Prognose 2022/23

"La Niña-Winter": Erwartet uns ein kälterer Winter als ursprünglich vermutet?

Ulrike Federov

23.9.2022, 13:53 Uhr
Der Winter in Deutschland könnte deutlich kälter werden als bisher vermutet.

© IMAGO/Elena Elisseeva Der Winter in Deutschland könnte deutlich kälter werden als bisher vermutet.

Nun steht der meteorologische Herbst vor der Tür, besonders an dem aktuellen Wetter lässt sich das beobachten. Anfang September wurden Prognosen der NOAA für den kommenden Winter veröffentlicht. Die Ergebnisse gleichen mit den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes.

Es war einer der wärmsten und trockensten Sommer, die die Menschheit jemals erlebt hat. Ursprünglich haben Wissenschaftler aufgrund hoher Temperaturen der letzten Monate mit einem milderen und etwas wärmeren Winter gerechnet. Doch mit neuen Berechnungen wird der Winter der folgenden Monate kälter als zuvor erwartet.

Wie funktionieren Wettervorhersagen?

Wie das Wetter in den drei Wintermonaten aussehen könnte, ermittelt das sogenannte German Climate Forecast System. Dafür werden mit speziell angepassten Klimamodellen Vorhersagen anhand möglichst vieler vergangener Jahre errechnet.

Die Berechnungen geben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zuverlässige Durchschnittwerte, die dann als Basis für den Vergleich aktueller Prognosen verwendet werden. So können dann Aussagen über Trends gemacht werden, die sich aber von herkömmlichen Wettervorhersagen unterscheiden. Die Prognosen sind Gegenstand intensiver Forschung und permanenter Weiterentwicklung.

Das sagen die neuen Winterprognosen:

Laut der neuen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes soll die mittlere Abweichung der Temperatur bei rund ein Grad plus liegen. Für den Winter bedeutet das die Temperaturen sollen im Schnitt 0.5 Grad wärmer als üblich sein. Februar, der kälteste Monat der Jahreszeit, soll sogar etwas unter dem Durchschnitt liegen – in den Berechnungen zuvor hieß es Februar könnte zwei Grad wärmer sein.

Doch woher kommt dieser Temperaturen Umschwung? Klimaexperte Dominik Jung glaubt, dass es zu einem La Niña Winter kommen wird. Es ist das Gegenstück zum bekannten El Niño Phänomen: Das Oberflächenwasser wird im tropischen Pazifik erwärmt und im Westen wieder abgekühlt. Umgekehrt sorgt La Niña im Winterhalbjahr durch starke Passatwinde, die indirekt vom Pazifik bis in den Atlantik wandern, für Kälteschübe und damit einen kälteren Winter. Es soll sogar die Möglichkeit eines schneereichen Wunderlands in einigen Wochen geben.

Was ist jetzt also für den kommenden Winter zu erwarten?

Grundsätzlich kann man das pauschal nicht sagen, weil Langzeitprognosen sich innerhalb von Wochen und Monaten verändern können. Normalerweise kann man das genaue Wetter auch erst einige Tage vorher voraussagen. Aber man sollte laut den Prognosen mit recht tiefen Temperaturen rechnen, die für die aktuelle Energielage wohl eher keine gute Nachricht sind.

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