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2000 Impfgegner demonstrieren in Nürnberg ohne Mindestabstand - und umarmen sich demonstrativ

Viele trugen keine Masken - Polizei erwog Auflösung - 09.05.2020 17:22 Uhr

Mehr als 2000 Menschen trafen sich am Samstag an der Lorenzkirche, um gegen eine Impflicht zu demonstrieren. © Elke Graßer Reitzner


Die Teilnehmer der ersten Kundgebung von "Lesen für Demokratie" starteten gegen 12.15 Uhr und mahnten zur Wahrung des Grundgesetzes. Grüppchen von Menschen waren erschienen, sie hielten sich jedoch an die Vorgaben wie die Einhaltung des Mindestabstands. Etwa 45 Minuten später löste sich die Veranstaltung planmäßig auf - während der Corona-Pandemie dürfen Demonstrationen maximal eine Stunde dauern.

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2000 Impfgegner demonstrieren an der Lorenzkirche

Der Mindestabstand wurde am Samstagnachmittag an der Nürnberger Lorenzkirche nur selten eingehalten. 2000 Menschen hatten sich dort versammelt, um gegen eine Impfpflicht in der Corona-Krise zu demonstrieren. Darunter waren auch Rechtsextreme und Anhänger von Verschwörungstheorien.


Um 14 Uhr folgten Demonstranten, die gegen eine Impfpflicht zu Felde zogen. Mit Schildern wie "Gegen Mundschutz-Pflicht" und "Nein zur Zwangsimpfung" waren mehr als 2000 Menschen erschienen. Immer wieder skandierte die Menge "Wir sind das Volk". Einige Teilnehmer gaben sich zudem deutlich als Anhänger von Verschwörungstheorien zu erkennen: "Über meinen Körper bestimme ich und nicht Bill Gates" war auf einem der Schilder zu lesen. Ein anderer Teilnehmer hatte auf sein T-Shirt geschrieben: "Ich habe in meinem Leben die Grünen, die Linken gewählt. Ich bin kein Rechtsextremist." Aber es hatten sich mehrere bekannte Rechtsextreme unter die Menge gemischt. Vertreter der Hooligan-Szene und der Gelbwesten-Vereinigung waren ebenfalls anwesend, einige Teilnehmer warben außerdem für die neue Gruppierung "Widerstand 2020", unter anderem mit Schriftzügen auf ihrer Kleidung.

Demo auch in München - Polizei mit Lautsprecherdurchsagen

Die 50 Menschen, die die Demonstration angemeldet hatten, blieben ordnungsgemäß innerhalb einer Absperrung an der Lorenzkirche. Außerhalb dieses Berreichs herrschte allerdings großes Gedränge, viele der Demonstranten hielten nichts von Masken und Mindestabstand. Einige von ihnen hatten sogar Kinder mitgebracht, die in der Menge spielten. Die Polizei bat immer wieder um Abstand und durchkämmte die Reihen, um die Menschenmasse aufzulockern. Zeitweise hatten die Einsatzkräfte sogar erwogen, die Demonstration aufzulösen, sich aber dagegen entschieden. Die Kundgebung war gemäß der Auflagen nur bis 15 Uhr genehmigt, allerdings herrschte auch danach noch großes Gedränge. Einzelne Gruppen riefen zum Widerstand auf und skandierten "Widerstand" und "Freiheit". Die Polizei begleitete sie bis fast vor den Nürnberger Hauptbahnhof.

Der Protest in Nürnberg war nicht der einzige dieser Art in Bayern, auch in München gingen gut 3000 Menschen auf die Straße. Auf dem Marienplatz in der Landeshauptstadt protestierten sie gegen die aus ihrer Sicht zu strikten Infektionsschutzbestimmungen. Teils verstießen die Teilnehmer auch hier gegen Auflagen und Abstandsregeln. Angemeldet war die Demonstration zwar, allerdings nur für 80 Teilnehmer, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums München sagte. Mit Lautsprecherdurchsagen ermahnten die Einsatzkräfte die Teilnehmer mehrfach. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit hatten die Ordnungshüter die Demo aber laufen lassen und nicht aufgelöst.

egr, amh, tl

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