Agentur plant Party-Event auf dem Nürnberger Fernsehturm

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Ute Möller

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2.7.2020, 18:42 Uhr

Am 11. und 18. Juli knipst die Nürnberger Werbe- und Eventagentur celebrand im Fernmeldeturm die Lichter an. Aber nicht nur das: "Wir werden den Turm auch von außen mit Großprojektionen zum Leuchten bringen", sagt Agenturinhaber Alex Bondyr.

Er möchte ein weithin sichtbares Zeichen dafür setzen, dass sich weder die Konzert- und Eventbranche noch die Künstler von den Einnahmeausfällen in der Coronakrise unterkriegen lassen. "Aufgeben ist keine Option", sagt Bondyr.


Wird Nürnbergs Fernmeldeturm zu einem Ort für Kunst?


"Dein Sommermoment" heißen die zwei Events, bei denen die Künstler auf der Besucherplattform hoch oben im Fernmeldeturm performen. Am Samstag, 11.Juli, treten ab 19 Uhr fünf Stunden lang Mia Julia, Die Atzen, Oli P., Ina Colada, Hot Banditoz, Hannes! und DJ Papaoke auf.

"Sie spielen oben im Turm, aber die Technik bauen wir unten auf", sagt Bondyr. Der Brandschutz lässt nur wenige Personen zur gleichen Zeit oben im Turm zu, auch die Backstage-Interviews werden aus einem Zelt am Fuße des "Eis" gesendet. Moderatorin ist Sonya Kraus.

Am Samstag, 18.Juli, stehen ab 19 Uhr lokale Größen aus Bayern auf dem Programm, darunter Voices, Bolzwagen, Chiefoke und Stinger. Beide Konzerte können kostenlos gestreamt werden, aber Spenden sind dringend erbeten. Sie sollen die Initiative "Bündnis für Kultur" des Nürnberger Kulturreferats unterstützen. Dank Sponsoren sollen laut Bondyr die Musiker und die Technik nicht ohne Gage nach Hause gehen.

Mut machen und Menschen verbinden

"Die Events sollen Mut machen und die Menschen über den Live-Stream miteinander verbinden." Der Agenturchef fände es durchaus reizvoll, im Fernmeldeturm häufiger "klassische Events" veranstalten zu können.

Laut Benedikt Albers von der Deutschen Funkturm GmbH, der Eigentümerin des Nürnberger Wahrzeichens, tut sich in Sachen neuer Nutzung derzeit nichts Konkretes, man sei aber "in Gesprächen mit der Stadt und der neue Oberbürgermeister Marcus König hat sich den Turm auch schon angeguckt".

Man spüre bei der Deutschen Funkturm durchaus Interesse am Schweinauer "Ei". "Wir wissen, dass die Nürnbergerinnen und Nürnberger sehr an dem Turm hängen", aber ohne öffentliche Mittel funktioniert aus Albers Sicht keine öffentliche Nutzung für Events oder Gastronomie.

In Hamburg steht der "Telemichel" 20 Jahren nach der Schließung der Gastronomie gerade vor der Wiederbelebung. Bund und Stadt stellen 37 Millionen Euro bereit für die bauliche Ertüchtigung wie Brandschutz und Barrierefreiheit. Den Innenausbau der dann wieder zugänglichen Flächen bezahlt ein Pächter-Trio. Darin vertreten ist auch die Hamburger Messe- und Congress Gmbh, die der Stadt gehört. Ein Vorbild für Nürnberg sei das aber kaum, meint Albers.

"In Hamburg steht der Turm unweit des Haupteingangs der Messe, da bietet es sich an, auch im ehemaligen Drehrestaurant Messeveranstaltungen anzubieten." Für das gastronomische Angebot auf der Plattform des "Telemichel" soll Feinkost Käfer aus München sorgen. Die Eröffnung ist für 2023 geplant.

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