Denkmalprämierung: Die Preisträger in Ansbach 2018

24.3.2018, 06:00 Uhr
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Burgoberbach, Triesdorfer Straße: kath. Nebenkirche St. Leonhard, sog. Kappelkirche

Neben der Pfarrkirche St. Nikolaus gibt es in Burgoberbach noch die Kirche St. Leonhard, die früher – was heute so nicht mehr wahrzunehmen ist – außerhalb des Ortes lag. Bereits im 15. Jahrhundert war die Leonhardikirche Wallfahrtsort. Noch heute spielt die auch Kappelkirche genannte Nebenkirche während des in Burgoberbach gepflegten Leonhardiritt-Brauchs eine zentrale Rolle. © Julia Krieger

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Burgoberbach, Triesdorfer Straße: kath. Nebenkirche St. Leonhard, sog. Kappelkirche

Der Hochaltar mit Seitenaltären, Kanzel und das Chorgestühl stammen ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Mehrere Gemälde und Skulpturen ergänzen die Ausstattung. Überarbeitungen im 19. und 20. Jahrhundert werden vor allem an der Empore deutlich.; Eine auch im Detail gute Vorgehensweise bei allen Arbeiten kennzeichnet ebenso die Innenrenovierung. Die Schäden an den Wänden und Boden wurden behoben, die Holzdecke repariert und nach Befundlage gefasst. Die komplette Ausstattung wurde untersucht, gereinigt und, wo es nötig war, fachgerecht restauriert. © Julia Krieger

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Burgoberbach, Triesdorfer Straße: kath. Nebenkirche St. Leonhard, sog. Kappelkirche

Das Äußere des anstelle eines Vorgängerbaus ab 1419 entstandenen Saalbaus (Weihe 1487) mit flankierendem Turm und eingezogenem Chor mit geradem Abschluss wird durch spätgotische Formen geprägt. Das Innere der Kirche mit flacher Holzdecke ist weitgehend barock. Ein bemaltes Wappen mit der Datierung 1680 in der Mitte der kassettierten Decke verweist auf den Eichstätter Fürstbischof Marquardt II. Schenk von Castell. © Julia Krieger

Denkmal
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Ornbau, Altmühlbrücke

Zu den Wahrzeichen des Oberen Altmühltals gehört die Altmühlbrücke am sogenannten Unteren Tor in Ornbau. Die aus Sandsteinquadern gemauerte Bogenbrücke entstand in ihrer jetzigen Form nach einer umfassenden Reparatur 1805 bis 1807, geht aber auf einen Vorgängerbau aus dem frühen 18. Jahrhundert zurück. Insgesamt fünf Joche in unterschiedlichen Spannweiten schlagen die Brücke über die Altmühl. Am südlichen Zugang zur Brücke, die an dieser Stelle eine leichte Kurve zieht, verläuft noch ein sechster Bogen über einem mittlerweile verlandeten Seitenarm der Altmühl. An der Oberstromseite sind keilförmige Vorköpfe als Strömungsbrecher vor die Brückenpfeiler gesetzt. Flussabwärts, auf der anderen Brückenseite, werden drei Pfeiler um halbrunde Kanzeln als Ausweichlager für Fußgänger erweitert. Die umlaufende Brüstungsmauer ist direkt auf das Kranzgesims gesetzt. Im nördlichen Ausweichlager ist der Brückenheilige Nepomuk aufgestellt (gestiftet 1736), an der südlichen Auffahrt befindet sich ein Bildstock von 1611. © Julia Krieger

2013 bis 2015 wurde die Brücke saniert. Dabei sicherte man zunächst die Statik. Die Risse in den Bögen wurden vernadelt und verpresst, verlorene Flächen wiederaufgebaut und offene Fugen saniert. Durch zusätzliche Mauerungen konnte auch die Brüstung gefestigt werden. Bei allen Reparaturen, von denen hier nur ein Teil genannt ist, wurden ausschließlich denkmalgerechte Baustoffe verwendet. Nach Abschluss dieser hervorragend durchgeführten Maßnahme bleibt die Brücke für den schweren Verkehr gesperrt, was das identitätsstiftende Baudenkmal auch in der Zukunft nachhaltig schonen wird.;
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Ornbau, Altmühlbrücke

