Hygiene

Deshalb kann es sich lohnen, zwei Zahnbürsten im Wechsel zu verwenden

Simone Madre
Simone Madre

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21.2.2022, 09:05 Uhr
Für die Mundhygiene ist neben dem Putzen auch die Pflege und Aufbewahrung der Zahnbürste wichtig. 

© wei zhu, Pixabay, LizenzCC Für die Mundhygiene ist neben dem Putzen auch die Pflege und Aufbewahrung der Zahnbürste wichtig. 

Etwa eine Millionen Keime gibt es typischerweise in einer Zahnbürste, erklärte der Mikrobiologe Dirk Bockmühl gegenüber dem swr. Diese Zahl sorgt bei so manchem für ein mulmiges Gefühl. Dabei sind Bakterien und Pilze eigentlich ein ganz normaler Teil unseres täglichen Lebens. Nur zu viele sollten es nicht werden.

Allerdings sind Zahnbürsten aufgrund ihrer Feuchtigkeit und den Speiseresten, die zwischen den Borsten hängen bleiben, ein idealer Ort für Keime. Dazu kommt: Sobald die Toilette gespült wird, werden Darmbakterien in winzigen Tropfen durch die Luft verteilt. Auch an Zahnbürsten konnte Bockmühl diese in einer Untersuchung nachweisen.

Gefährlich sei das für Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Hängen zu viele Fäkalkeime an der Zahnbürste, kann das krank machen. Bei Wunden im Mund können Krankheitserreger aus der Zahnbürste in die Blutbahn gelangen. Häufiger schaden Bakterien aber den Zähnen und dem Zahnfleisch und sorgen beispielsweise für Zahnfleischentzündungen.

Die Zahnmedizinerin Maria Geisinger betont, dass für die eigene Mundhygiene neben dem Putzen auch die Pflege und Aufbewahrung der Zahnbürste wichtig sind.

Wie bewahrt man seine Zahnbürste richtig auf?

Wichtig ist, seine Zahnbürste gründlich auszuspülen, um Zahnpasta- und Essensreste zu entfernen. Ebenso kommt es auf die richtige Aufbewahrung an. Dabei sollte man aber kein geschlossenes Gefäß und auch keine Schutzkappe für die Borsten verwenden. Denn die Keime lieben es feucht und können sich auf einer nassen Zahnbürste schneller ausbreiten.

Stattdessen sollte man die Zahnbürste zwischen den Putzvorgängen gründlich durchtrocknen zu lassen. Dadurch wird die Anzahl der Mikroorganismen deutlich reduziert. Das klappt besonders dann gut, wenn man zwei oder drei Zahnbürsten im Wechseln verwendet.

Von im Internet kursierenden Tipps wie dem Bad der Zahnbürste in heißem Wasser oder in einer Mundspülung hält Bockmühl hingegen nicht allzu viel. Diese würden nicht dafür sorgen, dass die Keimzahl stark sinke.

Wenn man erkältet ist, sollte man sich außerdem den Zahnputzbecher nicht unbedingt mit seinem Partner teilen. Wenn die Bürsten nebeneinander stehen, können Keime übersiedeln - ähnlich wie bei einem Kuss. Wer auf Nummer sicher gehen will, wechselt zudem nach einer überstandenen Erkrankung oder auch einer Herpesinfektion die eigene Zahnbürste aus, um sich nicht erneut mit den gleichen Viren oder Bakterien anzustecken.

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