Umfragen zur Bundestagswahl 

"Armin Laschet wird als Zumutung empfunden"

8.9.2021, 17:43 Uhr

Und Güllner legt nach: "Ich halte die Aussage für Unfug, dass nicht nach Personen, sondern nach dem Programm einer Partei gewählt wird". Aus seiner Sicht ist deshalb die Frage nach Präferenz für den Bundeskanzlerkandidaten oder die Bundeskanzlerkandidatin ein starker Indikator dafür, welcher Partei am Ende die Stimme gegeben wird. "Frühere Wähler der Union sind zur SPD gewechselt, um ihrem Unmut über den Kandidaten Laschet und dessen schwacher Performance Ausdruck zu verleihen", ist sich Güllner sicher. Die derzeitigen Umfrageergebnisse scheinen ihn zu bestätigen, wenngleich er betont, dass die Umfragen "Momentaufnahmen" sind.

Dass selbst die erfolgsverwöhnte CSU in Bayern bei der Bundestagswahl erstmals unter die 30-Prozent-Marke rutschen könnte, liege daran, dass "die Frustration über die Nominierung von Laschet größer ist, als im Rest von Deutschland". Laut der aktuellen Forsa-Umfrage liegt der SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz inzwischen bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz bei 30 Prozent Zustimmung. Armin Laschet kommt gerade mal noch auf neun Prozent und Annalena Baerbock bei 15 Prozent. Wäre Markus Söder zum Kanzlerkandidaten der Union gekürt worden, so käme er auf 38 Prozent Zustimmung und Scholz nur auf 21 Prozent.

Kontinuität statt radikalem Politikwechsel

Es kommt also sehr wohl auf die Person an, die ins Rennen um das Kanzleramt geschickt wird, so Güllner. Diese Erkenntnis habe sich schon unter einem Bundeskanzler Konrad Adenauer herauskristallisiert und sei in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bestätigt worden, so Güllner. Als weiteren, wichtigen Faktor nennt der Meinungsforscher den Wunsch nach Kontinuität. "Olaf Scholz gilt als Garant für Kontinuität", sagt Güllner und im Gegensatz zu Vorstellung einiger Wahlstrategen, wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger eben genau dies und "keinen radikalen Politikwechsel". Zwar stehe Laschet - wie Scholz - für solche Kontinuität, beim Unions-Kandidaten stellen sich viele die Frage: "Kann der das?", so die Einschätzung des Forsa-Chefs.

Es kommt also sehr wohl auf die Person an, die ins Rennen um das Kanzleramt geschickt wird, so Güllner. Diese Erkenntnis habe sich schon unter einem Bundeskanzler Konrad Adenauer herauskristallisiert und sei in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bestätigt worden, so Güllner. Als weiteren, wichtigen Faktor nennt der Meinungsforscher den Wunsch nach Kontinuität. "Olaf Scholz gilt als Garant für Kontinuität", sagt Güllner und im Gegensatz zu Vorstellung einiger Wahlstrategen, wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger eben genau dies und "keinen radikalen Politikwechsel". Zwar stehe Laschet - wie Scholz - für solche Kontinuität, beim Unions-Kandidaten stellen sich viele die Frage: "Kann der das?", so die Einschätzung des Forsa-Chefs.

Rote-Socken-Kampagne wenig zielführend

Ist die Wahl also schon entschieden? Ganz so weit würde Manfred Güllner nicht gehen, aber es wird für die Union sehr schwer werden, noch ein Thema zu finden, um die Umfrageergebnisse zu drehen. Die Wiederholung der "Rote-Socken-Kampagne" sei dabei wenig zielführend. "Das geht mit Programm und den Zielen der Linkspartei heute nicht mehr", so Güllner. Viel wichtiger sei eine klare Abgrenzung gegenüber der AfD und rechten Tendenzen. "90 Prozent der Menschen wollen damit nichts zu tun haben", meint Güllner. Die Landtagswahlen in Sachsen hätten gezeigt, dass die Union durch eine klare Positionierung Wähler zurückholen kann.

Freie Wähler unter drei Prozent

Wenig erfreuliche Nachrichten gibt es aus der Meinungsforschung für die Freien Wähler. Dass sie den Sprung in den Bundestag schaffen, sei zwar "nicht ausgeschlossen", doch laut den Forsa-Umfrageergebnissen ist der Einzug nicht in Sicht. "Derzeit liegen die Freien Wähler bei uns immer noch unter drei Prozent", sagt Güllner mit Blick auf Hubert Aiwanger und seine Anhänger.

Neben allen Prognosen und Umfragen treibt Manfred Güllner ein ganz anderes Thema um. Werden die Vorhersagen am 26. September Realität, dann wäre es für ihn tatsächlich das Ende der Volksparteien. Zukünftig würden dann mindestens drei Parteien nötig sein, um eine Regierung zu bilden. "Das kann die Stabilität in einem Land gefährden", sagt Güllner. Einen Vergleich zur Weimarer Republik will er nicht unbedingt ziehen, dennoch hält er die Zersplitterung der Parteienlandschaft für ein Phänomen, das im Auge behalten werden muss. Doch hören Sie selbst.....

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