13°

Mittwoch, 08.07.2020

|

zum Thema

Deutschland muss Nichtraucher stärker schützen

Kommentar: Ein generelles Rauchverbot rückt näher - 07.07.2019 12:20 Uhr

Seit Anfang Juli wurde in Schweden das Rauchverbot verschärft. © Oliver Berg/dpa


"Rauchen kann tödlich sein". Die Warnung auf Zigarettenschachteln ist deutlich, trotzdem ignorieren sie viele Kettenraucher noch immer. Dabei sind die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) alarmierend. Demnach sterben pro Jahr 7,2 Millionen Menschen weltweit an den Folgen des Zigarettenkonsums. Allein durch Passivrauchen kommen nach Informationen der Techniker Krankenkasse 3300 Nichtraucher in Deutschland zu Tode.

Dagegen will die FDP etwas tun und hierzulande das Rauchverbot ausweiten. "Rauchen muss überall dort verboten sein, wo Menschen nicht oder nur schwer ausweichen können: Öffentliche Spielplätze, Bushaltestellen oder Bahnsteige", fordert der drogenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Wieland Schinnenburg. Sein Vorschlag ist gut, aber nicht neu. Denn: In Schweden darf man seit Anfang Juli nicht mehr auf öffentlichen Plätzen rauchen. Diese Bestimmung gilt auch für E-Zigaretten. Mit dieser Maßnahme kommt die schwedische Gesundheitsbehörde ihrem Ziel, das Land bis 2025 rauchfrei zu machen, wieder einen Schritt näher.

Wie gut kennen Sie sich beim Thema "Rauchen" aus?

© Christoph Schmidt (dpa)

Es ist eines der größten Laster in Deutschland: Das Rauchen. Obwohl die Statistiken mittlerweile rückläufig sind, greifen immer noch tausende Menschen zum Glimmstängel. Neben Zigaretten erobern zunehmend auch Shishas, Pfeifen und E-Zigaretten den Markt. Wie gut kennen Sie sich beim Thema "Rauchen" aus? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz.

© dpa

© dpa

Frage 1/14:

Wie viele Zigaretten rauchte Altkanzler Helmut Schmidt pro Tag?

Mit 15 Jahren soll Helmut Schmidt mit dem Rauchen begonnen haben, berichtet die Märkische Allgemeine. Er soll täglich zwei bis drei Schachteln "Reyno White" geraucht haben. Sein Konsum wird auf 40 Zigaretten pro Tag geschätzt.

© Kerstin Joswig

© Kerstin Joswig

Frage 2/14:

Wie wird die Wasserpfeife bzw. Shisha noch genannt?

Die Wasserpfeife hat viele Namen: Sie ist bei einigen auch als Shisha, Narghileh, Arghileh, Hookah, oder Hubble Bubble bekannt.

© Viola Bernlocher

© Viola Bernlocher

Frage 3/14:

Wann fanden die ersten Deutschen Meisterschaften im Pfeifelangzeitrauchen statt?

© dpa/Tobias Hase

© dpa/Tobias Hase

Frage 4/14:

Seit wann darf in bayerischen Bierzelten nicht mehr geraucht werden?

In Bayern gilt seit 1. Januar 2008 das schärfste Rauchverbot Deutschlands. Das Qualmen ist in Gasthäusern, Kneipen, Bierzelten und öffentlichen Gebäuden komplett verboten. Der Landtag beschloss das Gesetz eindeutig mit 140 zu 18 Stimmen.

© Julian Stratenschulte/Archiv (dpa)

© Julian Stratenschulte/Archiv (dpa)

Frage 5/14:

Mit welchem Alter fangen Jugendliche in Deutschland durchschnittlich mit dem Rauchen an?

Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt in Deutschland bei 14,8 Jahren. Unter Haupt- und Realschülerinnen und -schülern ist das Rauchen deutlich weiter verbreitet als bei Jugendlichen, die das Gymnasium besuchen.

Frage 6/14:

Wie heißen die beiden Club-Funktionäre, die sich auf diesem Bild zusammen eine Zigarette gönnen?

© Angelika Warmuth (dpa)

© Angelika Warmuth (dpa)

Frage 7/14:

Ekelbilder auf Zigarettenpackungen wirken besonders bei...

Seit 2016 tragen auch Zigarettenpackungen in Deutschland Bilder von Krebsgeschwüren, Raucherlungen oder Fußamputation. Laut einer Studie der DAK-Gesundheit, bei der knapp 7.000 Schüler der Klassen fünf bis zehn befragt wurden, schrecken die Ekelbilder vor allem Jugendliche ab, die noch nie geraucht haben. Bei rauchenden Schülern lösen sie weniger starke negative Emotionen aus.

