Polizei warnt vor Fake News

Nach tödlicher Attacke in Norwegen: Drachenlord-Hater verbreiten falschen Täternamen

14.10.2021, 13:07 Uhr

Ein Mann soll am Mittwochabend in der Innenstadt von Kongsberg zahlreiche Menschen mit mehreren Waffen - darunter auch Pfeil und Bogen - angegriffen haben. Fünf Menschen wurden getötet, zwei weitere verletzt, meldete die örtliche Polizei. Auch wenn Hintergrund und Motiv noch unklar sind, verdichteten sich rund zwölf Stunden nach der Tat die Hinweise, dass es sich um islamistischen Terror gehandelt haben könnte.

Bereits kurz nach der Bluttat kursiert jedoch bereits der angebliche Name des Täters auf Twitter: Rainer Winklarson - eine nordisch klingende Abwandlung des Namens Rainer Winkler, auch bekannt unter seinem YouTube-Namen Drachenlord. Winklarson habe seine Tat mehrere Tage vorher angekündigt und seine Bogenschieß-Künste sogar auf YouTube demonstriert, so ein Tweet, der Bilder von Rainer Winkler beim Bogenschießen zeigt.

Mehrere kleinere Medien und Nachrichten-Aggregatoren griffen diese Falschinformation auf und verbreiteten sie in mehreren Sprachen weiter, bis sich sogar die Polizei Mittelfranken zu einer Stellungnahme genötigt sah:

Der umstrittene YouTuber Drachenlord sorgt besonders in seinem Heimatdorf seit vielen Jahren für Ärger. Nachdem er während eines Wutanfalls in einem Video seine Adresse nannte, wurde das mittelfränkische Altschauerberg von Fans und Schaulustigen, vor allem aber von Hatern, teilweise regelrecht überrannt. Nahezu täglich kommt es deswegen in dem kleinen 40-Seelen-Ort zu Polizeieinsätzen - teilweise musste wegen des Besucherandrangs sogar der ganze Ort abgeriegelt werden.

Der permanente Ausnahmezustand hat jedoch möglicherweise bald ein Ende: Bereits 2019 wurde Rainer Winkler vom Amtsgericht Neustadt an der Aisch wegen Beleidigung und Körperverletzung zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, nachdem er Hater mit Pfefferspray besprüht und mit Steinen beworfen hatte.

Da er selbst nach seiner Verurteilung weiterhin Besucher beworfen und beschimpft und auch vor Beleidigungen gegenüber Polizisten nicht Halt gemacht hatte, steht er bald erneut vor Gericht. Diesmal droht ihm eine Gefängnisstrafe.