Kurioser Vorschlag

Um Klimaziele zu erreichen: Partei fordert CO2-Steuer für Hunde

Eva Orttenburger
Eva Orttenburger

Online-Redaktion

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22.5.2022, 13:40 Uhr
Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Dementsprechend viele Deutsche haben einen Vierbeiner.

© Foto: imago images/Westend61/Tom Chance,, NN Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Dementsprechend viele Deutsche haben einen Vierbeiner.

Die Treibhausgasemissionen auf der Erde sollen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 sinken. Nicht nur der Bund und die EU sollen dafür Maßnahmen zur Einsparung von CO2 ergreifen, sondern auch die Städte und Gemeinden. In Leipzig sollen beispielsweise die CO2-Emissionen pro Einwohner um zehn Prozent alle fünf Jahre gesenkt werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Freibeuter- eine Partei mit vier Stadträten - einen Antrag zur Einführung einer CO2-Steuer für Hunde gestellt. "Dass der kleine Freund des Menschen seinen Anteil am Klima hat, überrascht auf den ersten Blick", sagt Sven Morlock, einer der Stadträte.

Laut einer Studie des Instituts für Umwelttechnologie der TU Berlin erzeugt ein mittelgroßer Hund während seines Lebens rund 8,2 Tonnen CO2 - ein großer Anteil beträgt davon das Fressen der Vierbeiner, das fast nur aus Fleisch besteht. 8,2 Tonnen CO2 entspricht ungefähr 72.800 Kilometern mit dem Auto, wenn der Wagen etwa fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht. Zum Vergleich: Bei einem Pferd liegt der CO2-Fußabdruck bereits bei 2,4 Tonnen pro Jahr. Ein Mensch kommt in Deutschland pro Jahr auf etwa 8,9 Tonnen CO2-Emissionen - also deutlich mehr als ein Hund (etwa 630 kg pro Jahr) produziert. In Leipzig waren Anfang 2019 21.611 Hunde registriert, die gemeinsam 13.615 Tonnen CO2 pro Jahr erzeugen.

Der Antrag der Freibeuter wurde nun in die Gremien verwiesen und wird analysiert. Eine Einführung der CO2-Steuer in der von den Freibeutern vorgeschlagenen Höhe würde die Abgaben pro Hund von derzeit 96 Euro pro Jahr auf einen dreistelligen Betrag steigern. Damit könnte zwar die Anzahl der Hunde und damit auch die CO2-Emissionen langfristig verringert werden, doch auch die Steuereinnahmen könnten dadurch sinken. Derzeit gibt es nur geringe Chancen, dass die Idee in Leipzig wirklich umgesetzt wird. Für eine hitzige Debatte sorgt der Vorschlag jedoch allemal.

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