Unterstützung im Krisengebiet

"Ein Bild der Zerstörung": Helfer aus der Region sind in Stolberg im Einsatz

18.7.2021, 17:14 Uhr
Stolberg nahe Köln ist besonders schwer von dem Unwetter getroffen worden.  

Stolberg nahe Köln ist besonders schwer von dem Unwetter getroffen worden.   © Dagmar Meyer-Roeger, dpa

Wann war für Sie klar, dass Sie ins Hochwassergebiet fahren?

Am Freitag, gegen 15 Uhr, stand fest, dass wir mit freiwilligen Helfern der Ortsgruppe Schwabach nach Nordrhein-Westfalen fahren. Das THW koordiniert bundesweit die Einsätze und fordert Verstärkung an, wenn die Kräfte vor Ort Unterstützung brauchen. Wir sind gegen 19.30 Uhr am Freitag losgefahren und in den Morgenstunden in Stolberg angekommen.

Moritz Korn vom THW-Ortsverband Schwabach ist derzeit im vom Hochwasser besonders getroffenen Stolberg in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. 

Moritz Korn vom THW-Ortsverband Schwabach ist derzeit im vom Hochwasser besonders getroffenen Stolberg in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. 

Welche Situation haben Sie vorgefunden?

Wir haben ein Bild der Zerstörung vorgefunden. Sofas und andere Gegenstände aus den Häusern lagen auf den Straßen. Müll und anderes Material, angeschwemmt vom Hochwasser, sind in Bäumen und Sträuchern hängen geblieben. Das Wasser ist aktuell wieder zurückgegangen, man ahnt aber, mit welcher Wucht es gekommen sein muss.

Waren Sie schon einmal in solch einer Situation?

Ich selbst noch nicht. Ich bin seit 2006 beim THW. Aber einige andere Helfer waren in der Vergangenheit schon bei schweren Einsätzen an Donau oder Elbe. Sie schildern, dass die Situation hier im Westen Deutschlands sehr heftig ist.

Was ist derzeit die größte Herausforderung?

Dass wir Herr der Lage werden. Momentan können wir die Keller noch nicht auspumpen, da das Wasser über die Kanäle weiter nachdrückt.

Welche Aufgaben übernehmen Sie im Einsatzgebiet?

Momentan sind wir für die Elektroversorgung zuständig. In einem Ortsteil von Stolberg haben wir ein Aggregat aufgebaut. So können die Anwohner Geräte wie Mobiltelefone aufladen. Wenn es dunkel wird, bauen wir unsere Strahler auf, sodass Anwohner und Helfer Licht haben. Wir haben natürlich auch Pumpen dabei, um Wasser aus Wohnungen zu pumpen.

Wie lange werden Sie im Einsatzgebiet bleiben?

Es ist geplant, dass wir fünf Tage bleiben und dann abgelöst werden. Insgesamt rechnen wir damit, dass es womöglich Wochen dauern könnte, bis der Einsatz komplett beendet sein wird. Wann sich die Lage entspannt, kann derzeit niemand sagen.

Wie viele THW-Helfer aus Schwabach, Erlangen und Baiersdorf sind vor Ort?

Wir sind insgesamt 30 Freiwillige der THW-Ortsverbände Schwabach, Erlangen und Baiersdorf. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut und wir sind ein eingespieltes Team, auch mit den anderen Hilfsorganisationen. Es ist selbstverständlich, dass wir in einer solchen Lage helfen und zusammenhalten.

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