Gartenarbeit

Vorsicht Engerlinge: Diese Tiere können Ihre Pflanzen zerstören

Simone Madre
Simone Madre

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9.5.2022, 10:31 Uhr
Eine bestimmte Engerling-Art fressen die Wurzeln von Pflanzen so stark an, dass diese absterben.

© Katja Lenz Eine bestimmte Engerling-Art fressen die Wurzeln von Pflanzen so stark an, dass diese absterben.

Eine weißliche Raupe mit schwarzem Punkt schlängelt sich über die Erde, eine zweite buddelt sich gerade hervor. Passend dazu lässt die Tomatenpflanze, in deren Topf sich die beiden befinden, seit einigen Tagen ihre Blätter hängen. Aber was sind das für Tiere? Und haben sie der Tomate geschadet? Was Sie über die sogenannten Engerlinge wissen müssen, lesen Sie hier.

Was sind Engerlinge - und wie sehen sie aus?

Wer Raupen im Garten oder auf dem Balkon findet, hat möglicherweise Engerlinge entdeckt. So nennt man die Larven verschiedener Blatthornkäferarten, von denen einige harmlos und einige schädlich sind. Fast in jedem Garten kann man sie finden.

Je nach Art sehen die Engerlinge etwas anders aus. Gemeinsam haben sie drei kräftige Beinpaare in der Nähe des Kopfes. Der Laib ist meist hell und hat hinten einen dunklen Fleck, manche Arten sind aber auch orange bis braun. Junge Engerlinge sind nur einen Zentimeter groß, später sind bei Maikäfer-Engerlingen bis zu sechs Zentimeter möglich. Als Raupen bezeichnet man übrigens eine Form der Larven, andere ähneln eher Würmern oder Insekten.

Engerlinge leben je nach Art zwei bis vier Jahre in der Erde, bevor sie zum Käfer werden. Die Larven des Rosenkäfers sind dabei Nützlinge, die tote Wurzeln und Holz zu Humus zerkleinern. Sie sind laut Bundesartenschutzverordnung eine besonders geschützte Art und dürfen nicht verletzt oder getötet werden. Die Raupen des Maikäfers allerdings fressen auch lebendiges Wurzelwerk und können somit Pflanzen schaden. Zu einem Problem werden sie allerdings meist erst, wenn sie gehäuft auftreten.

Da sie in der Erde leben, sieht man von den Engerlingen meist recht wenig. Oft fallen die Tierchen beim Umgraben oder Einpflanzen auf. Beschädigte Pflanzen scheinen grundlos einzugehen. Sind besonders viele Wurzeln durchgeknabbert, lassen sie sich einfach aus dem Boden ziehen. Gräbt man dann an dieser Stelle, sieht man oft Engerlinge.

Wie unterscheidet man schädliche und nützliche Engerlinge?

Der Engerling des Rosenkäfers hat kurze Beine und ist am hinteren Ende etwas dicker als am Kopf. Dreht man ihn auf den Rücken, sodass seine Beine nach oben schauen, bewegt er sich ohne Beinarbeit weiter fort - indem er sich raupentypisch in wellenförmigen Bewegungen weiterschiebt. Zudem ist er oft im Komposthaufen zu finden.

Das hier sind Rosenkäfer-Engerlinge, erkennbar an den kurzen Beinen und der Verjüngung am Kopf.

Das hier sind Rosenkäfer-Engerlinge, erkennbar an den kurzen Beinen und der Verjüngung am Kopf. © Petra Göschel, Pixabay, LizenzCC

Maikäfer-Engerlinge haben längere und kräftigere Beine. Wenn man sie auf den Rücken legen will, krümmen sie sich C-förmig zusammen und bleiben entweder liegen oder schlängeln sich in Seitenlage weiter. Betroffen von Pflanzenschäden sind oft Kartoffeln, Salat, Erdbeeren und Karotten, aber auch andere Wurzeln werden nicht verschmäht.

Droht 2022 eine Maikäferplage?

Mehrere Medien warnen vor einer Maikäferplage 2022. Was steckt dahinter? Hin und wieder gibt es Jahre, in denen massenhaft Maikäfer auftreten. Da die Tiere sich nicht nur als Larve, sondern auch als Käfer von Pflanzenteilen ernähren, können sie die Landwirtschaft gefährden. In früheren Zeiten sorgten Maikäferjahre immer wieder für Hungersnöte. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren wurden sie daher stark dezimiert.

Um herauszufinden, wann viele Maikäfer schlüpfen werden, gibt es an einigen Stellen in Deutschland regelmäßige Bodenproben. Laut Naturschutzbund ist 2022 ein (Wald-)Maikäferjahr in Südhessen und Nordbaden. Das heißt allerdings nicht, dass besonders viele Engerlinge zu sehen sind. Stattdessen gibt es sechs Wochen eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Käfern. Sie ernähren sich von Blätter und legen ihre Eier in den Boden. Viele der betroffenen Bäumen erholen sich aber wieder und bilden im Juni neue Blätter.

Was kann man bei einem Befall tun?

Einzelne Engerlinge im Garten sind meist kein großes Problem. Aber was tun, wenn es mehr sind - oder erste Pflanzen bereits kaputt gehen? Eine zeitintensive Methode ist das Absammeln von Engerlingen. Die Larven kann man gut mit Nässe an die Erdoberfläche locken. Dafür wartet man bis zum nächsten Regenguss oder greift selbst zur Gießkanne.

Wer Igel, Maulwürfe oder Mäuse im Garten hat, hat Unterstützung im Kampf gegen die Larven und Käfer. Beide stehen nämlich auf dem Speiseplan der Tiere. Somit wird die Population klein gehalten.

Wenn das alleine nicht reicht, kann man im Fachhandel auch Fadenwürmer, so genannte Nematoden kaufen. Diese werden mit dem Geißwasser verteilt und töten Engerlinge ab. Am effektivsten sind sie kurz nach dem Schlüpfen der Larven, also im Mai bis August. Auch mit Pflanzen kann man sich vor Maikäfern schützen: Rittersporn und Geranien sind giftig für Engerlinge, ebenfalls abschreckend wirkt Knoblauch.

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