Drogen und mehr: Nürnberg ist eine Mafia-Hochburg

11.1.2018, 14:41 Uhr
Symbolbild.

Symbolbild. © dpa

Die Clans nutzen Bayern nicht nur als Rückzugsraum, sondern begehen auch Straftaten. Das geht aus Antworten des Innenministeriums auf Anfragen der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, hervor.

Nach Einschätzung der Behörden leben 136 Mitglieder italienischer Mafia-Gruppierungen im Freistaat. Mit 80 Personen ist die in Kalabrien beheimatete ’Ndrangheta am stärksten vertreten. Die kampanische Camorra ist mit rund 30 Angehörigen in Bayern. Auch andere italienische Mafia-Banden wie Cosa Nostra sind in Bayern aktiv, allerdings nur in geringem Umfang, heißt es.

Stützpunkte im gesamten Freistaat

’Ndrangheta und die Camorra gehen auch im Freistaat illegalen Geschäften nach. Das haben Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten Kriminalität in den vergangenen zehn Jahren ergeben. Schwerpunkt ist die Rauschgiftkriminalität; die ’Ndrangheta hat sich etwa auf Kokain spezialisiert. Allerdings sind auch Eigentumsdelikte, Geldwäsche und Steuerhinterziehung durch verwirrende Firmengeflechte bekanntgeworden.

Für ihre illegalen Tätigkeiten hat die ’Ndrangheta Stützpunkte in Bayern errichtet, vorwiegend in München und Oberbayern sowie in Augsburg und Nürnberg. Erst in dieser Woche sind bei einer deutsch-italienischen Kooperation 169 mutmaßliche Mitglieder der ’Ndrangheta festgenommen worden, in Deutschland elf, darunter ein 48-jähriger Mann im Raum München.

Die Camorra ist nach den Angaben aus dem Innenministerium hauptsächlich im Raum Nürnberg und im Allgäu tätig und soll neben dem Handel mit Drogen und Plagiaten auch Geldfälschung betreiben.

Das Innenministerium bestätigt zudem Kontakte bayerischer Mafiosi zur russischen Mafia und zu Rockern.

13 Kommentare