Dienstag, 22.10.2019

|

zum Thema

"Grüner Wahn": Bayerns AfD-Chef Sichert attackiert Söder

Mittelfränkischer Politiker nimmt auch andere Parteien ins Visier - 14.09.2019 12:59 Uhr

Die bayerische AfD um Martin Sichert ist tief zerstritten. © Daniel Karmann, dpa


Zum Auftakt des AfD-Landesparteitags am Samstag im mittelfränkischen Greding warf Sichert den anderen Parteien unter anderem "ideologischen Wahnsinn", "linke ökopopulistische Politik", Hysterie und einen "Hype" um den Klimaschutz vor. Und Söder sei "Vorturner des grünen Wahns".

Sichert griff auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier direkt an. Dieser schimpfe ebenso wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Spitzenpolitiker etwa der Grünen immer auf Rassismus. "Dabei betreiben sie selbst eine zutiefst rassistische Politik gegen die eigenen Mitbürger." Über die anderen Parteien sagte Sichert: "Sie geben sich cool und sie predigen Vielfalt und Toleranz, wollen aber per Sprachpolizei und Political Correctness alle gleichschalten."

"Söder verkauft Heimat an Ökofaschisten"

Sichert ging in seiner Wortwahl noch weiter: "Wie viele Bürger in Bayern haben auch wir mit Entsetzen festgestellt, dass Markus Söder Horst Seehofer inzwischen als Hure der bayerischen Politik abgelöst hat", sagte er. "Während Seehofer regelmäßig der Domina Angela aus der Uckermark die Stiefel leckt, verkauft Söder unsere schöne Heimat an Ökofaschisten wie Claudia Roth oder Anton Hofreiter."

Sichert steht in Greding unter Druck: Er will sich erneut zum Landesvorsitzenden wählen lassen, musste aber mit Gegenkandidaten rechnen. Zuletzt war erwartet worden, dass sich potenziell chancenreiche Bewerber erst sehr kurzfristig aus der Deckung wagen.

Die bayerische AfD - und zwar sowohl die Partei als auch die Landtagsfraktion - ist tief zerstritten, und das schon seit langem. Inhaltlich-politisch klaffen tiefe Gräben zwischen den Anhängern des rechtsnationalen "Flügels" um den Thüringer Landeschef Björn Höcke und eher gemäßigten Kräften. Zudem gibt es seit längerem Streit über die Parteifinanzen und über angebliche organisatorische Probleme.

dpa

1

1 Kommentar

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik