Zehn Gründe, warum das Jahr 2020 trotz Corona ganz okay war

17.12.2020, 10:55 Uhr
Sich um die älteren Menschen sorgen, den Infizierten und Menschen aus der Risikogruppe Lebensmittel vor die Tür stellen, im Sommer kostenlose Konzerte für das Personal in den Krankenhäusern. Dieses Jahr konnte man in vielerlei Hinsicht Solidarität zeigen - schon allein dadurch, sich im Lockdown geduldig und besonnen zu zeigen und sich an die Vorgaben der Behörden zu halten. Empathie und Hilfsbereitschaft konnten wir alle leben und tagtäglich erleben - vielleicht erweitert das auch nach der Krise vielen den Blick für eine solidarische Stadtgemeinschaft.
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1. Es gab und gibt mehr Hilfsbereitschaft untereinander

Sich um die älteren Menschen sorgen, den Infizierten und Menschen aus der Risikogruppe Lebensmittel vor die Tür stellen, im Sommer kostenlose Konzerte für das Personal in den Krankenhäusern. Dieses Jahr konnte man in vielerlei Hinsicht Solidarität zeigen - schon allein dadurch, sich im Lockdown geduldig und besonnen zu zeigen und sich an die Vorgaben der Behörden zu halten. Empathie und Hilfsbereitschaft konnten wir alle leben und tagtäglich erleben - vielleicht erweitert das auch nach der Krise vielen den Blick für eine solidarische Stadtgemeinschaft. © Silvia Jansen, NN

In der Atmosphäre über Deutschland und Mitteleuropa wurden im ersten Lockdown deutlich weniger extreme Stickstoffstoffdioxid-Werte gemessen als zuvor. Einer Auswertung von Daten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-5P zufolge, ist auch die Schadstoffbelastung in Deutschland durch die Corona-Krise zurückgegangen. Dass der Flugverkehr weitestgehend still stand, dürfte dazu auch einen großen Teil beigetragen haben. Auch manche Anwohner werden sich über weniger Fluglärm an ihrem Wohnort gefreut haben.

Im zweiten Lockdown kommt der Verzicht auf Raketen und Böller allen Hundebesitzern zugute - und wir sparen uns jede Menge Feinstaub. Laut dem Umweltbundesamt werden jährlich normalerweise rund 5000 Tonnen Feinstaub der Größe PM10 beim Abbrennen von Feuerwerk freigesetzt. Das sind in etwa 17 Prozent der Feinstaubmenge, die pro Jahr im Straßenverkehr entsteht.
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2. Weniger Emissionen und Flugverkehr

In der Atmosphäre über Deutschland und Mitteleuropa wurden im ersten Lockdown deutlich weniger extreme Stickstoffstoffdioxid-Werte gemessen als zuvor. Einer Auswertung von Daten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-5P zufolge, ist auch die Schadstoffbelastung in Deutschland durch die Corona-Krise zurückgegangen. Dass der Flugverkehr weitestgehend still stand, dürfte dazu auch einen großen Teil beigetragen haben. Auch manche Anwohner werden sich über weniger Fluglärm an ihrem Wohnort gefreut haben. Im zweiten Lockdown kommt der Verzicht auf Raketen und Böller allen Hundebesitzern zugute - und wir sparen uns jede Menge Feinstaub. Laut dem Umweltbundesamt werden jährlich normalerweise rund 5000 Tonnen Feinstaub der Größe PM10 beim Abbrennen von Feuerwerk freigesetzt. Das sind in etwa 17 Prozent der Feinstaubmenge, die pro Jahr im Straßenverkehr entsteht. © Julian Stratenschulte, dpa

Gerade während eines Lockdowns finden viele von uns endlich mal wieder die Zeit, sich lang aufgeschobenen Projekten zu widmen. Rechnungen sortieren, Schränke ausmisten, Steuererklärung machen, endlich mal wieder die Wände streichen... viele Dinge werden endlich erledigt, die man davor vor sich her geschoben hat. Zwar haben die Läden zu, aber notfalls lässt sich die Wandfarbe ja online bestellen. Auch Paketdienste bieten Ablieferungen vor der Haustür mit gebotener Distanz an und eine kontaktfreie Abholung an automatischen Paketstation an. Und fühlt es sich nicht einfach großartig an, die To-Do-Liste endlich einmal kürzer zu sehen?
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3. Die To-Do-Liste wird endlich kürzer

Gerade während eines Lockdowns finden viele von uns endlich mal wieder die Zeit, sich lang aufgeschobenen Projekten zu widmen. Rechnungen sortieren, Schränke ausmisten, Steuererklärung machen, endlich mal wieder die Wände streichen... viele Dinge werden endlich erledigt, die man davor vor sich her geschoben hat. Zwar haben die Läden zu, aber notfalls lässt sich die Wandfarbe ja online bestellen. Auch Paketdienste bieten Ablieferungen vor der Haustür mit gebotener Distanz an und eine kontaktfreie Abholung an automatischen Paketstation an. Und fühlt es sich nicht einfach großartig an, die To-Do-Liste endlich einmal kürzer zu sehen? © Arno Burgi/dpa

