Posten bei russischen Staatsunternehmen

"Völlig unvertretbar": Scholz fordert Schröder erneut zum Rücktritt auf

3.5.2022, 09:44 Uhr
Spätestens seit Kriegsbeginn sei es laut Olaf Scholz unmöglich, dass Gerhard Schröder weiter seine Posten besetzt.

© Michael Kappeler/dpa-pool/dpa Spätestens seit Kriegsbeginn sei es laut Olaf Scholz unmöglich, dass Gerhard Schröder weiter seine Posten besetzt.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat seinen Vorgänger Gerhard Schröder (beide SPD) erneut aufgefordert, seine Posten bei russischen Staatsunternehmen niederzulegen. Es sei "völlig unvertretbar, spätestens seit dem Kriegsbeginn unmöglich", dass der frühere Bundeskanzler diese Aufgaben weiter wahrnimmt", sagte Scholz am Montag in einem ZDF-Interview. Ein Bundeskanzler könne seinem Vorgänger aber "keine Befehle geben", fügte er hinzu.

Schröder steht massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten bei russischen Energieunternehmen trennt. Er war schon kurz nach dem Ausscheiden aus seinem Regierungsamt 2005 bei der Pipeline-Gesellschaft Nord Stream eingestiegen. Dort ist er immer noch Vorsitzender des Gesellschafterausschusses. Außerdem ist er Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energieriesen Rosneft und im zuständigen Handelsregister nach wie vor als Verwaltungsratspräsident der Nord Stream 2 AG eingetragen. Für den Aufsichtsrat des russischen Gas-Giganten Gazprom ist er nominiert.