2013 bis 2015 wurde die Brücke saniert. Dabei sicherte man zunächst die Statik. Die Risse in den Bögen wurden vernadelt und verpresst, verlorene Flächen wiederaufgebaut und offene Fugen saniert. Durch zusätzliche Mauerungen konnte auch die Brüstung gefestigt werden. Bei allen Reparaturen, von denen hier nur ein Teil genannt ist, wurden ausschließlich denkmalgerechte Baustoffe verwendet. Nach Abschluss dieser hervorragend durchgeführten Maßnahme bleibt die Brücke für den schweren Verkehr gesperrt, was das identitätsstiftende Baudenkmal auch in der Zukunft nachhaltig schonen wird. © Julia Krieger

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Ornbau, Altmühlbrücke

Eine Untersuchung, die der Brückensanierung voranging, ergab 2012 ein umfangreiches Schadensbild. Die auf die Bögen wirkenden hohen Lasten konnten kaum mehr abgeleitet werden. Die Bogenscheitel hatten sich verschoben. Risse längs der Brückenachse ließen ebenso auf statische Probleme schließen wie Schrägrisse in den Kanzeln. Die Brüstungsmauer hatte sich verlagert. Das historische Pflaster der Fahrbahn war verdrückt und gelockert. Neuzeitliche Zementreparaturen hatten mit dem Sandstein reagiert und zu Folgeschäden geführt. © Julia Krieger

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Herrieden, Elbersrother Holz, Binsenkapelle

Die sogenannte Binsenkapelle am Waldrand des Elbersrother Holzes, an der Straße von Schönau nach Sickersdorf (einem zur Stadt Herrieden gehörenden Weiler), zeichnet sich durch seine ungewöhnliche Form aus. Das religiöse Kleindenkmal setzt sich aus einer halbrunden Apsis mit einer niedrigeren Mauer davor zusammen. Da die Apsis durch die nur halb so hohe Kapellenmauer offen bleibt, ist das Holzkreuz innerhalb der Kapelle immer sichtbar. Diese Mischform aus Kleinkapelle und Wegkreuz verleiht dem vermutlich zum Ende 18. Jahrhunderts entstandenen Flurdenkmal seine unverwechselbare Charakteristik. Der verputze Ziegelbau ist ansonsten schlicht gestaltet und nur durch wenige architektonische Elemente gegliedert. © Julia Krieger

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Herrieden, Elbersrother Holz, Binsenkapelle

Die Kapelle befindet sich in Privatbesitz und war in den letzten Jahren renovierungsbedürftig geworden. Das Dach war kaputt, die Kuppel beschädigt. Die Witterung hatte lange auf die Kapelle eingewirkt, was zu einem entsprechenden Schadensbild geführt hatte. ; Durch einen glücklichen Zufall wurde die Marianische Männerkongregation Herrieden, die sich schon häufiger erfolgreich für die Renovierung von Kleindenkmälern engagiert hat, auf dieses architektonische Schmuckstück aufmerksam. Sie widmete sich auch diesem Objekt. Die Stadt Herrieden unterstützte sie mit der Übernahme von Materialkosten. Dennoch ist es hauptsächlich der Initiative und der tatkräftigen Arbeit der Marianischen Männerkongregation zu verdanken, dass die Kapelle erhalten werden konnte. © Julia Krieger

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Leutershausen-Jochsberg, Brauhausweg 1

Eine klare Fassadengestaltung zeichnet das klassizistische, 1819 entstandene, repräsentative Wohnhaus im Jochsberger Brauhausweg aus. Die Fassade des zweigeschossigen Gebäudes mit sieben zu vier Fensterachsen auf einem Sockelfundament wird durch breite Ecklisenen eingefasst. Ein doppeltes, an den Ecken verkröpftes Gurtband und ein profiliertes Kranzgesims gliedern den Walmdachbau horizontal. An den Längsseiten wird jeweils das Zentrum leicht von der einheitlichen Gestaltung der rechteckigen Fenstergewände abgehoben. © Wiltrud Gerstner

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Leutershausen-Jochsberg, Brauhausweg 1

Die Fassade wurde 1974 zuletzt renoviert. Nicht nur witterungsbedingt hatte sie seither sehr gelitten. In vollständiger Eigenleistung, und dabei in steter Abstimmung mit den Denkmalbehörden, führte der Eigentümer 2015 bis 2016 eine erneute Fassadensanierung durch. ; Vor allem der Eingangsbereich auf der der Schauseite zum Hof hin hat eine deutliche Aufwertung erfahren. Eine zwar funktionale, aber unpassende Treppe aus Waschbeton wurde durch eine breit gelagerte Pyramidentreppe in Muschelkalkstein ersetzt. Diese repräsentative Freitreppe führt nun zum restaurierten Eingangsportal, das inschriftlich auf den Bauherrn verweist (G. M. Koerber 1819 = Georg Mathias Körber, Bierbrauer in Jochsberg). © Wiltrud Gerstner

