Keine Maskenpflicht mehr

Experte erklärt: Ansteckungsrisiko ohne Maske im Supermarkt liegt bei nahezu 100 Prozent

8.4.2022, 16:22 Uhr
Seit dem 3. April kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er im Supermarkt die Maske trägt.

© Benjamin Nolte/dpa-tmn Seit dem 3. April kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er im Supermarkt die Maske trägt.

Laut Ulrichs liegt die Gefahr einer Ansteckung im Supermarkt – wenn niemand eine Maske trägt, bei nahezu 100 Prozent. In einem Interview mit dem Nachrichtensender ntv sagt er: Selbst bei einem Abstand von 3 bis 4 Metern "ist das Risiko auf jeden Fall da, dass die Aerosole übertragen werden. Ob sie sich dann auch in meinem Nasen-Rachenraum festsetzen können, die Viren, das ist noch eine andere Frage."

Wenn man dreimal geimpft ist, hat man eine sehr gute Immunabwehr, dann kann das an dieser Stelle zu Ende sein. Aber die Übertragung, die kann sehr wohl stattfinden." Laut dem Experten lässt sich das nur mit dem Tragen von Masken vermeiden. OP-Masken sind dabei nur bedingt geeignet, da die Atemluft hier an den Seiten herausdringen kann.

Der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Berliner Akkon Hochschule für Humanwissenschaften warnt davor, die Maske im Supermarkt wegzulassen.

Der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Berliner Akkon Hochschule für Humanwissenschaften warnt davor, die Maske im Supermarkt wegzulassen. © IMAGO / teutopress

Ulrichs bezieht sich in dem Gespräch auch auf eine Studie des Max-Planck-Instituts vom Dezember 2021. Dort haben Forscher herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung - wenn alle Anwesenden eine korrekt sitzende FFP2-Maske tragen, bei nur 0,1 Prozent liegt. Wird die Maske nicht richtig getragen, steigt die Wahrscheinlichkeit schon auf vier Prozent.

Der Professor empfiehlt im Interview deshalb, die Maske auch in den Frühlings- und Sommermonaten weiter in Innenräumen und vor allem beim Einkaufen zu tragen. "Damit reduziert man nicht nur für sich selber das Risiko, sondern hemmt auch die Viren, sich in dieser für uns günstigen Zeit doch noch zu verbreiten. Sodass wir einigermaßen gut in den Herbst und Winter gehen können".