In unserer Gesellschaft - wenn nicht sogar weltweit - wurde nun eine Forderung laut, die viel zu lange auf sich warten lassen hat: Bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Entlohnung für die Berufsfelder, die systemrelevant sind. Denn den Wert dieser Menschen für die Gesamtgesellschaft kann man in der nun zweiten Hochphase der Pandemie deutlich sehen - und sich gut ausmalen, wo wir stehen würden, wenn es Krankenpfleger, Altenpfleger, Supermarkt-Personal und Ärzte nicht gäbe. Ob dieser Anerkennung nun auch politische langfristige Taten folgen werden, bleibt abzuwarten.
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4. Die systemrelevanten Berufe werden endlich mehr geschätzt

In unserer Gesellschaft - wenn nicht sogar weltweit - wurde nun eine Forderung laut, die viel zu lange auf sich warten lassen hat: Bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Entlohnung für die Berufsfelder, die systemrelevant sind. Denn den Wert dieser Menschen für die Gesamtgesellschaft kann man in der nun zweiten Hochphase der Pandemie deutlich sehen - und sich gut ausmalen, wo wir stehen würden, wenn es Krankenpfleger, Altenpfleger, Supermarkt-Personal und Ärzte nicht gäbe. Ob dieser Anerkennung nun auch politische langfristige Taten folgen werden, bleibt abzuwarten. © Friedrich Stark via www.imago-images.de, imago images/Friedrich Stark

In den letzten Jahren war flexibles Arbeiten oft ein Thema. Nur ein Bruchteil der Arbeitnehmer in Deutschland hatte vor Corona die Chance, sich am Homeoffice zu probieren. Für manche mag das eine ernüchternde Erfahrung gewesen sein, für manche eine sehr positive. Klar ist: Angestellte und Firmen können in dieser Zeit testen, was es bedeutet, dem Mitarbeiter im Homeoffice zu vertrauen. Der eine oder andere Betrieb war vielleicht erstaunt, wie reibungslos das klappt - und ermöglicht auch nach Corona flexiblere Arbeitsmodelle.
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5. Viele testeten erstmals die Arbeit im Homeoffice

In den letzten Jahren war flexibles Arbeiten oft ein Thema. Nur ein Bruchteil der Arbeitnehmer in Deutschland hatte vor Corona die Chance, sich am Homeoffice zu probieren. Für manche mag das eine ernüchternde Erfahrung gewesen sein, für manche eine sehr positive. Klar ist: Angestellte und Firmen können in dieser Zeit testen, was es bedeutet, dem Mitarbeiter im Homeoffice zu vertrauen. Der eine oder andere Betrieb war vielleicht erstaunt, wie reibungslos das klappt - und ermöglicht auch nach Corona flexiblere Arbeitsmodelle. © Daniel Naupold, NN

Wussten Sie, dass jeder Autofahrer in Nürnberg im Durchschnitt 109 Stunden im Jahr im Stau steht? Das sind insgesamt vier Tage und 23 Stunden unserer Lebenszeit. Nürnberg rangiert damit im deutschlandweiten Vergleich normalerweise unter den Top Fünf Stau-Städten in Deutschland. Auch alle Fahrradfahrer, Fußgänger und Busfahrer dürften sich dieses Jahr dank Homeoffice und Co. über weniger Verkehr gefreut haben. Ganz zu schweigen von Menschen, die an stark befahrenen Straßen wohnen. Oder die Umwelt.
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6. Weniger Stau auf den Straßen

Wussten Sie, dass jeder Autofahrer in Nürnberg im Durchschnitt 109 Stunden im Jahr im Stau steht? Das sind insgesamt vier Tage und 23 Stunden unserer Lebenszeit. Nürnberg rangiert damit im deutschlandweiten Vergleich normalerweise unter den Top Fünf Stau-Städten in Deutschland. Auch alle Fahrradfahrer, Fußgänger und Busfahrer dürften sich dieses Jahr dank Homeoffice und Co. über weniger Verkehr gefreut haben. Ganz zu schweigen von Menschen, die an stark befahrenen Straßen wohnen. Oder die Umwelt. © Stefan Sauer, dpa

Es ist Freud und Leid zugleich für viele Eltern, Homeoffice und Kita- und Schulschließungen unter einen Hut zu bekommen, gerade weil viele Urlaubstage bereits im ersten Lockdown gebraucht wurden. In jedem Fall ist dieser Dezember eine intensive Zeit für Familien. Das Positive daran ist ganz klar, dass endlich mal zwangsläufig mehr Zeit füreinander und miteinander da ist: Man hat mehr Zeit für seine Kinder und auch die Kinder haben mehr von ihren Eltern.
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7. Mehr Zeit für die Kinder

