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"Nicht zielführend": Stauforscher gegen Tempolimit auf Autobahnen

Einmal mehr spaltet das Thema die Bundesrepublik - auch in Nürnberg - 25.01.2019 10:28 Uhr

Freie Fahrt auf Deutschlands Autobahnen oder nicht? Diese Frage spaltet die Nation einmal mehr. © Sebastian Gollnow/dpa


"Ich halte geregelte Geschwindigkeitsbeschränkungen für gerechtfertigt, wenn der Verkehr dichter wird – durch variable Anzeigen. Das gibt es bereits auf vielen Strecken." Am vergangenen Freitag waren Überlegungen einer von der Regierung eingesetzten Arbeitsgruppe zu mehr Klimaschutz im Verkehr bekannt geworden – darunter ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen. Es handelt sich allerdings um einen ersten Vorschlag, "mit dem in keiner Weise Vorfestlegungen verbunden sind", wie es in dem Papier heißt. Dennoch folgte eine heftige Debatte.

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Ein Tempolimit auf Autobahnen? Wir haben uns in Nürnberg umgehört

Diese Frage spaltet das Land: Soll es eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen geben oder nicht? Während sich die Verkehrskommission unter anderem für eine Begrenzung auf 130 Stundenkilometern ausspricht, seien für Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) solche Forderungen "gegen jeden Menschenverstand gerichtet". Doch wie sehen das eigentlich die Bürgerinnen und Bürger? Wir haben uns in Nürnbergs Innenstadt umgehört.


Schreckenberg sagte: "Bei den wenigen ausgebauten Strecken, die wir noch haben, und der besseren Fahrzeugtechnik, halte ich ein Tempolimit für übertrieben und nicht angemessen". Es gebe drei Argumente, die man für ein Tempolimit anführe. "Das erste ist, Staus zu vermeiden. Das ist aber Quatsch. Die Entstehung von Staus ist nicht primär davon abhängig, ob ich 120 oder 160 fahre. Das zweite Argument ist der geringere CO2-Ausstoß. Doch auch dieses Argument ist nicht haltbar, da sich die Fahrzeugtechnik und damit der Kraftstoffverbrauch verbessert haben. Das dritte ist die Verkehrssicherheit. Aber ob ich mit Tempo 100 oder 160 vor den Baum fahre – ich bin in beiden Fällen tot."

 

 

Eines der größten Risiken sei die Ablenkung von Fahrern etwa durch Smartphones. "Hier muss die Politik ansetzen, um die Unfallzahlen zu senken." Beim Klimaschutz im Verkehr sei das größte Problem, dass der öffentliche Personenverkehr sträflich vernachlässigt werde. Sinnvoll sei ein Nulltarif, der den Staat geschätzt 13 Milliarden Euro pro Jahr koste. "Der öffentliche Verkehr muss gestärkt werden. Nicht nur viele Bahnhöfe sind in einem miserablen Zustand."

dpa

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