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Sichert muss gehen: Miazga ist jetzt Bayerns AfD-Chefin

Corinna Miazga mit 305 Stimmen gegen Ebner-Steiner - 14.09.2019 18:05 Uhr

Corinna Miazga ist neue Landesvorsitzende der AfD in Bayern. © Daniel Karmann, dpa


Die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga (36) ist neue Landesvorsitzende der AfD in Bayern. Auf einem Landesparteitag am Samstag im mittelfränkischen Greding setzte sich Miazga unter anderem gegen den bisherigen Landesvorsitzenden Martin Sichert und die AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katrin Ebner-Steiner, durch.


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In der Stichwahl gewann Miazga mit 305 Stimmen gegen Ebner-Steiner (216 Stimmen), die dem rechtsnationalen "Fügel" der Partei zugerechnet wird. Zuvor waren Sichert, der parteiintern schon seit langem in der Kritik stand, und zwei weitere Bewerber ausgeschieden.

In ihrer Bewerbungsrede hatte Miazga betont, nicht für oder gegen irgendjemanden, weder für noch gegen den rechtsnationalen "Flügel" zu kandidieren - sondern für die AfD. Sie mahnte, die AfD dürfe sich nicht in der Öffentlichkeit bekriegen, sondern müsse an ihrem Image arbeiten. Unmittelbar nach ihrer Wahl betonte sie, wichtig sei vor allem die interne "Befriedung" - die müsse nun im Vordergrund stehen.


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Die bayerische AfD ist seit langem gespalten, vor allem zwischen den "Flügel"-Anhängern auf der einen und eher gemäßigten Kräften auf der anderen Seite. Dies war auch auf dem Parteitag in Greding offensichtlich geworden, als Katrin Ebner-Steiner unter großem Jubel ihrer Anhänger überraschend ihre Kandidatur ankündigte. Im Mai hatte sie noch ihren Rückzug aus dem Landesvorstand, wo sie bisher stellvertretende Landesvorsitzende war, angekündigt.

Miazga betonte nach ihrer Wahl, sie sehe sich "ganz normal mittendrin" in ihrer Partei - auch wenn sie einst die "Erfurter Resolution" des "Flügels" mit unterzeichnet habe. Sie sei auch von keinem bestimmten Lager zu einer Kandidatur gedrängt worden.

Sicherts Abwahl kommt derweil nicht völlig überraschend. Seine internen Kritiker hatten dem bisherigen Landeschef in der Vergangenheit wiederholt Organisationsmängel und anderes vorgeworfen.

dpa

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