Wissen über jüdische Kultur wird vermittelt

Polizeiausbildung im Museum

18.10.2023, 15:07 Uhr
Angehende Polizistinnen und Polizisten erfahren im Jüdischen Museum Franken in Fürth das Wichtigste über jüdisches Leben in Geschichte und Gegenwart.

© Jüdisches Museum Angehende Polizistinnen und Polizisten erfahren im Jüdischen Museum Franken in Fürth das Wichtigste über jüdisches Leben in Geschichte und Gegenwart.

Die zu Beginn des Jahres beschlossene Zusammenarbeit zwischen der Bayerischen Bereitschaftspolizei und dem Jüdischen Museum Franken hat das Ziel, angehende Polizeibeamte und -beamtinnen für jüdische Geschichte und Gegenwart sowie antisemitische Erscheinungsformen zu sensibilisieren. Gleichzeitig sollen durch die gezielte Vermittlung von Hintergrundwissen und Handlungsstrategien ein souveräner und angemessener Umgang mit antisemitischen Vorfällen gefördert sowie die demokratische Resilienz gestärkt werden.

Hierfür arbeitete die Bildungsabteilung des Jüdischen Museums Franken in einem Pilotprojekt im Frühjahr eng mit der IV. Bereitschaftspolizeiabteilung Nürnberg in der Ausbildung zukünftiger Polizisten und Polizistinnen zusammen. Während der Projekttage erhielten sechs Klassen mit insgesamt 133 Auszubildenden in drei Tagen eine Fortbildung zur Geschichte und Gegenwart des fränkischen Judentums und zum Themenschwerpunkt Antisemitismus und Verschwörungstheorien im Museum in Fürth und in der Ausbildungsstätte der Bereitschaftspolizei in Nürnberg. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Fragen zu israelbezogenem Antisemitismus und eine Einführung in den israelisch-arabischen Konflikt. Im Herbst dieses Jahres starten die Fortbildungen im Rahmen der Polizeiausbildung, bei der jährlich mehr als 800 Auszubildende das Jüdische Museum Franken in Fürth besuchen werden. Der Besuch im Museum ist nun fester Bestandteil der Polizei-Ausbildung.

Museumsdirektorin Daniela F. Eisenstein begrüßt die Kooperation, denn die nachhaltige Bildungsarbeit sei nach wie vor ein wichtiges Ziel des Museums. Gerd Enkling, Leitender Polizeidirektor und Leiter der Polizeiausbildung des mittleren Dienstes, unterstreicht: „Gerade in der heutigen Zeit, in der die Gesellschaft immer stärker zerfasert und sich in unterschiedliche leider teils auch demokratiefeindliche Untergruppen zergliedert, ist es für die Polizeiausbildung von zentraler Bedeutung und von immensem Stellenwert, die angehenden Polizisten und Polizistinnen in ihrer Persönlichkeit zu stärken und grundlegende demokratische Werte zu vermitteln.“ Dabei spiele die Sensibilisierung und die Vermittlung entsprechender Gegenmaßnahmen des leider nach wie vor vorkommenden Antisemitismus sowie die damit im Zusammenhang stehenden Verbreitungen von Verschwörungstheorien eine wichtige Rolle.

Micha Fuchs, Ansprechpartner gegen Hasskriminalität insbesondere Antisemitismus der Bayerischen Bereitschaftspolizei, ergänzt: „Gleichzeitig ist es wichtig, nicht allein den Antisemitismus zu fokussieren, sondern auch das jüdische Leben hier in Deutschland in seiner ganzen Breite darzustellen. Daher freut es uns umso mehr, dass wir nun mit dem Jüdischen Museum Franken einen so hochwertigen Partner für diese Thematik gefunden haben.“ Die Kuratorin für Bildung und Vermittlung des Jüdischen Museums Franken, Alisha Meininghaus, hebt insbesondere die Motivation und das Interesse der Polizeiauszubildenden hervor: „Wir blicken äußerst zufrieden auf die Projekttage mit der Bereitschaftspolizei und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

https://juedisches-museum.org

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