Viva Voce: Jörg Schwartzmanns macht nach 20 Jahren Schluss

26.12.2020, 13:00 Uhr
Nicht in der Kirche, sondern vom heimischen Wohnzimmer aus verfolgen die Zuhörer das Konzert von Viva Voce.

Nicht in der Kirche, sondern vom heimischen Wohnzimmer aus verfolgen die Zuhörer das Konzert von Viva Voce. © Foto: Claudia Lehner

"Streaming of a White Christmas" witzelten David Lugert, Bastian Hupfer, Heiko Benjes und Jörg Schwartzmanns musikalisch gleich zu Beginn. Matthias Hofmann konnte nicht dabei sein, wie erklärt wurde, verbunden mit besten Grüßen. Gerüchte, er würde die Band verlassen, wollte die Gruppe im Nachgang des Konzertes nicht kommentieren.

Ein andere Neuigkeit machte das Konzert für die Fans und sicher auch für die Band zu einem besonderen emotionalen Erlebnis. Nach 20 Jahren war es für Schwartzmanns das letzte Konzert als Teil der Gruppe. Er wolle näher bei seinem Sohn sein, zieht um und wird im Bereich der Kirchenmusik arbeiten. Seinen Nachfolger durfte er gleich selbst präsentieren: Andi Kuch aus Weimar.

Das Repertoire war ein besonderes, aber auch typisch für Viva Voce: Etwas besinnlicher als bei einem normalen Konzert der Gruppe, mit vielen bekannten und weniger geläufigen Weihnachtsliedern, klassischen Kirchenliedern und amerikanischen Evergreens , mit thematisch passenden Liedern zum Beispiel über den Mut, etwas zu verändern, oder "Nothing Else Matters", das aber ganz anders klang als bei der Metal-Band Metallica. Klar, Humor darf nicht fehlen bei den Voces, wenn Bastian Hupfer als Weihnachtsmann auftritt oder Heiko Benjes eine Geschichte vom Wettstreit zwischen Christkind und Weihnachtsmann vorliest.

Befreundete Musiker als Gäste

Die Voces hatten sich Gäste eingeladen, befreundete Musiker mit Instrumenten für ein Stück und die Originalbesetzung der Gruppe. Das war einer der Wünsche Schwartzmanns für seinen Abschied. Mit Lugert und Hupfer standen Bass-Bariton Matthias Lutze aus Berlin und Thomas Schimm, der Viva-Voce-Manager, auf der Empore.

Ein Lied steuerte Andi Kuch bei, selbst geschrieben: "Träum nicht von morgen". Denn der in Stuttgart geborene Sänger ist auch Komponist, Arrangeur und laut seiner Homepage Beatboxer. Er passe einfach gut in die Gruppe, zeigte sich nicht nur Schwartzmanns begeistert. Einen Vorgeschmack gab es mit einigen Liedern auf die neue CD und das kommende Programm "Glücksbringer", dessen Premiere ausgefallen war.

Sicher eine volle Kirche

Wie viele zugeschaut haben? Ganz genau weiß das auch die Band nicht. Wie Benjes auf WZ-Nachfrage erklärte, konnten die Tickets der ausgefallenen Weihnachtskonzerte genutzt werden oder neue erworben werden. Angesichts der "tausenden" Beiträge in den sozialen Medien geht Benjes davon aus, dass die Kirche St. Gumbertus sicher voll gewesen wäre.

Das seltsame Gefühl, vor leeren Rängen zu singen, machte das Publikum durch die Beteiligung teilweise wieder wett. "Es tut uns gut, was von Euch zu bekommen", betonte Benjes in einem der beiden Social Media-Blöcke während des Konzerts. Die Frage, ob es ein weiteres Streaming-Konzert geben werde, konnte die Band noch nicht beantworten.

Live aufzutreten ist ihnen lieber, aber da keiner wisse, wie sich die Corona-Lage entwickelt, wollten sie eine Wiederholung nicht ausschließen, eventuell mit der Premiere von "Glücksbringer". Wer die Band unterstützen will, kann auch jetzt noch Tickets für das gestreamte Konzert kaufen. Es ist noch bis 6. Januar zu sehen.

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