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Wolframs-Eschenbach, Hauptstraße 21

Seit 1210 gehörte Eschenbach dem Deutschen Orden, der in der Folgezeit hier prosperierte und die Stadt bis zur Säkularisation halten konnte. Zunächst war hier Sitz einer Komturei, später eines Amtmanns. Seit dem 14. Jahrhundert erledigte ein Vogt die Geschäfte des Ordens. Sein Dienstsitz war die heute so genannte "Alte Vogtei", eines der wichtigsten Gebäude im attraktivsten Gebäudeensemble der Stadt, das sich aus Kirche, Rathaus und der früherer Vogtei zusammensetzt. © Julia Krieger

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Wolframs-Eschenbach, Hauptstraße 21

Um 1610 wurde dieses mächtige Fachwerkhaus über einem Vorgängerbau errichtet. Giebelständig, mit hohem, mehrgeschossigem Fachwerkgiebel sowie mit einem repräsentativen sandsteinernen Eingangsportal aus der Spätrenaissance versehen, zeigt es selbstbewusst den hohen Anspruch des Deutschen Ordens. Das schlichter gehaltene Rückgebäude ist wenig früher entstanden. Etwa 1720 erfolgte eine Barockisierung, bei der die Innenraumstruktur verändert und eine hochwertige Ausstattung mit Stuckdecken u. ä. eingebracht wurde. © Julia Krieger

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Wolframs-Eschenbach, Hauptstraße 21

Im 19./20. Jahrhundert diente der Bau wechselnden Zwecken, u. a. als Bäckerei, später als Gaststätte, Konditorei, Weinstube und Fremdenunterkunft. Nach wiederholten, kleineren baulichen Maßnahmen hatte man bei einer Modernisierungsmaßnahme in den 1960er Jahren unsachgemäß in die Statik eingegriffen. Das Gebäude hat davon schwere statische Schäden davongetragen. Zuletzt war der Fachwerkgiebel instabil und neigte sich zur Straße hin. Das gesamte Fachwerk war ebenso marode wie weite Teile des Inneren. Als Gasthaus konnte die "Alte Vogtei" seit 2010 nicht mehr betrieben werden. © Julia Krieger

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Wolframs-Eschenbach, Hauptstraße 21

In Verantwortung vor seiner stark mit ihr verbundenen Geschichte hat die Stadt Wolframs-Eschenbach 2013 die "Alte Vogtei" übernommen und bis 2016 grundlegend und auf einem hohen denkmalpflegerischen Niveau instandgesetzt. Zahlreiche Vorbereitungstermine und Bauuntersuchungen gingen der Maßnahme voraus. Anfangs wurde entrümpelt, spätere Anbauten abgebrochen, neue Keller errichtet. Mit umfangreichen, zum Teil diffizilen Zimmererarbeiten konnten Fachwerkkonstruktion und Dachwerk statisch ertüchtigt und repariert werden. Bei der Mauerwerkssanierung wurden sowohl Fugen und Steinoberflächen, als auch die Putzbereiche instandgesetzt. Letztere wurden nach Befund neu gefasst. Den wertvollen historischen Fenster, die ein Holzrestaurator sorgfältig instand gesetzt hatte, wurden innen dämmende Scheiben vorgesetzt. An Fenstern und Türen wurden außerdem die historischen Beschläge fachgerecht restauriert. © Julia Krieger

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Wolframs-Eschenbach, Hauptstraße 21

Die barocke Grundrisssituation blieb weitgehend unangetastet. Aufwendig wurden hier alle, zum Teil unter Verkleidungen und Farbschichten verborgene historische Wandflächen freigelegt und behutsam aufgearbeitet, ebenso wie zahlreiche Bohlenbalken- und Stuckdecken. Um das riesige Gebäude als zeitgemäßes Hotel betreiben zu können, musste einer Reihe von Vorschriften entsprochen und die Haustechnik komplett erneuert werden. Die Vereinbarkeit von Brandschutzvorgaben und Denkmalpflege war eine besondere Herausforderung, die hervorragend gemeistert wurde. Zum Zweck einer barrierefreien Erschließung wurde seitlich ein zurückhaltender Anbau angefügt. © Julia Krieger