Vorbereitung ist alles

Mit diesen Tipps machen Sie Ihren Garten garantiert winterfest

Andreas Hofbauer

Volontär

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3.10.2023, 14:55 Uhr
Gartenarbeiten im Herbst sind oft anstrengend, aber lohnend.

© imago images/CHROMORANGE Gartenarbeiten im Herbst sind oft anstrengend, aber lohnend.

Wenn die Tage wieder kürzer werden und eisiger Wind durch die Baumkronen streift, dann steht für Hobbygärtner die Zeit des Jahres an, in der sie den heimischen Garten winterfest machen sollten. Wer in den Frühlingsmonaten seinen Garten wieder in voller Pracht erstrahlen sehen will, der sollte in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Anfang November einige Schutzmaßnahmen für die kalten Monate ergreifen.

Rasen mähen - aber nicht zu kurz

Den Großteil des Gartens macht in der Regel die Rasenfläche aus. Deswegen gilt: Vor dem Überwintern sollte der Rasen gemäht werden. Wichtig dabei zu beachten: Den Rasen nicht zu kurz mähen. Die Gräser müssen ausreichend Licht bekommen, um über den Winter nicht von Moos erstickt zu werden. Empfohlen wird, den Rasen zur Schonung der Grasnarbe auf eine Länge von fünf bis sechs Zentimetern zu schneiden. Der Grasschnitt darf nicht auf dem Rasen liegenbleiben. Das Gleiche gilt für Laub und andere Überbleibsel der Gartenarbeit, wie die Überreste von zurückgeschnittenen Sträuchern oder Bäumen.

Allerdings gilt das nur für den Rasen. In Beeten kann liegengebliebenes Laub helfen, die Pflanzen vor der Kälte zu schützen. Angehäuftes Laub wirkt als isolierende Luftschicht. Insbesondere Rosen, aber auch Erdbeeren, Astern oder Herbstanemonen können davon profitieren. Damit das Laub nicht wieder weggeweht wird, empfiehlt die Bayerische Gartenakademie (LWG), die Blätter mit Tannenzweigen abzudecken.

Das Abschneiden verschiedener Pflanzen, das Entfernen von Laub und das Säubern des Gartens galt lange als Pflicht für ordentliche Bürger. „Diese Arbeiten beschränken sich in einem Naturgarten auf ein Minimum und nützen dabei auch vielen Gartenbewohnern“, erklärt Hubert Siegler, Gartenexperte der LWG. Das Laub ist zudem Nahrung für Bodenlebewesen wie Mikroorganismen. Ein Laubhaufen dient laut LWG als Winterquartier für größere Tiere wie Igel, Eidechsen und Ringelnattern sowie für kleine Tiere wie Käfer, Schmetterlinge und Spinnen. Diese ernähren wiederum Vögel im Garten.

Ein Wärmeschutzvlies schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor übermäßiger Verdunstung und damit vor dem Austrocknen der Pflanze.

Ein Wärmeschutzvlies schützt nicht nur vor Kälte, sondern auch vor übermäßiger Verdunstung und damit vor dem Austrocknen der Pflanze. © Christin Klose, dpa

Damit der Rasen sich nicht auf die Beete ausbreitet, ist es ratsam, die Rasenkanten noch einmal abzustechen. Geeignet dafür sind sogenannte „Rasenkantenstecher“ oder Spaten. Damit die Kante möglichst gerade wird, sollte man eine Schnur als Hilfslinie nehmen oder ein gerades Brett auslegen. Anschließend kann man den Spaten oder Schneider daran entlangführen.

Die Hecken sollten schon ab Oktober nicht mehr zurückgeschnitten werden. In den Blättern befinden sich wichtige Nährstoffe, die die Gehölze in die Triebknospen einlagern und sich so durch den Winter retten. Besser ist es, mit dem Schneiden auf das Frühjahr zu warten. Gleiches gilt für Stauden. "Belassen Sie die abgestorbenen Blätter und Fruchtstände an den Stauden. Sie schützen die Pflanzen und geben Insekten und anderen Kleintieren eine Überwinterungsmöglichkeit", sagt Hubert Siegler. Wer noch keine Stauden hat, für den eignet sich die Herbstzeit ideal zum Pflanzen. Das gilt auch für Zier-, Obst- und Heckengehölze. Sie alle wachsen über den Winter gut an.