© via www.imago-images.de, imago images / SKATA

© via www.imago-images.de, imago images / SKATA

Frage 8/14:

Wie viele Menschen in Deutschland rauchen?

In Deutschland rauchen laut Epidemiologischen Suchtsurvey 2015 etwa 29 Prozent der Erwachsenen, das entspricht ungefähr 20 Millionen Menschen.

© Frank Leonhardt/Symbol (dpa)

© Frank Leonhardt/Symbol (dpa)

Frage 9/14:

Welche Stoffe dürfen in E-Zigaretten laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz nicht enthalten sein?

© Christoph Schmidt (dpa)

© Christoph Schmidt (dpa)

Frage 10/14:

Wie viel Geld nahm der deutsche Staat im Jahr 2018 durch die Tabaksteuer ein?

© Hans-Joachim Winckler

© Hans-Joachim Winckler

Frage 11/14:

Wie viel Prozent der Jugendlichen in Deutschland rauchen klassische Zigaretten?

Der Anteil der jugendlichen Raucher ist seit Jahren rückläufig. Aktuell liegt er nur noch bei zehn Prozent. Die Statistik erfasst allerdings nur klassische Tabakprodukte wie Zigaretten. Der Trend bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren geht dafür immer mehr zu orientalischen Wasserpfeifen, sogenannte Shishas sowie elektronischen Inhalationsprodukten wie E-Zigaretten und E-Shishas.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Frage 12/14:

In welchen Ländern ist das Rauchen am Steuer verboten?

In Deutschland gibt es aus rechtlicher Sicht kein Verbot für das Qualmen am Steuer. In Ländern wie England, Schottland, Wales, Griechenland, Italien, Frankreich oder Österreich ist das Rauchen im Auto verboten, wenn Kinder unter 18 Jahren an Bord sind. Die Bußgelder belaufen sich meist auf 100 Euro. In Australien und Südafrika ist das Rauchen im PKW dagegen komplett verboten.

© Stefan Hofer

© Stefan Hofer

Frage 13/14:

Wie viele Menschen sterben täglich in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums?

© dpa

© dpa

Frage 14/14:

Welche Bevölkerungsgruppe raucht am meisten?

© Christoph Schmidt (dpa)

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Keine Angst, liebe Raucher, davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Ab 2020 will Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Tabaksteuer über fünf Jahre hinweg stufenweise anheben. Pro Jahr verspricht sich der Staat dadurch Zusatzeinnahmen von 1,2 Milliarden Euro. Heißt: Zigaretten werden zwar teurer, sie sind aber noch zu günstig, um die Masse abzuschrecken.


Sind Sie für ein generelles Rauchverbot? Schicken Sie uns hier Ihre Meinung


Doch inwiefern würde ein generelles Rauchverbot das Leben ändern? Was für Kettenraucher nach einer Horrorvorstellung klingt, hört sich für Nichtraucher nach einer Erlösung an. An Bushaltestellen und Spielplätzen würden keine Kippen mehr herumliegen, das T-Shirt nicht mehr nach Rauch stinken, wenn man aus dem Taxi eines qualmenden Fahrers aussteigt. Und im Fußballstadion müsste man nicht mehr husten, wenn der Nebenmann qualmt.

Eine rauchfreie Welt klingt nach einer Illusion, in Schweden, Finnland, USA, Österreich oder Frankreich arbeitet man aber daran - viel stärker als es die Bundesregierung bisher tut. Wer zum Beispiel in einem Park in Straßburg raucht, riskiert ein Bußgeld von 68 Euro, ähnlich sieht es seit kurzer Zeit in Paris aus. Für 52 Parks in der französischen Hauptstadt wurde ein Rauchverbot ausgesprochen. In Nizza und Cannes wurden zudem ganze Strandabschnitte für Raucher gesperrt. Noch tiefer in die Tasche greifen, müssen Fahrer, die im Auto rauchen und ein Kind im Wagen haben. Das kostet in Paris satte 135 Euro.

Bilderstrecke zum Thema

Schluss mit den Glimmstengeln! Bayerns Weg zum Rauchverbot

Verrauchte Kneipen und stickige Restaurants sind in Bayern Geschichte. Seid fast sieben Jahren ist der Griff zum Glimmstengel in den meisten Gebäuden tabu. Der Weg zum Rauchverbot war allerdings ein langwieriges Hin und Her. Wir haben die wichtigsten Meilensteine in einer Bildergalerie gesammelt!


In Deutschland hingegen unternimmt die Politik noch immer zu wenig. Die Regierung muss vor allem die Menschen schützen, die unter dem Qualm der Raucher leiden. Wer ungestört seine Zigarette genießen möchte, kann das gerne tun, nur sollte er dabei nicht die Gesundheit anderer gefährden.

14

14 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik