Söder sieht von Kanzlerkandidatur ab: Das sagen Politiker und Prominente in der Region

20.4.2021, 18:02 Uhr
"Söders Rückzug war eine wichtige, richtige und kluge Entscheidung zum fast letztmöglichen Zeitpunkt, sonst wäre die Union komplett auseinandergebrochen. Denn: Du bindest Menschen nicht, indem du sie vorher auseinander dividierst. Am Ende musst du an Versöhnung und Integration interessiert sein. Diesen Anspruch hat Söder nun formuliert, er verwendet Vokabeln wie „Miteinander“ - und darum geht es. Es wird sich in der Zukunft zeigen, ob sich Anspruch und  Wirklichkeit decken. Söder war strategisch an einem Punkt, wo er mit dem Kopf nicht durch die Wand konnte. So aber kann er sich nochmal zurücklehnen, und wenn es mit Laschet schief geht, kommt an ihm keiner mehr vorbei.“  
1 / 10

Hermann Imhof, früherer CSU-Landtagsabgeordneter aus Nürnberg

"Söders Rückzug war eine wichtige, richtige und kluge Entscheidung zum fast letztmöglichen Zeitpunkt, sonst wäre die Union komplett auseinandergebrochen. Denn: Du bindest Menschen nicht, indem du sie vorher auseinander dividierst. Am Ende musst du an Versöhnung und Integration interessiert sein. Diesen Anspruch hat Söder nun formuliert, er verwendet Vokabeln wie „Miteinander“ - und darum geht es. Es wird sich in der Zukunft zeigen, ob sich Anspruch und  Wirklichkeit decken. Söder war strategisch an einem Punkt, wo er mit dem Kopf nicht durch die Wand konnte. So aber kann er sich nochmal zurücklehnen, und wenn es mit Laschet schief geht, kommt an ihm keiner mehr vorbei.“
  © privat, NN

"Ich fand den Rückzug von Herrn Söder überfällig, vor allem nach seinen vollmundigen Ankündigungen, dass er ohne Groll weichen würde. Es war in meinen Augen unfair, in welche Situation er die Union gebracht hat. Herr Laschet hatte diesen Kampf auch nicht angezettelt. Mit seinem Auftreten hat Söder nicht die Herzen der Menschen gewonnen, wie manche meinen – das wäre eine absolute Übersteigerung seiner Person –, sondern er hat höchstens das Machertum angesprochen."  
2 / 10

Renate Schmidt, Ex-Familienministerin aus Nürnberg (SPD)

"Ich fand den Rückzug von Herrn Söder überfällig, vor allem nach seinen vollmundigen Ankündigungen, dass er ohne Groll weichen würde. Es war in meinen Augen unfair, in welche Situation er die Union gebracht hat. Herr Laschet hatte diesen Kampf auch nicht angezettelt. Mit seinem Auftreten hat Söder nicht die Herzen der Menschen gewonnen, wie manche meinen – das wäre eine absolute Übersteigerung seiner Person –, sondern er hat höchstens das Machertum angesprochen."
  © NN

"Herzlichen Glückwunsch an Armin Laschet zur Kanzlerkandidatur der Union. Gut, wenn die innerparteilichen Scharmützel ein Ende haben. Wir haben diese Woche wichtige Themen zu diskutieren wie etwa die Änderung des Infektionsschutzgesetzes oder den Klimagipfel, den Joe Biden am Donnerstag einberuft. Das was wir beobachten konnten, hat mich darin bestärkt, dass Halt durch Veränderung nicht nur durch inhaltliche Forderungen sondern auch durch einen anderen Politikstil entsteht."  
3 / 10

Lisa Badum, Bundestagsabgeordnete aus Forchheim (Bündnis 90/Die Grünen):

"Herzlichen Glückwunsch an Armin Laschet zur Kanzlerkandidatur der Union. Gut, wenn die innerparteilichen Scharmützel ein Ende haben. Wir haben diese Woche wichtige Themen zu diskutieren wie etwa die Änderung des Infektionsschutzgesetzes oder den Klimagipfel, den Joe Biden am Donnerstag einberuft. Das was wir beobachten konnten, hat mich darin bestärkt, dass Halt durch Veränderung nicht nur durch inhaltliche Forderungen sondern auch durch einen anderen Politikstil entsteht."
  © Stefan Kaminski/Die Grünen, NN

"Die Entscheidung Markus Söders war sicherlich richtig. Das Hin- und Her tut niemandem  gut. Eine solche Debatte nach außen zu kehren, auch nicht. Dabei geht es  jetzt erst richtig los: So ein Wahlkampf ist ja nicht mal eben gemacht. Und die Energie, die in den Kanzlerkandidaten fließen muss, ist sowieso die gleiche, egal ob er Söder oder Laschet heißt. Mit Merkel geht eine Ära zu Ende, das Feld muss neu bestellt werden. Nun geht es um Inhalte. Mir entbehrt die personelle Debatte, auch  in den Medien, auf jeden Fall an Sachlichkeit."   
4 / 10

