Impfungen

Corona: Ab wann gilt man als vollständig geimpft oder genesen?

15.6.2021, 11:18 Uhr
Wer vollständig geimpft ist, hat in Bayern einige Vorteile.

Wer vollständig geimpft ist, hat in Bayern einige Vorteile. © Matthias Bein, dpa

Seit dem 6. Mai gelten in Bayern die gleichen Erleichterungen für vollständig Geimpfte und Genesene. Bundesweit traten am 9. Mai Erleichterungen in Kraft. Diese und die dort enthaltenen Definitionen für vollständig Geimpfte und von Corona Genesene sind nun auch in Bayern maßgeblich.

Ab wann gilt man als vollständig geimpft?

Ab dem 15. Tag nach der letzten nötigen Impfung gegen Corona (mit einem oder mehreren der vom Paul-Ehrlich-Institut genannten Impfstoffe) gilt man als vollständig geimpft, solange man keine Corona-Symptome zeigt und keine aktuelle Infektion nachgewiesen wurde.

Bei Biontech, Astrazeneca und Moderna sind zwei Impftermine nötig. Auch wer erst mit Astrazeneca und dann mit einem anderen Stoff geimpft wurde, gilt in Deutschland nach Ablauf der zwei Wochen nach dem letzten Impftermin als vollständig geimpft.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmal geimpft werden. Wer bereits an Corona erkrankt war und das nachweisen kann, benötigt ebenfalls nur eine Impfung. In diesem Fall gilt man ohne Wartezeit als vollständig immunisiert.

Die Impfung muss nachgewiesen werden, um der geimpften Person Vorteile zu verschaffen. Dafür dient unter anderem der klassische Impfausweis oder eine Impfbescheinigung des Arztes, nun kommen auch Apps für das Smartphone auf den Markt. In der Corona-Warn-App lässt sich der digitale Impfpass ergänzen, die App CovPass wurde eigens für den Impfnachweis erstellt.


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Wer gilt als Genesener?

Auch hier muss die durchgestandene Infektion mit Corona nachweisbar sein. Hier gilt deutschlandweit laut der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung ein Nachweis mit Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis, also ein PCR-Test, PoC-PCR-Test oder eine weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik. Der positive Test muss mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegen, um der Person Lockerungen zu verschaffen.

Laut dem bayerischem Gesundheitsministerium zählt auch eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes, mit der die Isolation bei einer Corona-Infektion angeordnet wurde. Eine Ministeriumssprecherin sagte hierzu: "Sie beruht ja auf einem positiven PCR-Test und enthält damit ebenfalls das maßgebliche Datum."

Warum ein Antikörpertest nicht ausreicht, erklärt ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. "Die PCR-Verfahren sind die Testverfahren mit der bei weitem höchsten analytischen Sensitivität und Spezifität aller anderen Testverfahren zum direkten Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion. Ein serologischer Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper ist damit nicht vergleichbar. Nach derzeitigem Wissensstand lässt eine solche Untersuchung keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder zum Immunstatus zu. Eine hinreichend sichere individuelle Aussage, ob eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht wurde, ist daher mithilfe eines Antikörpernachweises nicht möglich."

Welche Vorteile hat man als vollständig Geimpfter oder Genesener?

Vollständig Geimpfte und Genesene brauchen keinen negativen Corona-Test vorzulegen, wenn dies in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gefordert ist. Außerdem werden sie bei den Kontakt- und Teilnehmerbeschränkungen nicht mehr dazu gerechnet, können sich also mit mehr Personen gleichzeitig treffen. Auch die Quarantänebestimmungen entfallen, außer die Person reist aus einem Virusvariantengebiet ein. Die Maskenpflicht und Abstandsregeln müssen jedoch weiter eingehalten werden.

Bei einem Besuch in einem Altenheim, einer vollstationären Einrichtung der Pflege und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen braucht es normalerweise eine FFP2-Maske, für vollständig Geimpfte und Genesene reicht eine medizinische Gesichtsmaske.