Geht Bayern einen Sonderweg?

Entscheidung fällt heute: Das würde 2G-Plus für Wirte in Bayern bedeuten

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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11.1.2022, 08:58 Uhr
Im Fenster einer Kneipe hängt ein Zettel mit dem Text "2G, Einlass nur für Geimpfte und Genesene". Doppelt Geimpfte müssen jedoch bald auch noch einen tagesaktuellen Coronatest für den Gastronomie-Besuch vorlegen. Auch in Bayern?

© Markus Scholz/dpa Im Fenster einer Kneipe hängt ein Zettel mit dem Text "2G, Einlass nur für Geimpfte und Genesene". Doppelt Geimpfte müssen jedoch bald auch noch einen tagesaktuellen Coronatest für den Gastronomie-Besuch vorlegen. Auch in Bayern?

Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich bereits nach dem Beschluss der Bund-Länder-Runde "sehr, sehr skeptisch" bezüglich der 2G-Plus Regelung für die Gastronomie. Er verwies unter anderem darauf, dass Bayern in weiten Bereichen bereits schärfere Corona-Regelungen habe. So sind etwa Kneipen und Discos - anders als in anderen Ländern - ganz geschlossen.

Laut dem Beschluss von Bund und Ländern müssten schon bald alle doppelt Geimpften für den Besuch in Restaurant, Café oder Bar zusätzlich zu ihrem Impfnachweis auch einen tagesaktuellen Coronatest vorlegen, um in Innenräumen essen und trinken zu können. Ausgenommen von der neuen Regel sind Geboosterte - also Bürger, die bereits die dritte Corona-Impfung erhalten haben. Sie müssen lediglich ihren Impfstatus nachweisen und brauchen keinen zusätzlichen Test. Inwiefern Wirte und Polizei die neue Regelung kontrollieren wollen, steht noch nicht fest.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), sagte im Fernsehsender Welt: In Restaurants sei man gemütlich. "Da wird gegessen, getrunken, die Maske ist ab. Also muss man den maximal verfügbaren Schutz anderer Art eben haben. Und das heißt geboostert zu sein. Und das, finde ich, ist schon zumutbar. Wir bieten es ja jedem an", betonte Wüst.

Anders sieht es der Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges kritisierte die Entscheidung scharf. "Flächendeckend 2G plus wäre eine Katastrophe für Kneipen und Restaurants", sagte sie der Bild-Zeitung. Wirte dürften nicht die Leidtragenden sein, wenn die Regierung "offenbar Anreize für die dritte Impfung" schaffen will.

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