Vorgabe der EU-Kommission

Frist naht: Impfzertifikate von Millionen Geimpften laufen ab - das müssen Sie jetzt wissen

17.1.2022, 19:50 Uhr
Wer noch keine Auffrischungsimpfung erhalten hat, verliert bald nach 270 Tagen seinen Impfstatus.

Wer noch keine Auffrischungsimpfung erhalten hat, verliert bald nach 270 Tagen seinen Impfstatus. © images/Steinach

Mehr als 62 Millionen Menschen in Deutschland haben bislang mindestens eine Impfung gegen das Corona-Virus erhalten, aktuell gelten 72,7 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft. Für viele von ihnen wird sich in den kommenden Wochen allerdings einiges ändern: Kurz vor Weihnachten hatte die EU-Kommission eine neue Vorgabe im Eilverfahren beschlossen, schon ab 1. Februar wird diese Vorgabe auch in Deutschland umgesetzt.

Die Gültigkeit des Corona-Impfzertifikats für alle Personen, die bislang nur eine oder zwei Schutzimpfungen gegen das Coronavirus erhalten haben, wird ab 1. Februar auf 270 Tage (neun Monate) begrenzt. Dies bestätigte Gesundheits-Staatssekretärin Sabine Dittmar (SPD) auf die Anfrage eines CDU-Bundestagsabgeordneten. Geimpfte verlieren ihren Status dann also 270 Tage nach der Impfung, durch die sie als vollständig geimpft gelten. Zunächst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Das trifft Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge momentan rund 21,3 Millionen Menschen, die zwar vollständig geimpft sind, aber noch keine Auffrischung erhalten haben. Einen Überblick darüber, wer aktuell als geboostert gilt und wer nicht, finden Sie hier:

Bislang wurden die Zertifikate für ein Jahr ausgestellt, dabei handelte es sich jedoch eher um eine technische Begrenzung als um ein Ablauf des Impfstatus. Damit setzt das Gesundheitsministerium eine EU-Vorgabe um, die im Dezember beschlossen wurde. Unberührt bleibt dabei die Gültigkeit der Impfzertifikate von Geboosterten - ob und wann deren Nachweise ablaufen ist noch nicht klar. "Für Booster-Impfungen selbst wird mangels wissenschaftlicher Erkenntnisse noch keine maximale Anerkennungsdauer vorgesehen", erklärte Dittmar in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage den Unterschied. Die Regelungen sollen regelmäßig überprüft werden, um "gegebenenfalls auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse reagieren zu können", erklärt Dittmar weiter.

Dieser Artikel wurde mehrmals aktualisiert, zuletzt am 17. Januar 2022.