Es ist Freud und Leid zugleich für viele Eltern, Homeoffice und Kita- und Schulschließungen unter einen Hut zu bekommen, gerade weil viele Urlaubstage bereits im ersten Lockdown gebraucht wurden. In jedem Fall ist dieser Dezember eine intensive Zeit für Familien. Das Positive daran ist ganz klar, dass endlich mal zwangsläufig mehr Zeit füreinander und miteinander da ist: Man hat mehr Zeit für seine Kinder und auch die Kinder haben mehr von ihren Eltern. © pixabay

Okay, eine Maske ist lästig. Aber gibt es nicht auch Momente, in denen man sich kurz darüber freut, dass jemand die eigene Mimik nicht erkennen kann? So kann man ganz heimlich Grimassen schneiden. Ein Plus für die Frauen ist natürlich auch, dass die Zeit für das Schminken jetzt oft einfach wegfallen kann. Im Sommer Maske und Sonnenbrille auf, dann sieht man ja eh nichts. Im Winter dann Maske und Mütze, und schon sieht niemand mehr die nicht gerade frisch gewaschenen Haare.
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8. Schminke ist nicht mehr nötig

Okay, eine Maske ist lästig. Aber gibt es nicht auch Momente, in denen man sich kurz darüber freut, dass jemand die eigene Mimik nicht erkennen kann? So kann man ganz heimlich Grimassen schneiden. Ein Plus für die Frauen ist natürlich auch, dass die Zeit für das Schminken jetzt oft einfach wegfallen kann. Im Sommer Maske und Sonnenbrille auf, dann sieht man ja eh nichts. Im Winter dann Maske und Mütze, und schon sieht niemand mehr die nicht gerade frisch gewaschenen Haare. © pixabay

Natürlich, das mit dem Social Distancing ist eine Belastung und liegt den meisten nicht in der Natur. Aber in manchen Fällen ist es doch auch ganz schön, das eine oder andere anstrengende Fest nicht besuchen zu müssen oder aus reiner Höflichkeit Pflichtbesuche bei so manchen Kontakten zu machen. Im Lockdown brauchte es gar keine Ausrede mehr, wenn man sich nicht verabreden will. Aber klar, auf der anderen Seite gibt es Familienmitglieder und Freunde, die wir schmerzlich vermissen: Bei diesen wissen wir nun umso mehr, was man an ihnen hat. Und melden uns per Telefon oder Videochat umso regelmäßiger.
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9. Höflichkeitstreffen einfach mal auslassen

Natürlich, das mit dem Social Distancing ist eine Belastung und liegt den meisten nicht in der Natur. Aber in manchen Fällen ist es doch auch ganz schön, das eine oder andere anstrengende Fest nicht besuchen zu müssen oder aus reiner Höflichkeit Pflichtbesuche bei so manchen Kontakten zu machen. Im Lockdown brauchte es gar keine Ausrede mehr, wenn man sich nicht verabreden will. Aber klar, auf der anderen Seite gibt es Familienmitglieder und Freunde, die wir schmerzlich vermissen: Bei diesen wissen wir nun umso mehr, was man an ihnen hat. Und melden uns per Telefon oder Videochat umso regelmäßiger. © colourbox.de

Wir lernten ihn vielleicht lieben, wir lernten ihn vielleicht hassen. Aber auf jeden Fall haben wir ihn im ersten und nun im zweiten Lockdown kennengelernt: den Minimalismus. Die meisten Deutschen haben in dieser Zeit einmal weniger Neues gekauft und auch insgesamt weniger gemacht. Das heißt, man musste sich zufrieden geben oder versuchen, zufrieden zu sein mit dem, was man hat. Der Alltag wurde für viele von uns entschleunigt - und manche Aspekte übernehmen wir vielleicht für immer. Etwa den Vorsatz, weniger auszugeben, weniger zu planen, oder einzelne Treffen viel mehr zu schätzen. In allen Fällen erlebten wir eine Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist: die Familie, enge Freundschaften und die Gesundheit. Eine Lektion, die uns auch nach der Corona-Pandemie erhalten bleiben sollte.
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10. Die Konzentration auf das Wesentliche

Wir lernten ihn vielleicht lieben, wir lernten ihn vielleicht hassen. Aber auf jeden Fall haben wir ihn im ersten und nun im zweiten Lockdown kennengelernt: den Minimalismus. Die meisten Deutschen haben in dieser Zeit einmal weniger Neues gekauft und auch insgesamt weniger gemacht. Das heißt, man musste sich zufrieden geben oder versuchen, zufrieden zu sein mit dem, was man hat. Der Alltag wurde für viele von uns entschleunigt - und manche Aspekte übernehmen wir vielleicht für immer. Etwa den Vorsatz, weniger auszugeben, weniger zu planen, oder einzelne Treffen viel mehr zu schätzen. In allen Fällen erlebten wir eine Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist: die Familie, enge Freundschaften und die Gesundheit. Eine Lektion, die uns auch nach der Corona-Pandemie erhalten bleiben sollte. © Robert Kneschke - stock.adobe.com