Gravelbikes, Smartphone und Bikepacking

Mountainbiken und SUV-E-Bike: Das sind die Fahrradtrends 2022

Stefan Blank

Region/Bayern

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12.2.2022, 19:39 Uhr
Speed auch auf Schotterpisten - das ist das Versprechen der aktuell sehr beliebten Gravel-Bikes.

© www.cannondale.com | pd-f Speed auch auf Schotterpisten - das ist das Versprechen der aktuell sehr beliebten Gravel-Bikes.

"Besorg Dir ein Fahrrad. Wenn Du lebst, wirst Du es nicht bereuen." Dieser Liebesbeweis fürs Rad wird dem bekannten US-amerikanischen Schriftsteller Mark Twain zugeschrieben. Viele Deutsche haben gerade in der Pandemie ihre Begeisterung fürs Radeln entwickelt. Bei vielen Fahrradhändlern herrschten sogar Lieferengpässe. Doch was bringt das Radl-Jahr 2022?

Expertinnen und Experten des pressedienst-fahrrad (pd-f) haben einige Trends ausgewählt. Die Schlagworte: Lastenräder, Gravelbikes, Montainbiken, Digitalisierung, Neues aus den Bereichen Kinderräder und Radl-Reisen sowie "SUV-E-Bikes".

Mehr Abstellmöglichkeiten für Räder

"Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad", sagte einst Adam Opel, Gründer einer Nähmaschinenfabrik, aus der später einer der größten Fahrradhersteller Deutschlands wurde, ehe das Unternehmen in die Automobil-Produktion einstieg.

Heute befeuern Klimawandel und Verkehrswende den Trend zum mit Muskelkraft betriebenen Zweirad. Experten gehen davon aus, dass das Fahrrad in dieser Entwicklung eine zentrale Rolle einnimmt.

Radeln wird immer beliebter.

Radeln wird immer beliebter. © www.pd-f.de / Luka Gorjup / Lux Fotowerk

Wichtig dabei ist der Ausbau radfreundlicher Infrastruktur. Dabei sollten auch die Parkmöglichkeiten für die Räder nicht außer Acht gelassen werden. Speziell auf Kurzstrecken sind Fahrräder und E-Bikes praktische, schnelle und umweltfreundliche Fortbewegungsmittel.

Als Zweirad oder Dreirad

Los geht das vom Laufrad für Kleinkinder bis zum E-Bike, mit dem auch die ältere Generation wieder in der Lage ist, längere Strecken zu meistern. Auf dem Weg raus aus ihren Nischen könnten laut pd-f Räder mit Handantrieb, Kinder-Laufräder fürs Gelände oder E-Bikes mit kleinen Akkus sein.

"Wie kaum ein anderes Segment stehen Cargobikes symbolisch für die Verkehrswende", teilt der pd-f mit. Die Vorzüge des Lastentransports auf zwei Rädern erkannt hätten Lieferdienste, Familien oder Kleinunternehmen. Dabei gibt es dreirädrige, dynamische zweirädrige mit Federung sowie Modelle mit diversen Gepäckträgerlösungen. Auch Anhänger werden immer beliebter.

Ein Fahrradschloss, das per App aufgeht? Ja, "die Digitalisierung macht auch vor dem Fahrradmarkt nicht Halt", meint der pd-f. Das Smartphone wird vor allem auch bei E-Bikes öfter zur Steuerungszentrale. So gibt es unter anderem eine App, mit der für Reparaturarbeiten benötigte Ersatzteile direkt angezeigt werden.

Markenzeichen der SUV-E-Bikes

Mit Rennlenker abseits von asphaltierten Straßen herumzubrettern ist ein Trend der vergangenen Jahre, der anhält. "Vor ein paar Jahren noch belächelt, sind Gravel-Bikes mittlerweile ein Topsegment im sportlichen Fahrradmarkt", meinen die Experten des pd-f. Dabei gebe es je nach Bedarf sehr unterschiedliche Räder.

"SUV-E-Bikes" können ebenfalls ein Trend für 2022 sein: Sport Utility Vehicles, kurz SUV, nehmen im Autobereich seit Jahren rasant zu. Jetzt ziehen E-Bike-Hersteller nach. Die SUV-E-Bikes sind mit alltagstauglicher Komplettausstattung mit Licht, Gepäckträger und Schutzblechen ausgestattet. Markenzeichen seien jedoch wie beim Auto-Pendant breitere Reifen - wie beim Mountainbike.

Auf zwei Rädern können auch die Kleinen schon richtig großen Spaß haben.

Auf zwei Rädern können auch die Kleinen schon richtig großen Spaß haben. © www.eightshot.com | Stephan Peters | pd-f

Das Mountainbiken selbst ist weiter einer der großen Freizeitsport-Trends in Deutschland - gerade auch in der Coronazeit. Dank E-Mountainbikes kommen auch Frauen und Männer in den Genuss, durch die Natur rollen zu können, die sonst seltener auf dem Rad unterwegs oder trainiert sind.

Wachsender Wirtschaftsfaktor

Für Radbegeisterte, die längere Touren, sprich Radreisen oder sogenanntes Bikepacking, machen, werden die Angebote stetig ausgebaut. Laut pd-f habe sich Fahrradtourismus zu einem starken und wachsenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. 2018 habe der Umsatz laut einer Studie der Westfälischen Hochschule 11,6 Milliarden Euro betragen.

Bei Kinderrädern gibt es in den vergangenen Jahren eine deutlich sichtbare Entwicklung. Die Zweiräder für die Kleinen sind keine Räder für Erwachsene in klein mehr, "sondern ergonomisch durchdachte und angepasste Fahrzeuge", wie der pd-f meint.

Bis zur Relativitätstheorie

Immer wichtiger wird auch, wo die Räder hergestellt werden. Der Trend dabei: Made in Europe. "Da bislang viele Rahmen und Komponenten in Asien gefertigt werden, arbeiten einige Hersteller aktuell daran, die Fertigung in Europa zu stärken, um sich krisenfester zu machen", heißt es vom pd-f. Dabei spiele auch Nachhaltigkeit eine Rolle, beim Aspekt ökologische Fertigung der Produkte und Entsorgung gebe es Nachholbedarf. 22 Unternehmen haben Ende 2021 deshalb eine Bike-Charta für nachhaltiges Handeln ins Leben gerufen.

Nicht nur mit diesen Trends soll der Fahrrad-Sektor weiter wachsen - und hatte und hat sehr bekannte Fürsprecher: So soll Albert Einstein über die Relativitätstheorie gesagt haben: "Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr."

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