Warum der "Drachenlord" und seine "Hater" nerven

Lorenz Bomhard
Lorenz Bomhard

Ressortleiter Metropolregion Nürnberg und Bayern

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22.9.2019, 15:51 Uhr
Immer wieder ist der 40-Seelen-Ort Altschauerberg Schauplatz von Polizeieinsätzen. Der Grund: Ein Youtuber.

Immer wieder ist der 40-Seelen-Ort Altschauerberg Schauplatz von Polizeieinsätzen. Der Grund: Ein Youtuber. © ToMa/Grau

Nach Altschauerberg im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim würde sich wohl selten eine Polizeistreife verirren. Der idyllische Ort ist kein Schwerpunkt der Kriminalität. Doch seit Jahren sendet ein junger Mann aus diesem Ort Botschaften ins Internet, die mit Verlaub weder Niveau noch wiederholenswerte Inhalte haben. Obendrein droht der selbst ernannte Drachenlord seinen Gegnern mit Gewalt.

Es ist logisch, dass solches Tun Widerspruch auslöst. "Hater" pilgern geradezu in das Dorf. Fraglich ist, ob der Hass nötig ist. Ignorieren wäre sicher sinnvoller – auch für die Polizisten, die in dem kleinen Dorf ständig Straftaten verhindern müssen.


Hassdemo gegen "Drachenlord": Versammlungsverbot in Altschauerberg


Der Drachenlord hatte bisher die Freiheit, seine Gedanken im Netz zu veröffentlichen und damit auch Geld zu verdienen. 3000 Euro monatlich, so die Schätzung, sind ein solides Einkommen. Weil er mit seinen Aktivitäten aber gegen geltende Gesetze verstößt, muss er mit Konsequenzen, etwa von der Landesmedienzentrale, rechnen. Das darf keine leere Drohung bleiben. Hier müssen endlich alle Mittel ausgeschöpft werden, um den sinnlosen Hass von beiden Seiten zu stoppen.

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