Sieben Schwerverletzte

Tödlicher Unfall auf der A6: 40 Kilometer Stau nach schwerem Lkw-Unglück

14.6.2022, 12:00 Uhr
Einsatzkräfte sichern eine Unfallstelle mit einem Lastwagen auf der A6 an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern.

© Marius Bulling, dpa Einsatzkräfte sichern eine Unfallstelle mit einem Lastwagen auf der A6 an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, kamen ein 57-jähriger Lkw-Fahrer und dessen Beifahrer am frühen Montagmorgen mit ihrem Lastwagen von der Fahrbahn in Fahrtrichtung Nürnberg ab und durchbrachen die Mittelleitplanke. Der Laster streifte ein entgegenkommendes Auto und kollidierte anschließend mit einem Kühltransporter.

Das Auto kam ins Schleudern und stieß gegen eine Leitplanke. Der 50-jährige Fahrer des Wagens verstarb noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen. Dessen 47-jährige Frau sowie das im Auto befindliche Kind wurden mit schweren Verletzungen per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Der 42-jährige Fahrer des Kühltransporters wurde bei dem Unfall in seinem Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geborgen werden. Die Fahrer beider Lastkraftwägen sowie deren Beifahrer wurden ebenfalls mit schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gefahren. Die genaue Unfallursache ist noch unklar, ein Sachverständiger wurde zur Aufklärung hinzugezogen.

Fatale Folgeunfälle

Vermutlich in Folge des Staus auf der Autobahn Richtung Heilbronn ereignete sich zwischen Herrieden und Aurach ein weiterer Unfall mit einem Schwerstverletzten. Nach Informationen der Polizei wechselte ein 69-jähriger Pkw-Fahrer aus dem Landkris Ansbach gegen 9.20 Uhr mit hoher Geschwindigkeit am Stauende von der rechten auf die linke Spur.

Dabei verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte auf den zwischenzeitlich stehenden Sattelzug. Anschließend drehte sich sein Pkw einmal um die eigene Achse und prallte dabei zunächst gegen die Mittelschutzplanke. Von dort wurde er zurück auf die Fahrbahn und dort zunächst gegen die Sattelzugmaschine sowie anschließend einem weiteren stehenden Sattelzug ins Heck.

Der Mann wurde dabei nach Angaben des Sprechers lebensbedrohlich verletzt und musste von den Ehrenamtlichen der Feuerwehren Aurach und Herrieden mit Rettungsspreizer und -schere aus dem Wrack befreit werden. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Nürnberger Südklinikum. Auch am Tag nach dem Unfall schwebt der 69-Jährige laut Polizei noch in Lebensgefahr. Die beiden Lkw-Fahrer blieben unverletzt. Der Sachschaden dürfte sich nach erster Schätzung der Polizei auf rund 30.000 Euro belaufen.

Auch auf der baden-württembergischen Seite bei Satteldorf bemerkte ein Autofahrer das Stauende offenbar zu spät. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei raste er etwa zwei Stunden nach dem ursprünglichen Unfall ungebremst auf einen am Stauende stehenden Sattelzugauflieger. Rettungskräfte mussten den 24-Jährigen aus dem Wrack befreien, wie die Beamten schilderten. Ein Hubschrauber flog den Schwerverletzten in eine Klinik.

Verkehrschaos hielt den ganzen Tag an

Für die Bergungsarbeiten des ersten Unfalls sperrte die Polizei die Autobahn in beide Richtungen für rund acht Stunden vollständig ab. In beiden Richtung staute sich der Verkehr zeitweise massiv. Die beiden Folgeunfälle führten am Montag dann zusätzlich zu noch längeren Staus und Verkehrsbehinderungen auf der A6. In Richtung Nürnberg reichte der Rückstau auf der viel befahrenen Autobahn zeitweise bis Ilshofen zurück, rund 24 Kilometer vom Unfallort entfernt. In der Gegenrichtung nach Heilbronn staute sich der Verkehr zeitweise auf fast 40 Kilometer bis Ansbach zurück.

Der Artikel wurde zuletzt am 14. Juni 2022 um 12.00 Uhr aktualisiert.


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