Zu kleine Boxen und Verstoß gegen EU-Recht

50 Vögel und Nasenbären in einem Kombi: Polizei stoppt grausamen Transport - Tiere verletzt

Tobi Lang
Tobi Lang

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19.9.2022, 11:06 Uhr
Das Schicksal der Enten und Gänse ist nach dem gestoppten Transport ungewiss. 

© Deutscher Tierschutzbund Das Schicksal der Enten und Gänse ist nach dem gestoppten Transport ungewiss. 

Es war gegen Mitternacht am Donnerstag, als der Polizei ein illegaler Tiertransport ins Netz ging. An einer Raststätte an der A6 bei Schwandorf in der Oberpfalz stoppte eine Streife einen Kombi aus Tschechien. In dem Wagen waren etwa 40 Gänse und Enten, zwei schwarze Schwäne, sechs Stelzenläufer und zwei Rote Nasenbären zusammengepferchtauf engstem Raum.

"Die Transportboxen waren aufgrund ihrer Größe für den Transport der Tiere ungeeignet", teilt der bayerische Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes mit. Einige der Vögel seien bereits am Gefieder verletzt worden.

Rote Nasenbären gelten als invasive Art

Die Roten Nasenbären machen den Tierschützern besonders Sorgen. Die Raubtiere aus Mittel- und Südamerika sind in Europa als sogenannte "invasive Art" eingestuft. Sie dürfen weder privat gehalten noch gehandelt oder gezüchtet werden. "Somit handelt es sich bei diesem Transport auch um einen massiven Verstoß gegen geltendes EU-Recht", sagt der Tierschutzbund.

Einige der Tiere wurden bei dem Transport verletzt. 

Einige der Tiere wurden bei dem Transport verletzt.  © Deutscher Tierschutzbund

Die Nasenbären wurden konfisziert, die Vögel sichergestellt und "alle Tiere zur weiteren Betreuung Betreuung an sach- und fachkundige Einrichtungen übergeben", sagen die Aktivisten. Ilona Wojahn findet besonders deutliche Worte. "Auch wenn die Tiere vielleicht nur auf Durchreise in Deutschland waren, sind wir froh, dass dieser Transport gestoppt wurde", erklärt die Präsidentin des bayerischen Ablegers des Tierschutzbundes. "Leiden und Schäden werden bereits durch die schlechten Transportbedingungen hervorgerufen und auch die Zukunft der Tiere ist ungewiss."

Die Aktivisten fordern jetzt konsequentes Handeln. "Es darf nicht sein, dass Händler und Transporteure, die gegen die Gesetze verstoßen, die Tiere zurückbekommen", so der Tierschutzbund.