Silberfischbefall

Silberfische in der Wohnung: Ursachen und Hausmittel zur Bekämpfung

Simone Madre
Simone Madre

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28.6.2022, 08:59 Uhr
Silberfische sind circa einen Zentimeter groß (Symbolbild). 

© Joe Re (divotomezove), Pixabay, LizenzCC Silberfische sind circa einen Zentimeter groß (Symbolbild). 

Silberfische halten sich gerne in warmen Häusern und Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit auf. Dies sind meist das Badezimmer, die Küche oder Waschräume. Besonders beliebte Verstecke der Silberfische sind lose Tapeten, Fugen und Ritzen. Woher die Silberfische kommen, wie man sie wieder los wird und Tipps zur Vorbeugung gibt es im folgenden Beitrag.

Was sind Silberfische?

Silberfische (Lepisma saccharina) sind Schädlinge, deren lateinischer Name frei mit "Zuckergast" übersetzt werden kann. Die Silberfische sind silberfarbene Insekten, welche sechs Beine und fünf Fühler haben. Die kleinen Tierchen sind circa einen Zentimeter groß, lieben ein feucht-warmes Klima, sind nachtaktiv und lichtscheu.

Durch den Schwanz, die Sinnesorgane und Fühler verdoppelt sich die Gesamtlänge der Schädlinge, sodass sie mit bloßem Auge leicht erkannt werden können. Allerdings treiben die Silberfische häufig in der Nacht ihr Unwesen, sodass der Befall erst spät erkannt wird. Die Schädlinge bleiben übrigens nicht nur für eine kurze Zeit ein ungebetener Gast in den eigenen vier Wänden. Denn die Tierchen können bis zu acht Jahre alt werden.

Woher kommen die Silberfische? Ursachen für den Silberfischbefall

Die Ursachen für einen Silberfischbefall sind vielfältiger Natur. Im Folgenden gibt es eine Liste mit möglichen Ursachen für einen Silberfischbefall. Dabei kommen diese immer an Orten vor, an denen sie sich besonders wohl fühlen und bevorzugte Nahrungsquellen finden:

- Ein Schimmelbefall bietet die besten Lebensbedingungen für Silberfische. Hier können sie sich optimal ernähren und fortpflanzen.
- Lufttemperaturen von 80 bis 90 Prozent und Raumtemperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius bieten das ideale Klima für Silberfische.
- Hausstaubmilben, Hautschuppen und Haare dienen in der Wohnung als Nahrungsquelle für die Silberfische.
- Defekte Rohre oder undichte Fugen dienen als gute Verstecke.

Wie bekämpft man Silberfische?

Bevor die Bewohner einen Kammerjäger beauftragen, können sie zuerst einfache Maßnahmen ergreifen, um die Schädlinge zu beseitigen. In vielen Fällen reichen schon bekannte Hilfsmittel und Tricks, sodass der teure Kammerjäger gar nicht mehr notwendig ist. Mit den folgenden Tipps stehen die Chancen erfahrungsgemäß gut, dass die Silberfische schon bald nicht mehr in den eigenen vier Wänden ihr Unwesen treiben.

Backpulver: Backpulver mit etwas Zucker vermengen und als Lockmittel benutzen. Die Silberfische vertragen das Backpulver nicht und sterben infolgedessen.

Raumduft: Betroffene Räume mit Zitronen-, Essig- oder Lavendelduft besprühen oder eine Schale mit dem jeweiligen Duft aufstellen. Die Silberfischchen mögen den Geruch nicht und suchen schnell das Weite.

Klebefallen: Ein mit Honig beschmiertes Papier über Nacht auf den Boden legen. Am nächsten Tag kann die Falle mitsamt den Insekten entsorgt werden. Alternativ gibt es in vielen Drogerien oder Baumärkten spezielle Klebefallen für Insekten.

Feuchter Lappen: Ein feuchter Lappen lockt die Insekten an. Die Bewohner können diesen am nächsten Tag einfach im Freien ausschütteln.

Kartoffeln: Kartoffeln eignen sich hervorragend als Köder. Dabei wird über Nacht eine aufgeschnittene Kartoffel auf eine geöffnete Plastiktüte gelegt. Am nächsten Morgen können Betroffene die Silberfische, die sich nun in der Tüte befinden, aussetzen.

Silberfische im Haus: Wie kann man vorbeugen?

Um den Silberfischen keinen Wohlfühlort zu bieten, ist regelmäßiges Lüften Pflicht. Die Bewohner sollten zwei bis dreimal am Tag für mindestens fünf Minuten in jedem Zimmer die Fenster öffnen. Dabei wird das sogenannte Querlüften empfohlen. Wenn das gegenüberliegende Fenster ebenfalls geöffnet ist, entweicht die feuchte Luft noch schneller. Dies sorgt für eine optimale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent.

