Sonntag, 19.01.2020

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Aischquelle versiegt: War es der Klimawandel oder Gipsabbau?

Aus der Quelle nahe Burgbernheim kommt kein Wasser mehr - 10.01.2020 20:24 Uhr

Von einer sprudelnden Quelle ist hier nichts mehr zu sehen. Die Aischquelle ist ausgetrocknet. © Daniel Karmann/dpa


Das dünne Rinnsal, das noch im Herbst von der Aischquelle südlich des Burgbernheimer Ortsteils Schwebheims ausging, ist inzwischen versiegt, die Quelle ausgetrocknet. Landrat Helmut Weiß hat zur Ursachenforschung im Landratsamt des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim einen Runden Tisch einberufen. In einer Pressemitteilung zu dem nicht-öffentlichen Termin verweist die Kreisbehörde auf einen Zusammenhang zwischen den rückläufigen Niederschlagsmengen und der seit Frühsommer 2019 schwankenden Schüttung der Quelle.

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Dies sei eine übergreifende Feststellung der Teilnehmer gewesen. In den vergangenen acht Jahren ist rund um das Gebiet der Aischquelle ein durchschnittlicher Jahresniederschlag von rund 560 Millimetern weggebrochen. Durchschnittlich lag die Jahresniederschlagsmenge in dem Zeitraum zwischen 422 und 685 Millimeter.

Landrat will alle Maßnahmen ausschöpfen

Trotz leicht steigender Niederschläge im vergangenen Jahr sei der Grundwasserstand bereichsweise weiter gesunken, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Insgesamt hätten sich die Grundwasserstände auf ein historisches Tief hinbewegt. Ob es über die Auswirkungen der nachlassenden Niederschlagsmengen hinaus einen Zusammenhang zwischen dem Gipsabbau im Norden von Burgbernheim und dem Austrocknen der Quelle gibt, könne aktuell fachlich fundiert weder bestätigt noch dementiert werden.

Um ein qualifiziertes Urteil fällen zu können, sollen fünf Grundwasser-Messstellen im Umgriff des Gipsabbaugebietes eingerichtet werden. Dabei handelt es sich um zusätzliche Messstellen, bestätigte Landratsamts-Sprecher Matthias Hirsch auf Nachfrage. Mit Ergebnissen wird für das Frühjahr gerechnet, ausgewertet werden die Daten durch das Bergamt Nordbayern und das Wasserwirtschaftsamt Ansbach. Nach Auswertung der Daten will Landrat Weiß einen weiteren Termin für einen Runden Tisch ansetzen. Er wolle alle Maßnahmen ausschöpfen, um die Aischquelle „wieder zum Leben zu erwecken“.

Christine Berger

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