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Kommentar: Steigende Rüstungsausgaben sind Symptom gescheiterter Politik

Diese Entwicklung ist auch ein Indikator für den Zustand der Welt - 27.04.2020 15:09 Uhr

Angeführt von der stärksten Militärmacht USA haben die Länder der Erde im abgelaufenen Jahr fast zwei Billionen Dollar in ihre Verteidigungsapparate gesteckt.

27.04.2020 © Britta Pedersen, dpa


Die Entwicklung der Rüstungsausgaben sind immer auch ein Indikator für den Zustand der Welt - und man darf sich sorgen. Die Summe, die Staaten in Sturmgewehre, Panzer oder Jagdbomber gesteckt haben, sind nach der traditionellen Erhebung des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri 2019 so stark gestiegen wie seit Jahren nicht mehr.

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Das kann zum einen nicht überraschen. 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges sind Nationalismen bekanntlich wieder en vogue, wählen auch in Demokratien die Bürger Politiker an die Macht, die offensiv eine Agenda nach dem Muster "Mein-Land-zuerst" propagieren. Wird die eigene Nation zulasten aller anderen überhöht, ist der Preis zwangsläufig ein gesteigertes Konfliktpotenzial mit diesen "allen anderen" - ergo steigende Rüstungsausgaben. Selbst bei denen, die das zunächst gar nicht beabsichtigt hatten. Doch es ist schwer, gelassen zu bleiben, wenn der Nachbar sich plötzlich in Gebärden der Stärke gefällt.

Keine überraschende Entwicklung also und dennoch ein Symptom des Scheiterns. Offenbar definiert sich auch im Jahr 2020 noch die Frage, wer in unserer Zivilisation das Sagen hat, nicht zuletzt über die Antwort darüber, wer die größte Keule schwingt - ganz wie in der Steinzeit. Es ist ja kein Zufall, dass an der Spitze der Länder mit den in absoluten Zahlen größten Rüstungsausgaben die USA stehen, mit deutlichem Abstand vor China und dann dem Rest der Welt.

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Ein Symptom des Scheiterns auch, weil die Milliarden für Waffen nun an anderer Stelle fehlen. Bei den Ausgaben für Bildung etwa oder für das Wachstum einer Volkswirtschaft. Selbst, wenn die Waffen schweigen: Allein, dass viele Staaten wieder glauben, sie überhaupt in diesem Maße anschaffen zu müssen, fordert bereits Opfer.

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