Neue Erkentnnisse

Neue Studie: Lässt sich mit dieser Methode das Coronavirus stoppen?

15.7.2021, 15:38 Uhr
Eine rote «Schmelzkurve» zeigt auf einem Monitor im Labor von Bioscientia die «Delta-Variante» des Virus.

Eine rote «Schmelzkurve» zeigt auf einem Monitor im Labor von Bioscientia die «Delta-Variante» des Virus. © Boris Roessler/dpa

Einer Forschungsgruppe des australischen Peter Doherty Institute for Infection and Immunity in Melbourne ist es laut eigener Aussage gelungen, die Vermehrung der Coronaviren innerhalb einer infizierten Zelle mit Hilfe der Gen-Schere Crispr zu stoppen. Die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature Communications". Durch diese Methode könnten Covid-19-Patienten in Zukunft womöglich besser behandelt werden.

Die Forscher nutzten eine Form der Gen-Schere "Crispr", mit der gezielt Teile des Erbguts aus einer infizierten Zelle ausgeschnitten und ersetzt werden können. Im Labor setzten sie das Enzym Crispr/Cas13b in eine mit dem SARS-CoV2-infizierte Zelle ein. Dieses Enzym erkennt das Virus, bindet sich mit bestimmten RNA-Sequenzen und schaltet jenen Teil aus, der für die Vervielfältigung des Virus innerhalb der Zelle verantwortlich ist.

Diese Methode könne laut der Studie eine Verbreitung des Coronavirus um 98 Prozent verringern und sei auch bei Virusvarianten wie der Alpha-Mutante wirksam. Theoretisch könne die Crispr-Methode gegen alle Viren eingesetzt werden, deren Erbgut bekannt ist, schreiben den Wissenschaftler.

Bislang wurde die Methode nur unter Laborbedingungen getestet, im nächsten Schritt soll sie an Tieren eingesetzt werden. Welchen Nutzen die neuen Erkenntnisse dann in der praktischen Behandlung von Corona-Patienten haben könnte, muss jedoch erst in klinischen Studien überprüft werden.

Diese sei laut der Studie allerdings noch "Jahre, nicht Monate" entfernt. Es wäre aber, so die Forscher, eine wirksame Behandlungsmethode und ein erster Schritt in die richtige Richtung, da es bislang nur wenige und nur teilweise wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Covid-19-Patienten gibt.

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