Marx-Rücktrittsangebot

Kommentar zur Causa Marx: Dieser Papst will Erneuerung

10.6.2021, 17:21 Uhr

Eines war klar: Mit Reinhard Marx’ lautestmöglich vorgetragenem Rücktrittsgesuch ist natürlich nichts gelöst in der katholischen Kirche. Jetzt spielt Papst Franziskus den Ball überraschend schnell zurück nach Deutschland. Und mehreres.

Erstens: Herr, erneuere uns! Rom begrüßt es, dass der Kardinal mit der Verfasstheit der Kirche so hart und öffentlich ins Gericht geht. Er war nicht ungehörig, er soll weiterkämpfen – weil um die Zukunft jetzt gekämpft werden muss. Die Reformerstimme ist zu wichtig fürs Austragshaus, dahinter stehen noch viele Katholiken, die es zu halten und zu ermutigen gilt.


Viel Zuspruch für Kardinal Marx: "Ein starkes kirchenpolitisches Signal"


Zweitens: Das Kirchenoberhaupt bestärkt zwischen den Zeilen Marx’ Angriff auf die Gegenspieler bei der Aufklärung des sexuellen Missbrauchs. Unabhängig von der persönlichen Mitschuld sei jeder einzelne Bischof gefragt, für die „Skelette im Schrank“ Verantwortung zu übernehmen. Also auch der Kölner Kardinal Woelki.

Drittens aber: Der Papst ist Jesuit, Jesuiten denken gern ins Weite, wo es freiheitlich, aber abstrakt wird. Die „Bitte um die Gnade der Scham“, von der er schreibt, ist ja noch keine Strategie, weder für Marx noch für die Opfer.

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