Marion Grether, CSU-Stadträtin und Direktorin des Zukunftsmuseums Nürnberg

"Die Entscheidung Markus Söders war sicherlich richtig. Das Hin- und Her tut niemandem  gut. Eine solche Debatte nach außen zu kehren, auch nicht. Dabei geht es  jetzt erst richtig los: So ein Wahlkampf ist ja nicht mal eben gemacht. Und die Energie, die in den Kanzlerkandidaten fließen muss, ist sowieso die gleiche, egal ob er Söder oder Laschet heißt. Mit Merkel geht eine Ära zu Ende, das Feld muss neu bestellt werden. Nun geht es um Inhalte. Mir entbehrt die personelle Debatte, auch  in den Medien, auf jeden Fall an Sachlichkeit." 
  © Michael Matejka, NNZ

"Ich denke, Söder kann ganz zufrieden sein mit dem, was er  inszeniert hat: Er hat jede Menge Unruhe in der Union gestiftet und ausgetestet, was möglich ist und was nicht – vielleicht, um sich dann in vier Jahren in Stellung zu bringen. Dann ist Söder 58 Jahre und seine Zeit gekommen. In seinem kurzen Statement hat er psychologisch klug immerzu von "Wir" gesprochen und als ob sein Rückzug selbstverständlich sei. So verwischt  man Spuren und übertüncht, dass man verloren hat. Den Gedanken  lässt er gar nicht an sich ran. Er ist einfach ein Alphatier. Er hat, und das ist das Perfide, bei dem Spiel die ganze Zeit nichts zu verlieren gehabt. Schade trotzdem, dass er jetzt nicht Bundeskanzler wird, denn er wäre der erste in dem Amt gewesen, den ich duze." (lacht)  
5 / 10

Bernd Regenauer, Nürnberger Kabarettist

"Ich denke, Söder kann ganz zufrieden sein mit dem, was er  inszeniert hat: Er hat jede Menge Unruhe in der Union gestiftet und ausgetestet, was möglich ist und was nicht – vielleicht, um sich dann in vier Jahren in Stellung zu bringen. Dann ist Söder 58 Jahre und seine Zeit gekommen. In seinem kurzen Statement hat er psychologisch klug immerzu von "Wir" gesprochen und als ob sein Rückzug selbstverständlich sei. So verwischt  man Spuren und übertüncht, dass man verloren hat. Den Gedanken  lässt er gar nicht an sich ran. Er ist einfach ein Alphatier. Er hat, und das ist das Perfide, bei dem Spiel die ganze Zeit nichts zu verlieren gehabt. Schade trotzdem, dass er jetzt nicht Bundeskanzler wird, denn er wäre der erste in dem Amt gewesen, den ich duze." (lacht)
  © Roland Fengler, NN

"Söder hatte keine andere Möglichkeit mehr, sonst hätte er einen tiefen Bruch in der Union riskiert. Als Sozi kann mir das ja eigentlich wurscht sein, wenn die sich in der Union zerlegen, aber allein das Zuschauen hat geschmerzt. Das war ein schlecht kommunizierter, orchestrierter Streit um einen Posten, den beide haben wollten – auch wenn sich Laschet und Söder bald wieder Arm in Arm fotografieren lassen werden. Im Grunde aber ging es um Macht und Karriere. Es war als ob der Grundvorwurf  an die Politik, das sie nicht altruistisch handele, nur einer Bestätigung bedurfte  - die gab es nun leider, obwohl viele Politiker selbstlos sind."   
6 / 10

Ulrich Maly, Ex-Oberbürgermeister von Nürnberg (SPD)

"Söder hatte keine andere Möglichkeit mehr, sonst hätte er einen tiefen Bruch in der Union riskiert. Als Sozi kann mir das ja eigentlich wurscht sein, wenn die sich in der Union zerlegen, aber allein das Zuschauen hat geschmerzt. Das war ein schlecht kommunizierter, orchestrierter Streit um einen Posten, den beide haben wollten – auch wenn sich Laschet und Söder bald wieder Arm in Arm fotografieren lassen werden. Im Grunde aber ging es um Macht und Karriere. Es war als ob der Grundvorwurf  an die Politik, das sie nicht altruistisch handele, nur einer Bestätigung bedurfte  - die gab es nun leider, obwohl viele Politiker selbstlos sind." 
  © Michael Matejka

"Der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU heißt nun Armin Laschet. Ich gratuliere ihm dazu und bin mir sicher, dass er jetzt all jene eng einbinden wird, die sich wie ich Markus Söder als Kanzlerkandidaten gewünscht hätten. Es kann gar keinen Zweifel geben: Wir in der CSU werden jetzt an seiner Seite in eine harte Wahlauseinandersetzung ziehen, bei der es nicht nur um Personen gehen wird, sondern vor allem um tragfähige Konzepte für die Zukunftsfragen unseres Landes."   
7 / 10

Stefan Müller, Bundestagsabgeordneter aus Erlangen (CSU)

