"Furry"-Subkultur

Neuer Trend? Mädchen identifiziert sich als Katze - Schule unterstützt das Vorhaben

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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30.8.2022, 12:58 Uhr
Der Mensch als Katze - in der "Furry"-Subkultur werden tierähnliche Verhaltensweise angenommen. (Symbolfoto)

Der Mensch als Katze - in der "Furry"-Subkultur werden tierähnliche Verhaltensweise angenommen. (Symbolfoto)

Die Privatschule in Melbourne unterstützt die nonverbale Achtklässlerin in ihrem Bestreben, sich als Katze zu identifizieren. Dies berichtet die australische Zeitung The Herald Sun. Die Schule wolle alles unterstützen, das nicht störend für den Schulbetrieb sei, der psychischen Gesundheit des Mädchens gut tue und ihr Verhalten stabilisiere, heißt es seitens der Einrichtung.

"Derzeit identifizieren sich immer mehr Menschen mit dem, was sie wollen", erklärt ein Angehöriger des Mädchens das "kreative" Verhalten. Andere Eltern sehen den Trend kritischer: "Ich befürworte Kreativität und Vorstellungskraft, aber wenn jemand in einer Fantasiewelt lebt und von anderen Menschen erwartet, dass sie dem beipflichten, habe ich ein Problem damit", sagte eine Mutter News.com.

"Furry"-Subkultur lebt wieder auf

Das Bestreben der Achtklässlerin geht auf die "Furry"-Subkultur zurück, die vor allem in Australien und Amerika immer mehr jugendliche Anhänger findet. Dabei werden Tieren menschliche Eigenschaften verliehen.

Die Tageszeitung Courier Mail berichtete unter anderem von Schülerinnen einer renommierten Privatschule in Brisbane, die ebenfalls tierähnliche Neigungen zum Ausdruck brachten. "Als ein Mädchen sich an einen freien Schreibtisch setzte, schrie ein anderes Mädchen sie an und sagte, sie säße auf ihrem Schwanz", sagte eine Mutter der Zeitung.

"Als Mensch habe ich mich in meiner Haut nie richtig wohl gefühlt, wie so viele. Also begann ich zu suchen, nach mir, nach meinem Platz in der Gesellschaft", erklärt eine deutsche Anhängerin der "Furry"-Bewegung ihre Beweggründe gegenüber dem Spiegel.

Menschen, die sich als Katzen identifizieren, würden sich unter anderem wie ein Felltier putzen, sich die Handrücken lecken und mit zum Boden geneigten Armen herumlaufen, als wären sie auf allen Vieren. Der Trend geht in Amerika sogar soweit, dass eine Schule in Michigan überlegt hatte, Boxen als "Katzenklos" für die Schülerinnen und Schüler aufzustellen. Daraufhin hagelte es jedoch scharfe Kritik in den sozialen Netzwerken.

Hinter dem Trend stecken fiktive, anthropomorphe Tierfiguren wie beispielsweise der Werwolf oder Bugs Bunny. Anhängerinnen und Anhänger der Subkultur tragen auch gerne Fellanzüge, sogenannte "Fursuits", um die Rollen von Tieren besser einnehmen zu können. Dabei betont die Bewegung, dass es sich nicht um einen sexuellen Fetisch handle. Das Wort "Furry" stammt aus dem Englischen: Es ist das Adjektiv zum Nomen "fur", dem Pelz oder Fell eines Tieres. Die Subkultur entstand bereits in den 1970er bis 80er Jahren in den USA und erlebt derzeit offenbar ein Revival.

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