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Zu viel Abfall: Lidl verpackt Gurken wieder in Plastik

Großer Teil des Gemüses verdirbt bereits auf langen Transportwegen - 20.11.2019 17:33 Uhr

Weil zu viele Gurken auf dem Transportweg verderben, will Lidl das grüne Gemüse künftig wieder in Plastik verpacken. © dpa/Andrea Warnecke


Plastik ist out, da sind sich die deutschen Verbraucher weitestgehend einig. Seit knapp einem Jahr ist der Konsens auch bei vielen großen deutschen Supermarktketten angekommen, weshalb sie ihr Obst und Gemüse unverpackt anbieten. Bei Gurken geht der Discounter Lidl jetzt allerdings wieder einen Schritt zurück, sie sollen künftig wieder in Plastikfolie verpackt werden. Ohne diesen zusätzlichen Schutz würden die Gurken beim Transport schneller beschädigt werden. Die Folge ist: Sie werden schrumpelig oder verfärben sich gelb. Spanische Gurken würden deshalb tonnenweise auf dem Müll landen. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, belaufe sich der Schaden auf 25.000 Euro pro Lastwagen.

Auch andere Händler in Deutschland kennen das Problem: So hätten sich laut dem Bundesverband Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) die Abschriften bei Gurken aus Spanien verdoppelt. Gurken die aus Deutschland oder den Niederlanden kommen, sollen davon nicht betroffen sein - weil die Transportwege kurz genug sind. Außerhalb der Saison, also etwa von Oktober bis Mai - werden die Gurken jedoch meistens aus Spanien importiert.

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Supermarktketten experimentieren

Da der Transport etwa drei bis fünf Tage in Anspruch nimmt, würden viele Gurken bereits verderben, bevor sie überhaupt in den Gemüseregalen landen. Im vergangenen Jahr habe das laut dem Bericht etwa fünf Prozent des Gemüses betroffen, mittlerweile seien es jedoch mehr als zehn Prozent. Mit Folie würden die Gurken eine Woche länger frisch bleiben, heißt es weiter.

Andere große Supermarktketten wie Rewe, Aldi und Real sind von der Gurken-Misere ebenfalls betroffen. Auch Rewe schließt laut einem Bericht von watson eine Rückkehr zu verpackten Gurken nicht aus. Aldi dagegen hat die Transportwege verkürzt und verzichtet auf Zwischenlager, sodass die Gurken schneller im Markt landen würden. Real hat eine andere Möglichkeit gefunden, um das grüne Gemüse vor dem Austrocknen zu verhindern: Sie decken die Gurken beim Transport mit Papier ab.

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© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

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© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

© dpa

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

© Colourbox.de

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

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Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

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Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

© colourbox.de

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

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jm

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