Chefarzt Dr. Bender zieht Bilanz

Endoprothetikzentrum: Kollege Roboter bewährt sich

15.7.2021, 14:30 Uhr
Die beiden Fachärzte Chefarzt Dr. med. Mathias Bender (rechts) sowie Oberarzt Dr. Nikolaj Vasak mit dem OP-Roboter im Operationsaal.

Die beiden Fachärzte Chefarzt Dr. med. Mathias Bender (rechts) sowie Oberarzt Dr. Nikolaj Vasak mit dem OP-Roboter im Operationsaal. © Benjamin Maier

Modernste Technik, die große Vorfreude auf noch bessere Versorgungsmöglichkeiten für Patienten, ein paar gelungene Operationen mit Roboter-Hilfe für den guten Vorgeschmack – und dann kam Corona: Lockdown, Einstellen des Regelbetriebs und ein technischer Helfer, der einsam im Operationssaal vor sich hin schlummerte.

"Das Jahr mit OP-Roboter war ein Corona-Jahr", sagt schulterzuckend Dr. Mathias Bender, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie der Kliniken Neustadt/Aisch – Bad Windsheim und Leiter des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung. Dies bedeutete, dass die für eine Million Euro angeschaffte Technik der Superlative im ersten Betriebsjahr etwa sechs Monate lang ungenutzt herumstand, der OP geschlossen war.

"Wir hatten unseren Startschuss im Juli 2020", blickt Dr. Bender auf ein ungewöhnliches Jahr zurück, "im November wurden alle nicht dringend notwendigen Operationen gecancelt, zum Schutz der Patienten vor einer möglichen Ansteckung mit dem Corona Virus" Trotz großer Schmerzen und Leidensdruck der Betroffenen, handelt es sich um planbare Operationen: "Da es sich beim Einsatz künstlicher Gelenke in den meisten Fällen nicht um eine Operation handelt, die notfallmäßig stattfinden muss, wurden diese Operationen im Corona-Jahr über mehrere Monate ausgesetzt", erklärt der Chefarzt. "Im März, nachdem das Klinikpersonal geimpft war und sich keine Corona-Patienten mehr im Bad Windsheimer Krankenhaus befanden, haben wir – unter strengen Hygieneregeln - langsam wieder angefangen zu öffnen."

Operationstage zum Teil verdoppelt

Umso erstaunlicher ist, dass von den 200 für das erste Betriebsjahr des Roboters anvisierten Operationen 180 tatsächlich umgesetzt werden konnten – und das in der Hälfte der Zeit. Das Interesse an der modernen Technik ist groß, die Behandlungserfolge haben sich schnell herumgesprochen. "Um den Anfragen nachzukommen", so Dr. Bender, "haben wir unsere eigentlich zwei Operationstage pro Woche zeitweise auf drei bis vier Tage ausgeweitet. Somit konnten wir Patienten, die sich bei uns operieren lassen wollten, relativ schnell einen OP-Termin anbieten".

Inzwischen eilt dem Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung in Bad Windsheim nicht nur im Landkreis ein ausgezeichneter Ruf voraus. Auch über die Landkreis- und auch Landesgrenzen hinweg kommen zahlreiche Anfragen, zum Beispiel aus Aalen (Baden-Württemberg), Frankfurt (Hessen), Berlin oder auch Slowenien oft gefolgt von großem Lob: "Zu jeder Zeit waren alle Mitarbeiter sehr freundlich und zugewandt und ich hatte immer das Gefühl, dass man sich besorgt (nur) um mich kümmert", schreibt eine Frau aus Baden-Württemberg, die sowohl die hervorragende medizinische Versorgung als auch die individuelle, persönliche Behandlung begeistert und in höchsten Tönen lobt.

Trotz der Corona bedingten Unterbrechungen ist der Chefarzt glücklich mit seinem neuen, treuen Begleiter im OP. War die Anschaffung sinnvoll? "Ich finde, ja. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Schritt in die Zukunft. Nicht nur in der Endoprothetik, auch in anderen medizinischen Bereichen kommt immer mehr künstliche Intelligenz zum Einsatz und steigert die Behandlungsqualität. Die ist jetzt schon gut, wird aber dadurch noch besser." Weitere Informationen zu Roboter unterstützten Operationen und dem Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung der Klinik Bad Windsheim finden sich unter https://www.kliniken-nea.de/medizin-pflege/klinik-bad-windsheim/endoprothetikzentrum.

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