Die CSU-Basis tut sich schwer mit Migranten

18.3.2014, 20:56 Uhr
Ismail Akpinar (CSU) hat es erneut nicht in den Nürnberger Stadtrat geschafft. Trotz eines guten Listenplatzes.

Ismail Akpinar (CSU) hat es erneut nicht in den Nürnberger Stadtrat geschafft. Trotz eines guten Listenplatzes. © NZ

Alles perfekt integrierte Migranten, die den von der Parteispitze ihnen zugedachten Platz nicht halten konnten. Unter den Kandidaten mit Migrationshintergrund schaffte es nur Aliki Alesik, die für die griechische Gemeinschaft steht, in den Stadtrat. Auch sie rutschte ab – und das nach zwölf Jahren im Rat.

( Einen vollständigen Überblick über die Ergebnisse der Nürnberger Stadtratswahl finden Sie hier )

Akpinar ist ein überzeugter Nürnberger, der die Werte Familie und Ehe sehr hoch hält, und der seit 39 Jahren in Deutschland lebt. Der türkische Migrant, der bei den Städtischen Werken für die Konzernsteuerung zuständig ist, erlitt diese Niederlage schon zum zweiten Mal: Auch 2008 rutschte er nach hinten, weil viele CSU-Wähler die Möglichkeit zum Häufeln von Stimmen nutzten.

Die CSU sitzt damit in einem Dilemma fest: Wenn die Parteispitze auf Migranten zugeht, um integrierend in einer Stadtgesellschaft zu wirken, dies von der Stammwählerschaft aber nicht unterstützt wird, dann bedeutet das Stillstand für eine Großstadtpartei.

Die jüngeren Generationen wenden sich zunehmend anderen Parteien zu und für Migranten ist das Signal fatal: Auch wenn die Integration gelingt, politisch will euch die CSU-Basis nicht. Anders lässt sich das Ergebnis nicht interpretieren.

Öffnet sich die CSU und passt sich den gesellschaftlichen Entwicklungen an, dann machen offenbar die CSU-Anhänger nicht mit. Bleibt die CSU beim alten Kurs, dann ist sie zwar näher am CSU-Wähler, aber nicht näher am Menschen.

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