Studie: Infektionsrisiko im Büro vermutlich höher als in Kino oder Restaurant

13.2.2021, 19:35 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit, sich in einem Großraumbüro mit dem Coronavirus zu infizieren, ist achtmal so groß wie im Kino - zumindest, wenn man keine Maske trägt und das Büro nur halb, der Kinosaal nur zu einem Drittel besetzt ist. Das haben Forscher der TU Berlin herausgefunden. Die Wissenschaftler des Hermann Rietschel Instituts (HRI) berechneten in einer Studie, wie hoch das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen aufgrund der Aerosolkonzentration ist. Dabei bezogen sie Werte wie Aufenthaltsdauer und Atemaktivität mit ein.

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Den Ergebnissen zufolge steckt ein Infizierter im Supermarkt maximal eine weitere Person an, solange die Maskenpflicht eingehalten wird. Beim Damenfriseur liegt der entsprechende R-Wert sogar unter 1, wenn eine Maske getragen wird, und zwar bei 0,6. Ähnliches gilt für den öffentlichen Nahverkehr (0,8). Bei Theater oder Museen steckt sich ebenfalls weniger als ein Mensch an, wenn die Räume nur bis maximal 40 Prozent belegt sind.

Ganz anders in der Schule: Mit Maske liegt der R-Wert bei 2,9, ohne Maske sogar bei 5,8. Ein infizierter Schüler steckt also drei bis sechs andere an. Ihre Berechnungen führten die Wissenschaftler am Beispiel einer Oberschule durch, bei der die Hälfte der Schüler in den Unterricht kommen. Bei Vollbesetzung ohne Maske springt der R-Wert auf 11,5. Ähnlich hoch waren die Ergebnisse nur bei Mehrpersonenbüros, in denen 50 Prozent der Plätze belegt sind und keine Maske getragen wird. Dann steckt ein Infizierter acht weitere Menschen an.


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Auch in Fitnessstudios sind die Werte relativ hoch: Bei halber Auslastung infizieren sich 3,4 Menschen, bei 30 Prozent Auslastung liegt der Wert bei 1,4. Für die Berechnung wurde angenommen, dass beim Training keine Maske getragen wird.

Eine grafische Übersicht zu den Studienergebnissen finden Sie hier.

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