Bei "Kühlschranktemperatur"

Bevor man jedoch neue Beete anlegt, sollte man laut LWG zunächst den Garten umgraben. Das sei auch bei Böden mit starkem Unkrautbefall empfehlenswert. Gartenexperte Siegler rät, hauptsächlich schwere und lehmige Böden umzugraben. Das sollte zudem recht spät passieren, „wenn der Boden Kühlschranktemperatur hat“. Gemeint ist damit Ende November oder Anfang Dezember. Beim Umgraben sollte man jedoch nicht tiefer als 15 Zentimeter gehen. Sonst bestehe die Gefahr, Mikroorganismen, die in der oberen Erdschicht leben, zu tief zu vergraben.

Ein Kalkanstrich verhindert, dass die Rinde von Obstbäumen rissig wird und Schädlinge eindringen.

Ein Kalkanstrich verhindert, dass die Rinde von Obstbäumen rissig wird und Schädlinge eindringen. © IMAGO/Zoonar.com/Nadezhda Soboleva

Um die Pflanzen im Garten zu schützen, eignet sich Mulch. So können die Wurzeln vor der Kälte geschützt werden, da der Frost durch die Schutzschicht aus Mulch nicht direkt die Erde erreichen kann. Unterschiedliche Pflanzen können von unterschiedlichen Mulcharten profitieren. Als Faustregel gilt: Organisches Material sollte man bevorzugen. Frisch gepflanzte Bäume und Sträucher benötigen eine Schutzschicht zwischen sieben und zehn Zentimetern. Besitzer von Ziergräsern sollten sie im Winter nicht zurückzuschneiden. Empfohlen wird stattdessen, die Blätter mit einer Schnur schopfartig zusammenzubinden.

Im Herbst sollten Hobbygärtner regelmäßig das Laub vom Rasen entfernen, damit das Gras genug Licht und Luft bekommt.

Im Herbst sollten Hobbygärtner regelmäßig das Laub vom Rasen entfernen, damit das Gras genug Licht und Luft bekommt. © Nestor Bachmann, dpa

Wer im Herbst ein Bäumchen gesetzt hat, sollte nicht vergessen, es mit einem Pfahl zu stützen und anzubinden. Hilfreich bei Obstbäumen ist ein Kalkanstrich. Die weiße Farbe schützt den Baum vor starker Sonneneinstrahlung, damit es an besonders kalten Tagen nicht zu Rissen in der Rinde kommt. Sinnvoller Nebeneffekt: Der Anstrich ist alkalisch und verhindert, dass Krankheitserreger die Baumrinde befallen.

Im Schutz der Hauswand

Wer winterharte Kübelpflanzen hat, sollte diese ab Oktober ebenfalls gegen Frost sichern. Helfen kann, das Pflanzgefäß mit Noppenfolie zu umwickeln. Anschließend wird unter die Pflanze eine Styroporplatte gelegt. Das Gesamtkonstrukt kann man dann an eine Hauswand stellen, um die Pflanze zu schützen. Besonders anfällige Pflanzen wie der Trompetenbaum oder der japanische Ahorn können bei starken Frösten zusätzlich mit Vlies umwickelt werden.

Bodenpflege für den Birnenbaum: Um eine gute Bodenbeschaffenheit zu haben, sollte man rund um den Stamm regelmäßig mulchen.

Bodenpflege für den Birnenbaum: Um eine gute Bodenbeschaffenheit zu haben, sollte man rund um den Stamm regelmäßig mulchen. © Christin Klose, dpa

Ebenfalls zur Wintervorbereitung gehört der Außenwasserhahn. Die Außenwasserzuleitung sollte rechtzeitig abgestellt und entleert werden, sodass bei Frost das Wasser nicht in den Rohren gefriert. Dadurch könnten die Rohre und Wasserhähne Risse bekommen und nicht mehr richtig abdichten, was wiederum zu Schäden am Mauerwerk und der Dämmung führen kann. Für Gartenschläuche und andere Anschlüsse lohnt es sich, diese abzumontieren und über die Wintermonate im Haus zu lagern. Bewährt hat sich ein frostsicheres Außenwasserhahnsystem. Es kann das Einfrieren von Wasser von vornherein verhindern, da nur Luft in den Leitungen zwischengelagert wird.

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