"Der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU heißt nun Armin Laschet. Ich gratuliere ihm dazu und bin mir sicher, dass er jetzt all jene eng einbinden wird, die sich wie ich Markus Söder als Kanzlerkandidaten gewünscht hätten. Es kann gar keinen Zweifel geben: Wir in der CSU werden jetzt an seiner Seite in eine harte Wahlauseinandersetzung ziehen, bei der es nicht nur um Personen gehen wird, sondern vor allem um tragfähige Konzepte für die Zukunftsfragen unseres Landes." 
  © smoe, NN

"Die CDU hat nach meiner Meinung gerade noch die Kurve bekommen, in dem sie ihre politische Auflösung beschlossen hätte, wenn sie mehrheitlich für Söder gestimmt hätte. Die Union insgesamt als stabilisierende, politische Kraft  deckt sich nicht mit Ränkespielen aus Machtgründen. Das Stimmenergebnis zeigt ja, wie hart da gerungen wurde. Das war eine Nagelprobe.  Wenn jemand innerhalb von drei Jahren von einem ganz normalen Landespolitiker zu einer führenden Figur Deutschlands mit einem 80 Millionen Volk wird, dann kann das zu Selbstüberschätzung führen. Verbunden mit einer gehörigen Portion Machtbewusstsein kann das leicht entgleisen."  
8 / 10

Josef Göppel, ehemaliger Bundes- und Landtagsabgeordneter aus Herrieden (CSU)

"Die CDU hat nach meiner Meinung gerade noch die Kurve bekommen, in dem sie ihre politische Auflösung beschlossen hätte, wenn sie mehrheitlich für Söder gestimmt hätte. Die Union insgesamt als stabilisierende, politische Kraft  deckt sich nicht mit Ränkespielen aus Machtgründen. Das Stimmenergebnis zeigt ja, wie hart da gerungen wurde. Das war eine Nagelprobe.  Wenn jemand innerhalb von drei Jahren von einem ganz normalen Landespolitiker zu einer führenden Figur Deutschlands mit einem 80 Millionen Volk wird, dann kann das zu Selbstüberschätzung führen. Verbunden mit einer gehörigen Portion Machtbewusstsein kann das leicht entgleisen."
  © abgeordnete

"Für unsere Region wäre es schon toll gewesen, wenn der Söder Bundeskanzler geworden wäre. Er ist zwar nicht mein bester Freund, aber meinen Respekt und meine Bewunderung hat er. Wenn ich in einen Boxkampf ziehe, will ich den ja auch gewinnen, aber das war nun mal ein Machtkampf ( lacht ). Bevor er sich einen Nagel in den Finger reißt, lässt er es lieber. Tauschen möchte ich mit dem zumindest nicht: Politiker zu sein ist nicht einfach, schon gar nicht in dieser Pandemie. Das Kanzleramt  könnte man mir auch schenken, ich würde es nicht wollen. "   
9 / 10

Peter Althof, Sicherheitsunternehmer und Besitzer eines Box-Clubs aus Nürnberg

"Für unsere Region wäre es schon toll gewesen, wenn der Söder Bundeskanzler geworden wäre. Er ist zwar nicht mein bester Freund, aber meinen Respekt und meine Bewunderung hat er. Wenn ich in einen Boxkampf ziehe, will ich den ja auch gewinnen, aber das war nun mal ein Machtkampf (lacht). Bevor er sich einen Nagel in den Finger reißt, lässt er es lieber. Tauschen möchte ich mit dem zumindest nicht: Politiker zu sein ist nicht einfach, schon gar nicht in dieser Pandemie. Das Kanzleramt  könnte man mir auch schenken, ich würde es nicht wollen. " 
 

"Wir hatten jetzt eine Woche lang eine gute Diskussion um zwei Kandidaten und nun kennen wir das Ergebnis. Es war Söders gutes Recht, dass er seinen Beitrag leisten wollte. Er ist ein Macher. Einer, der Dinge nach vorne bringt. Einer, der Ziele verfolgt. Er wäre ein guter Kanzler gewesen. Aber so sind wir dankbar, dass er uns als Ministerpräsident in Bayern erhalten bleibt. Er hat für Nürnberg viele gute Dinge erreicht und die Stadt profitiert enorm von seinem Engagement."
10 / 10

Marcus König, Oberbürgermeister von Nürnberg (CSU)

"Wir hatten jetzt eine Woche lang eine gute Diskussion um zwei Kandidaten und nun kennen wir das Ergebnis. Es war Söders gutes Recht, dass er seinen Beitrag leisten wollte. Er ist ein Macher. Einer, der Dinge nach vorne bringt. Einer, der Ziele verfolgt. Er wäre ein guter Kanzler gewesen. Aber so sind wir dankbar, dass er uns als Ministerpräsident in Bayern erhalten bleibt. Er hat für Nürnberg viele gute Dinge erreicht und die Stadt profitiert enorm von seinem Engagement." © Michael Matejka

Verwandte Themen