitznamen Chico und ist Stahlarbeiter. Um seine Schulden begleichen zu können, spielt er Lotto, erzählt er dem Reporter von Bild am Sonntag. Da hat er schon öfter größere Summen gewonnen. Mal 1000 Euro, mal 3000, unterm Strich macht Chico durchs Glücksspiel aber Verluste. Bis zum 22. September 2022. An dem Tag füllte er einen Quicktipp aus - mit einer Woche Laufzeit. Den hatte er allerdings schon wieder vergessen, als er in der Zeitung las: "In Dortmund wohnt der Glückspilz, der am Samstag den Jackpot geknackt hat: 9.783.563,50 Euro."

Die Gewinnzahlen abzugleichen habe er sich nicht getraut, der beste Freund musste ran. Der rief ihn an und sagte: "Atme tief durch, Chico. Du bist nicht Millionär, du bist Multimillionär!"

Zuallererst fuhr Chico zu seinen Eltern und verkündete ihnen, dass sie sich jetzt keine Sorgen mehr ums Geld machen müssen. Immer sei er das schwarze Schaf der Familie gewesen. Jetzt könne er endlich etwas zurückgeben. Dann kündigt er seinen Job, kauft sich einen Ferrari und einen Porsche, eine schicke Uhr und sein Stammcafé. Die Warnungen der Lottogesellschaften, seinen Gewinn allzu freizügig zu verkünden, ignoriert Chico. Er findet: "Jeder soll wissen, wie reich ich bin."

Wenige gewinnen, das Volk trägt die Kosten

Anbieter auf dem Glücksspiel-Markt erwirtschaften jedes Jahr Gewinne in Milliardenhöhe. 2018 waren es laut Deutscher Hauptstelle für Suchtanfragen etwas über 46 Milliarden. Die Folgekosten zahlt die Volkswirtschaft: Laut einer Studie der Universität Hohnheim verursacht Spielsucht jedes Jahr über 300 Millionen Euro Schaden - in Form von Suchtbehandlungen, finanziellen Verlusten der Spieler oder auch Verluste von Arbeitsplätzen.