Mittwoch, 25.11.2020

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Neues ICE-Werk in Nürnberg: SPD will Informationen von der Bahn

Hupende Züge in der Nacht sollen unbedingt vermieden werden - 07.11.2020 06:00 Uhr

Das ICE-Instandhaltungswerk in Köln-Nippes bringt seit 2018 die Anwohner um den Schlaf. Jetzt rücken Bürger der Bahn mit Klagen zu Leibe.

06.11.2020 © Daniel Saarbourg/Deutsche Bahn AG


Fraktionschef Thorsten Brehm hat bei einem Gespräch mit den Genossen am Rhein erfahren, dass das im Jahr 2018 eröffnete Werk in Köln nicht nur schöne Züge hat. Zwar habe es keine Diskussionen um den Standort des Fernverkehrswerkes gegeben, dessen Zwilling nun in Nürnberg entstehen soll, berichtet Brehm unserer Redaktion.

Jedoch quälten Anwohner Licht und Lärm. Die langgezogenen Gebäude im Stadtteil Köln-Nippes, in dem Schnellzüge der neuesten Generation gewartet werden, sind vor allem nachts hell angestrahlt, die Beleuchtung stört die Nachbarschaft. Vor allem aber kämpfen die Bürger dort gegen laut hupende Loks mitten in der Nacht.

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Mit Trommelwirbel, Lichtshow und Konfetti hat die Deutsche Bahn am Mittwoch im Berliner Hauptbahnhof die Premiere des neuen ICE gefeiert. Ab Spätherbst ist er auf der Strecke Hamburg, Fulda, Würzburg, Nürnberg, München unterwegs. Wir durften uns den neuen Hightech-Zug vorab anschauen.


Hupen tröten nachts

Markerschütternde Töne lässt die Bevölkerung aus dem Schlaf schrecken, die Angelegenheit hat bereits den Landtag von Nordrhein-Westfalen beschäftigt, doch beim Streit um Dezibel und Imissionsmessung ist man noch nicht viel weiter gekommen.


Protest gegen neues ICE-Werk: "Das ist Wahnsinn"


Denn wenn ein Zug, der für den Einsatz am anderen Tag fit gemacht wurde, die Hallen wieder verlässt, muss der Lokführer zwingend das Makrofon testen, die Hup-Anlage des ICE. Aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen ist der Makrofon-Test in der Halle verboten: Für die Beschäftigten ist das Geräusch zu laut.

Viel Wald müsste gerodet werden

Weil das Weisungsrecht ausschließlich beim Eisenbahn-Bundesamt liegt, sind sowohl Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker als auch das Land machtlos. Und das Bundesamt hält an der nächtlichen Huperei fest. Jetzt wollen Bürger mit Unterstützung der SPD die Gerichte anrufen.

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Endlich sind sie da - am kommenden Mittwoch fahren die neuen U-Bahn-Züge der Linie U1 erstmals durch den Nürnberger Untergrund. Nach etwa 10 Jahren Entwicklungszeit sollen sie nach und nach die älteren Modelle ablösen.


Das geplante neue Werk - es wäre das zweite neben dem bestehenden Ausbesserungswerk für Fernzüge älterer Bauart an der Ingolstädter Straße - sei eine "Riesenchance für Nürnberg und die Region", sagt Thorsten Brehm. Doch die Bahn dürfe sich nicht auf den umstrittenen Standort entlang der Regensburger Straße bis nach Altenfurt festlegen. Er sei heikel, weil dort viele Hektar (Bann-)Wald gerodet werden müssten. Geprüft werden müsse etwa auch das Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) bei Feucht, das über einen Bahnanschluss verfüge.

Wie gut kennen Sie die Nürnberger U-Bahn?

© Mark Johnston, ARC

Mehrere hunderttausend Nürnberger nutzen sie jeden Tag. Aber wie viel wissen Sie tatsächlich über die Nürnberger U-Bahn, die Sie tagtäglich von A nach B bringt?

© Karlheinz Daut

© Stefan Hippel

Frage 1/10:

Wie viele U-Bahnlinien gibt es in Nürnberg und Fürth?

© Günter Distler

Frage 2/10:

Welche Aussage über die Nürnberger U-Bahn stimmt?

© Friedl Ulrich

© Friedl Ulrich

Frage 3/10:

In welchem Jahr fuhr die erste U-Bahn in Nürnberg?

© Edgar Pfrogner

© Stefan Hippel

Frage 4/10:

Was machte die Inbetriebnahme der U3 zu einer deutschlandweiten Neuheit?

© Edgar Pfrogner

Frage 5/10:

Wie viele Kilometer Liniennetz werden von der U-Bahn befahren?

Frage 6/10:

Welche U-Bahnstation ist mit solchen blauen Kacheln verfliest?

© Michael Matejka

© Ralf Lang

Frage 7/10:

Was macht die Verbindung der U2 zum Flughafen zu einer Besonderheit?

© Friedl Ulrich

© Rudolf Contino

Frage 8/10:

Wer gilt als Vordenker der Nürnberger U-Bahn?

© Alexander Pfaehler

Frage 9/10:

Wie viele U-Bahnhöfe gibt es insgesamt in Fürth und Nürnberg?

Frage 10/10:

Welche Station ist das?

© Mark Johnston, ARC

450 Arbeitsplätze haben Sogwirkung

Die Bahn solle endlich offenlegen, welche Flächen sie noch in Betracht ziehe, fordert Brehm. Es müsse zudem ein Kriterienkatalog auf den Tisch, um die Areale vergleichbar zu machen. Dabei sei es nicht entscheidend, dass das Werk auf Nürnberger Grund angesiedelt werde. Die 450 Arbeitsplätze, die ab 2028 im neuen Werk entstehen sollen, im dem ICE der neuesten strahlten schließlich auf die gesamte Region aus.

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Der Fraktionsvorsitzende hat die Bahn noch aus einem anderen Grund im Auge: Sie verfügt in Nürnberg über Immobilien und Grundstücke, die zum Teil nicht genutzt werden. Dürfte die Stadt sie erwerben, könnten Quartiere aufgewertet werden, etwa durch die Einrichtung von Parks und Kreativzentren. Die Verwaltung müsse mit dem Verkehrsunternehmen deswegen ins Gespräch kommen, hat Brehm nun Oberbürgermeister Marcus König ans Herz gelegt.

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