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Umweltminister Glauber: Trinkwasser ist viel zu günstig

Forderung: 1000 Liter Wasser sollten fünf Euro kosten - und nicht 45 Cent - 21.01.2020 16:01 Uhr

Thorsten Glauber füllt beim Neujahrsempfang der Freien Wähler die Karl-Knauf-Halle.


Die Bauernproteste gegen die Düngeverordnung waren natürlich Thema beim Neujahrsempfang, doch stand dieser auch im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahlen. Für den Kreisvorsitzenden der Freien Wähler, Stefan Wolbert, bildete der Neujahrsempfang, zu dem auch Freie Wähler-Urgesteine wie der frühere FW-Kreisvorsitzende Walter Hahn (Wiesentheid) oder der Ehrenvorsitzende der Freien Wähler Bayerns und des Bundesverbandes Armin Grein (Marktheidenfeld), gekommen waren, den "offiziellen Start in den Wahlwettbewerb 2020".

"Jeder kann am Rädchen drehen, damit das Neue Jahr besser wird", warb Wolbert ums Mitmachen. Der Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber", den Wolbert als "Staatsminister mit Bodenhaftung" vorstellte, hatte diese schon zuvor beim Gespräch mit den Landwirten bewiesen. Dafür hatte er sich die Zeit genommen. "Es ist keine Frage, mit Bäuerinnen und Bauern in Dialog zu treten". Man müsse sich alles anhören, aber nicht alle Wünsche seien erfüllbar. "Manchmal ist ein ehrliches Nein die bessere Antwort".

Den Generationen zuhören

Die Kommunalwahlen seien für die Freien Wähler die ehrlichste Wahl, sagte Glauber und betonte: "Wir können die Versprechen auch umsetzen." Er kandidiere bei den Kommunalwahlen in seiner Heimat ebenfalls, ist es ihm doch wichtig, verwurzelt an der Basis zu sein, direkt zu erfahren, was kommt vom "oben Durchdachten" unten auch an und wie. Dazu gehört für ihn nicht nur das Zuhören bei den Landwirten, sondern auch das Zuhören bei den Jugendlichen auf der Straße und deren Anliegen zu nehmen.

Als selbstständiger Architekt habe er nach seinem Studium die Erfahrung gemacht, dass die erste Frage beim bauen nachhaltigen Energien gegolten habe. Heute verlören Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Erdwärmespeicher gegenüber schönen Küchen oder Kachelöfen. "Was haben wir falsch gemacht?", hinterfragte er selbstkritisch diese Entwicklung im Zeichen des Klimaschutzes. Er wolle erneuerbare Energien nach vorne bringen, sagte er in der Hoffnung, dass es im vierten Anlauf funktioniere. Wasserstoff sieht er als Technologie der Zukunft, sieht auch im eigenen Land dafür die Kompetenzen, doch die Produkte seien nicht made in Germany.

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Mit diesen Parolen fuhren die Landwirte nach Nürnberg zum Demonstrieren

"Auflagenflut killt Bauernmut", "Koa Bauern, koa Essen, koa Leben" oder "Rettet die Bauern": Tausende Bauern und Traktoren begaben sich am Freitag nach Nürnberg, um gegen die Agrarpolitik zu demonstrieren. Mit diesen Sprüchen machten sie dabei auf ihren Unmut aufmerksam.


Iphofens Bürgermeister Josef Mend werde seine Meinung zum Wasserpreis wohl nicht gerne hören, doch er bekräftigte, dass 1000 Liter Wasser nicht 42 oder 45 Cent kosten dürften, wie das in einigen Kommunen der Falle sei. Dies möge zwar so geregelt sein, dass sei es aber falsch geregelt. Denn bei der Wasserknappheit könne ein so niedriger Preis nicht sein. Fünf Euro pro 1000 Liter sind seiner Meinung nach der richtige Preis.Er arbeite an dem Ziel, das Wasser in der Fläche zu halten, das sei zudem der bessere Hochwasserschutz.

"Ohne Punkt und Komma"

Ein Trockenheitsmanagement werde zudem das wichtigste Projekt sein. Dazu passen auch die Anliegen, über die Josef Mend baldmöglichst mit dem Umweltminister diskutieren will, nämlich über die Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) und die Weinbergbewässerung. Zur Vorbereitung beziehungsweise zur Stärkung dafür gab es von Mend Iphöfer Wein und Spezialitäten vom Eichelschwein.

Eine, die noch schneller Reden kann als Thorsten Glauber, ist Landrätin Tamara Bischof. "Ohne Punkt und Komma" könne sie dies, wie Josef Mend bescheinigte. Sie streifte in 30 Minuten alle Punkte, die den Landkreis berühren, von der medizinischen Versorgung, dem Klimawandel, Tourismus bis zum Öffentlichen Personennahverkehr – bis sie das Tippen auf der Uhr ihrer Tochter Sabrina Bischof bemerkte. Zwei weitere Minuten vergingen dann noch, schließlich stecke in ihr auch nach 20 Jahren Landrätin immer noch viel Herzblut für den Landkreis. Danach ging es im Foyer bei noch bei gemütlichen Gesprächen mit vielen Menschen aus dem Landkreis weiter.

gk

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