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Problemfall: Experten rügen die Gräfenbergbahn erneut

Für die Deutsche Bahn gibt es einen ordentlichen Rüffel aus München - 16.10.2018 05:57 Uhr

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) fordert umgehend mehr Qualität für die Gräfenbergbahn. © Rolf Riedel


"Wir erwarten, dass die DB Netz AG alles unternimmt, um Schäden schnellstmöglich zu beheben und den Betrieb auf der Strecke der Gräfenbergbahn zu gewährleisten", schreibt die BEG auf Anfrage dieser Zeitung.

"Auch für die BEG als Aufgabenträger sind die häufigen Zugausfälle bei der Gräfenbergbahn nicht akzeptabel. In den letzten Jahren ist es immer wieder zu Infrastrukturstörungen gekommen, welche den Betrieb der Gräfenbergbahn massiv beeinflusst haben", erklärt die BEG. So sei es im Jahr 2015 "mehrfach zu teilweise auch längeren technischen Störungen im Stellwerk Heroldsberg" gekommen, die eine Streckensperrung bewirkten.


Schienenersatzverkehr: Strecke der Gräfenbergbahn wird gesperrt


"Durch die personelle Besetzung des Stellwerks seit Dezember 2015 konnten die Probleme mit der Fernsteuerung vermieden werden." Dennoch führten auch "im Jahr 2017 verschiedene Störungen – Beschädigung eines Bahnübergangs, Ausfall des Stellwerks Nürnberg Nordost sowie die Durchnässung eines Bahndamms – zu zahlreichen Störungen und Streckensperrungen."

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Aktuell verursacht laut BEG eine Langsamfahrstelle bei Heroldsberg wegen Gleisverwerfung massive Verspätungen und Zugausfälle. "Die Instandsetzung und -haltung der Infrastruktur liegt im Aufgabenbereich des Infrastrukturbetreibers (DB Netz AG – Bereich Regionalnetze). Die BEG steht dabei in einem intensiven Kontakt mit dem Infrastrukturbetreiber sowie dem Eisenbahnverkehrsunternehmen, um sich über den aktuellen Sachstand der Störungsbehebung unterrichten zu lassen."

Aktuell und noch bis zum 20. Oktober findet auf der Gräfenbergbahn eine planmäßige Streckensperrung wegen der Erneuerung einer Brücke bei Heroldsberg statt. "In diesem Rahmen wird auch die Langsamfahrstelle beseitigt, so dass ab dem 20. Oktober wieder von einem regulären stabilen Betrieb auszugehen ist", so die BEG.

Kein Ausgleich für Ausfälle

Selbstverständlich erhalte DB Regio als Betreiber der Linie "für die ausgefallenen Verkehrsleistungen keinen finanziellen Ausgleich und kann bei Einrichtung eines Busnotverkehrs lediglich einen Anteil des finanziellen Ausgleichs erwarten."

Es sei das Ziel der BEG, "dass die Fahrgäste auf der Gräfenbergbahn künftig wieder eine zuverlässige hohe Betriebsqualität erhalten."

Seit die Verantwortung für die Bestellung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) Mitte der 1990er Jahre auf die Bundesländer überging ist die BEG als Tochterunternehmen des Freistaats Bayern für die Ausschreibung, Bestellung und Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene zuständig. 

Arno Stoffels Reporter-Team E-Mail

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