Ein trockenes Raumklima führt ebenfalls dazu, dass sich die Silberfische nicht mehr wohlfühlen. Dementsprechend können Bewohner die Wärme des Hauses regulieren. Gut zu wissen: Wenn die Temperatur unter 10 Grad fällt, werden die Silberfische inaktiv.

Prävention in der gesamten Wohnung

Um Silberfischen vorzubeugen, sollten Bewohner mögliche Rückzugsorte der Schädlinge beseitigen. Dazu gehören beispielsweise lose Tapeten, offene Ritzen in Böden oder Fugen. Diese sollten mit Fugenspachtel oder Silikon verschlossen werden. Die Hausbewohner sollten zudem die gesamte Wohnung auf Schimmelbefall untersuchen und einen eventuellen Befall umgehend behandeln.

Prävention in der Küche

Die Hausbewohner bewahren die Essensvorräte bestenfalls in verschließbaren Behältern mit Gummidichtung auf. Denn Lebensmittel sollten nicht geöffnet in der Wohnung liegen, um keine Silberfische anzulocken.

Prävention im Bad

Haare und Hautschuppen sollte man durch ein regelmäßiges und feuchtes Wischen entfernen.

Prävention in den Waschräumen

Frisch gewaschene Wäsche lassen die Hausmänner und -frauen bestenfalls immer im Freien trocknen. Bestenfalls sollte man es vermeiden, nasse Handtücher und frische Wäsche in geschlossenen Räumen trocknen zu lassen.

Woran erkennt man Silberfische?

Wer Silberfische in den eigenen vier Wänden hat, wird diese bei genauem Hinschauen schnell erkennen. Wenn in einem dunklen Raum das Licht eingeschaltet wird, fliehen die Silberfische schnellstmöglich in die Dunkelheit. Danach muss der Hausbewohner sicherstellen, dass es sich tatsächlich um Silberfische handelt. Dafür sollte man die Silberfische mit der Beschreibung abgleichen.

Wie findet man das Nest der Silberfische?

Manchmal tummeln sich Silberfische im Bett, wenn die Weibchen ihre Nachkommen ablegen. Häufig begegnet man Silberfischen in den Wintermonaten, da sie dann Schutz in Tapeten, Fugen, Schlitzen oder defekten Rohren suchen. Die Tierchen sind nachtaktiv und meiden die Helligkeit, weshalb sich ihre Verstecke häufig tief in den Spalten und Ritzen im Gebäude befinden.

Jedes Weibchen legt bis zu 100 Eier. Rund 30 Tage später schlüpfen die Nachkommen und sind bereits nach circa vier Monaten ausgewachsen. Die Tierchen sehen bereits am ersten Tag wie erwachsene Silberfische aus. Nachts verlassen sie ihre Verstecke und halten sich bevorzugt im Bad, Küchen oder Waschküchen auf. Um das Nest der Silberfische zu finden, ist somit eine gezielte Suche notwendig.

Sind Silberfische gefährlich für die Gesundheit?

Silberfische sind nicht schädlich für Menschen oder Haustiere. Aus medizinischer Sicht sind die Insekten harmlos und übertragen keinerlei Krankheiten. Dennoch ist ein gezieltes Vorgehen gegen die Tierchen aus hygienischen Gründen angebracht. Schließlich möchte wohl niemand, dass sich Silberfische im Essen befinden oder im Bett tummeln. Da jedoch keine Gefahr von den Schädlingen ausgeht, können die Bewohner eine schonende Methode nutzen, um die Silberfische wieder nach draußen zu befördern.

Können Silberfische auch Vorteile bieten?

Silberfische ernähren sich bevorzugt von eiweiß- und stärkehaltigen Stoffen wie zum Beispiel von Haaren, Textilien, Hautschuppen, Papier, Mehlprodukten, Hausstaubmilben, toten Insekten oder Schimmelpilzen. Entsprechend können sie auch als Warnsignal für einen möglichen Schimmelbefall verstanden werden. Bei Menschen mit einer Hausstauballergie zahlen sich die Schädlinge in geringer Population für die Betroffenen aus.

Aber Vorsicht: Bei größeren Populationen knabbern die Schädlinge Lebensmittel an, zerstören ganze Tapeten oder nisten sich im Bett ein. Also sollte man gegen die Schädlinge vorgehen und diese aus den eigenen vier Wänden entfernen. Prävention ist jedoch das A und O, um derartige Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Wie Sie Ihre Wohnung in Top-Zustand erhalten können

Da die Arbeit in einer Wohnung nie aufhört, haben wir für Sie eine Liste mit wichtigen Beiträgen erstellt:

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