Unerlaubte "Corona-Spaziergänge"

Polizistenvideo wird zum Internet-Hit: "Sie wollen nicht spazieren - sie wollen uns verarschen"

Tobi Lang
Tobi Lang

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6.1.2022, 17:22 Uhr
Ein Clip, in dem der Polizist die Corona-Demonstranten rügt, wurde bislang fast 300.000 Mal angesehen. 

© twitter.com/MatthiasMeisner Ein Clip, in dem der Polizist die Corona-Demonstranten rügt, wurde bislang fast 300.000 Mal angesehen. 

Auch in Münster sind sogenannte "Corona-Spaziergänge" mittlerweile Alltag, jeden Montag treffen sich Hunderte, um gegen die Pandemiemaßnahmen zu protestieren. Unangemeldet. Auch in dieser Woche versammelten sich in der nordrhein-westfälischen Stadt rund 650 Menschen. Der Tagesschau war das einen Bericht wert. Ein Polizist, der sich in dem Beitrag klar positioniert, wird jetzt zum Internet-Hit.

"Sie wollen nicht spazieren gehen", sagt der Mann und lacht dabei fast. "Sie wollen uns verarschen. Sie wollen uns hier eindeutig an der Nase herumführen." In der Tat: Viele der vermeintlich spontanen Spaziergänge sind geplant, teils Tage zuvor rufen anonyme Veranstalter etwa via Telegram zu den Kundgebungen auf. Auch in Franken wertete die Polizei mehrere Märsche als illegale Demonstrationen, den Teilnehmern drohen empfindliche Bußgelder.

Fast 300.000 Menschen sahen bisher eine kurze Sequenz aus dem Nachrichten-Beitrag, die im Kurznachrichtdienst Twitter kursiert. Dort bekommt der Polizist Applaus für seine klare Positionierung. Auch Kollegen stehen hinter dem Beamten. "In einer längeren Diskussion hat der Kollege versucht zu erklären, warum das hier eine Versammlung ist und kein Spaziergang. Offensichtlich war man Sachargumenten gegenüber aber nicht zugänglich", sagte der Münsteraner Polizeisprecher Jan Schabacker etwa der Bild-Zeitung. "Die Wortwahl des Kollegen ist zu diskutieren. In der Sache war es aber wichtig, klare Kante zu zeigen."