Donnerstag, 13.05.2021

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Corona-Selbsttests an den Schulen: So lief der erste Testtag

Die Selbsttests bereiten den Kindern und Jugendlichen keine Probleme, manche Eltern verweigern sich - 14.04.2021 06:00 Uhr

Zehn Mal mit dem Teststäbchen in der Flüssigkeit herumrühren: Lehrer Andreas Uffelmann macht es seinen Schülern vor.

13.04.2021 © Foto: Claudia Lehner


Hände waschen, dann werden Röhrchen, Flüssigkeit, Pipette, Teststreifen und Stäbchen ausgeteilt. Ruhig und geordnet läuft der Corona-Selbsttest der Klasse V8a an der Wirtschaftsschule Dienstag ab 7.30 Uhr ab. Andreas Uffelmann lässt einen Erklärfilm ohne Ton laufen, während er demonstriert, was nacheinander zu tun ist. Es klappt reibungslos. "Ein bisschen hat es gekitzelt", sagt die Schülerin Emily Matos später. Nach 15 Minuten ist klar: Alle Ergebnisse sind negativ. Der Unterricht kann beginnen.

Seit Montag gilt: Nur wer einen negativen Corona-Test nachweisen kann oder diesen in der Schule selbst durchführt, darf am Präsenzunterricht teilnehmen. In der Regel werden die Tests zwei Mal in der Woche gemacht – je nachdem, wie die Schulen ihren Wechselunterricht aufgeteilt haben, oder ob aufgrund der Raumgröße alle Schüler kommen.

Das Fazit der Schulleiter fiel durchwegs sehr positiv aus. "Wir waren gestern alle sehr aufgeregt, wie es so klappen würde", sagte Martina Anderlik, Leiterin der Ipsheimer Grundschule. Es lief problemlos, wie auch an den anderen Schulen, bis hin zum Gymnasium. Auch Barbara Lorenz von der Schule im Aischgrund, dem Förderzentrum II, sagte: "Es lief überraschend gut."


Versuch: So funktioniert der Corona-Selbsttest


Gerade Grundschuleltern hatten sich Sorgen gemacht, doch die können die Rektoren nicht bestätigen: an den beiden Grundschulen sowie der Arche-Noah-Grundschule (sonderpädagogisches Förderzentrum I) in Bad Windsheim, in Obernzenn, und Ipsheim. Die Lehrer haben sich besonders gut vorbereitet. Es wurden Erklärvideos verschickt, Eltern konnten mit den Kinder üben, zusätzliches Personal wurde eingesetzt. Lehrer und auch Kinder waren danach ganz stolz, erzählten Lydia Stoll (Pastoriusschule) und Claudia Finck (Delpschule).

Nicht alle Eltern sind jedoch mit den Tests einverstanden. Wie viele Schüler dem Unterricht fern blieben, ist unterschiedlich. Zwischen 1,5 und 14 Prozent bewegten sich die Absenzzahlen. "Es hält sich in Grenzen", sagte der Rektor der Mittelschule Bad Windsheim, Franz Stegner. An der Arche-Noah-Grundschule waren es zwei Eltern, die den Test verweigert haben, bei drei Schülern wird wegen Vorerkrankungen oder ähnlichem geprüft, ob Tests möglich sind.

Die Verweigerung bedeutet für die Schüler Distanzunterricht. Nur partiell können sie in den Unterricht zugeschaltet werden, wie es Schulleiterin Michaela Müller für die Wirtschaftsschule für möglich hält. Eigenen Unterricht für die Schüler daheim kann keine der Schulen bieten. Es gibt Unterrichtsmaterial und Unterstützung. Aber: "Das ist die Verantwortung der Eltern", sagte Petra Fink von der Zenngrundschule Obernzenn. Die Schulpflicht wird laut Ministerium erfüllt, aber wie Uwe Nickel, Leiter des Stellgymnasiums, erklärte, könnte das Fernbleiben "nach aktuellem Stand" dennoch Konsequenzen haben, wenn nicht genügend Noten für das Zeugnis zusammenkommen.

Große Hilfsbereitschaft

Doch nur ein kleiner Teil der Eltern sperre sich. Wie Harald Helgert – Leiter der Grund- und Mittelschule Burgbernheim, dort beginnen die Tests am Mittwoch– sagt, sei die Hilfsbereitschaft groß, zehn bis 15 Eltern hätten sich angeboten, in der ersten Klasse bei den Tests zu unterstützen.

Schülern, die da waren, schienen die Tests keine Schwierigkeiten zu bereiten. "Präsenzunterricht ist besser", sagte Wirtschaftsschüler Julian Hirsch, 13 Jahre. Selbsttest sei laut Ludwig Thürauf weniger schlimm als der Schnelltest bei Fachkräften. Doch mit Präsenzunterricht und mit Selbsttests könnte es für viele Schüler schon ab Montag wieder vorbei sein, sollte der Inzidenzwert im Kreis stabil über der Marke von 100 bleiben. Dann wären wieder fast nur noch Abschlussklassen in der Schule.

CLAUDIA LEHNER

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