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Gegen Umweltauflagen: Bauern demonstrieren in Franken

Initiative beklagt "negative Stimmungsmache" und "Bauernbashing" - 22.10.2019 12:45 Uhr

Bauern demonstrieren am Dienstag bundesweit gegen verschärfte Umweltauflagen. © Oliver Berg/dpa


Hunderte Landwirte sind am Dienstag mit Traktoren zu Bauernprotesten in Bayern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung gefahren. Die Polizei rechnete vorab mit 1000 Traktoren in Würzburg und bis zu 500 Traktoren in Bayreuth.
Auch in München machten sich "mehr als die erwarteten 100 Traktoren" auf den Weg, sagte ein Polizeisprecher am Vormittag.
Die Beamten warnten vor Staus und Behinderungen bis in den Nachmittag.

Die Stadtwerke Bayreuth erarbeiteten einen Ersatzfahrplan für die Busse. Alle Schulen im Stadtgebiet Bayreuth sicherten schon am Vortag zu, die Kinder gegebenenfalls länger zu betreuen.
Noch vor dem offiziellen Beginn der Bauernproteste in Würzburg musste der Versammlungsleiter die Demonstration beenden. Über 600 Traktoren hatten in der Stadt ein Verkehrschaos ausgelöst.

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Bauern-Protest: Tausende Traktoren rollen durch Franken

Frankens Landwirte machten am Dienstag ihren Ärger über die Politik Luft: Mit Tausenden Traktoren haben sie den Verkehr in mehreren Städten lahmgelegt. In Würzburg musste der Versammlungsleiter die Demonstration bereits kurz nach Beginn beenden. Über 600 Traktoren hatten in der Stadt ein Verkehrschaos ausgelöst. Auch in Bayreuth rollten Bauern mit ihren Traktoren Aus allen Himmelsrichtungen an.


Die drei Kundgebungen sind Teil eines bundesweiten Aktionstags der Bauerninitiative "Land schafft Verbindung", der sich innerhalb kürzester Zeit Zehntausende Landwirte angeschlossen haben. Ein Symbol der Protestbewegung sind die grünen Kreuze, die viele Landwirte als Symbol ihrer Existenzängste auf Feldern und Wiesen aufstellen.

Die seit Jahren unter Einkommensverlusten leidenden Bauern sind verärgert, weil EU und Bundesregierung die Umweltauflagen in den vergangenen Jahren stetig verschärft haben. Gleichzeitig stellen alljährlich Tausende von Bauern den Betrieb ein, weil sich die Landwirtschaft immer weniger lohnt.

Deutscher Bauernverband von Protestbewegung überrascht

Die Initiative beklagt außerdem "permanente negative Stimmungsmache" und "Bauernbashing". Das richtet sich vor allem gegen die Vorwürfe von Umweltschützern und Politikern, dass die konventionelle Landwirtschaft schlecht für Natur, Umwelt und Trinkwasser sei. Die Landwirte fordern Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dazu auf, mit ihnen über aktuelle Agrar- und Klimapläne zu diskutieren. Die Demonstrationen richten sich gegen die Pläne der Bundesregierung unter anderem für mehr Natur- und Tierschutz in der Landwirtschaft, und zum Schutz des Grundwassers vor Nitrat, das etwa durch Überdüngung in den Boden gelangt. Diesen Plänen hat auch die Landwirtschaftsministerin und stellvertretende CDU-Chefin Klöckner zugestimmt.

Von der Protestbewegung überrascht wurde nicht zuletzt der Deutsche Bauernverband, der an der Organisation der Demonstrationen nicht beteiligt ist.

Die größte Demonstration ist in Bonn (11 Uhr) geplant, hier werden 8000 bis 10.000 Landwirte mit rund 800 Traktoren aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. "Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen", sagte Meike Schulz-Broers vom Organisationsteam des Netzwerks "Land schafft Verbindung". In diesem haben sich Zehntausende deutsche Landwirte über Facebook und WhatsApp zusammengeschlossen.

dpa

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