Wie gelingt dem Treuchtlinger Tourismus ein Renaissance?

15.11.2020, 12:18 Uhr

© TK-Archiv / Patrick Shaw

Zunächst verschafften sich die Ratsmitglieder einen Überblick über die "Haben-Seite". Denn zu bieten habe die Altmühlstadt einiges: zertifiziertes Heilwasser und einen anerkannten Kurbetrieb in der Altmühltherme, den Kurpark, den Adventure Campus, die Kur- und Touristinformation mit dem Naturpark-Informationszentrum, etliche eigene Rad- und Wanderwege, den Mountainbike-Trailpark im Heumöderntal, den Bootstourismus und vieles mehr.


Stadtmarke: Gesundheit als neue Treuchtlinger Identität?


Doch was fehlt? Die Arbeitsgruppe war sich schnell einig, dass es an der fehlenden Bekanntheit Treuchtlingnes als Urlaubsort liegt und für Gäste an Gründen mangelt, länger als nur ein oder zwei Nächte zu bleiben. Zudem sei die Vermarktung ungenügend. Die Aufenthaltsqualität und die Außendarstellung der Stadt müssten dringend optimiert werden.

© Altmühltherme

Da der geplante Workshop mit Bürgerbeteiligung Anfang November wegen Corona verschoben wurde, soll das dafür nötige Tourismuskonzept nun im Anschluss an die Markenentwicklung als "Kompass für die weitere Stadtentwicklung" ab Anfang nächsten Jahres erstellt werden. Wie aus der Bürgerbefragung zur Standort- und Tourismusentwickung (Gesamtergebnisse folgen in Kürze) hervorging, sollen Natur, Sport und Gesundheit dabei die zentralen Themen sein. Zudem soll es klarer definierte Zielgruppen geben.

Ein Gesamtpaket muss her

Ein weiterer Aspekt ist die Vernetzung der Freizeitanbieter und Gastgeber untereinander sowie mit der Touristinformation. Nur eine konsequente Zusammenarbeit könne "runde" Urlaubserlebnisse schaffen, so der Tenor. Ebenso wichtig sei die einfache Buchbarkeit der Produkte – bestenfalls stets online.


Welche Zukunft hat der Tourismus in Treuchtlingen?


Darüber hinaus hält es die Arbeitsgruppe für dringend notwendig, die Gastgeber für den Tourismus zu begeistern und sich auf dessen Anforderungen einzulassen. Derzeit lebe das Treuchtlinger Gastgewerbe mehrheitlich von Dienstreisenden, die im Gegensatz zu Urlaubern wesentlich weniger Geld in der Stadt lassen.

© Fotomontage: TK-Archiv / suma Support Management

Neben dem erhofften Hotel an der Therme seien auch Projekte wie ein "Glampingdorf" denkbar – also luxuriöses ("glamourous") Camping. Der Trend der außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten habe schon im Seenland mit den Hausbooten Erfolg und sei auch für Treuchtlingen erfolgversprechend.

Gesundheit und Natur

Für die Touristinformation heißt das nach Ansicht der Ratsmitglieder, künftig stärker als "Destination Manager" aufzutreten und den Standort als Ganzes zu vermarkten. Dafür brauche es eine stabile Finanzierung und Vermarktungskonzepte für verschiedene Zielgruppen.

Das Thema Gesundheit möchte die Arbeitsgruppe moderner aufgreifen, etwa in Form von sportiven oder entschleunigenden Präventionsangeboten in Verbindung mit der Natur. Auch die Ergebnisse der Bürgerbefragung zielen in diese Richtung ab. Konkrete Ansätze sind beispielsweise das bald startende Waldgesundheitstraining oder das ab Januar buchbare Kombi-Angebot "#gesundkannjeder" aus Ernährung, mentaler Balance und Fitness.

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