Nur noch FFP2-Masken ab Montag: Zuspruch für Söder gerät ins Wanken

12.1.2021, 16:46 Uhr

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fällt immer wieder etwas Neues zur Corona-Pandemie ein. Am Dienstag wartete er mit der Ankündigung auf, im ÖPNV und den wenigen offenen Geschäften des Freistaats werde ab Montag nicht mehr die Feld-Wald-und-Wiesen-Maske akzeptiert, sondern nur noch eine medizinische FFP2-Maske.

Kein Virologe oder Infektiologe wird die Vorteile dieser medizinischen Maske gegenüber den bisher gebräuchlichen "Gesichtslappen" bestreiten. Und doch könnte sie dem bisher hoch angesehenen bayerischen Krisenmanager Söder ziemlich viel Ärger bereiten.

Schon gleich nach der entsprechenden eher beiläufigen Ankündigung am Dienstag brach in der netzgestützten Aufgeregtheits- und Bedenkenträgergesellschaft der Sturm los: Sind die Masken überhaupt in ausreichender Zahl verfügbar? Kann sich die überhaupt jeder leisten? Wird es um die FFP2-Masken wie weiland um das Klopapier harte Verteilungskämpfe geben? Warum hat man das nicht schon viel früher vorbereitet? Hätte man damit ungezählte Infektionen verhindern können? War der bisherige hoch gepriesene Mund-Nase-Schutz Larifari?


Verkehrsverbünde von FFP2-Maskenpflicht überrascht


Die Fragen sind allesamt berechtigt, wenn auch in diesem Fall die Sache nicht so heiß gegessen werden dürfte wie sie gekocht wurde. Der Zuspruch zu Söders Corona-Politik gerät freilich ins Wanken. Kostenpflichtige Überraschungen dieser Art schätzen die Menschen weniger als Verbote, nach 21 Uhr die Wohnung zu verlassen.

Die Staatsregierung täte jetzt gut daran, die Lage durch die Bereitstellung eines bestimmten kostenlosen Masken-Kontingents für jeden bayerischen Bürger zu entschärfen. Kostenlose Corona-Tests für Jedermann konnte man ja auch versprechen, wenn auch anfangs nicht immer optimal organisieren.