Bahnausbau im Pegnitztal: Weitere Verzögerungen drohen

Arno Stoffels
Arno Stoffels

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22.4.2021, 10:12 Uhr
Für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke durch das Pegnitztal müssen auch einige Eisenbahntunnel aufgeweitet werden.

Für eine Elektrifizierung der Bahnstrecke durch das Pegnitztal müssen auch einige Eisenbahntunnel aufgeweitet werden. © NN

Das Projekt ist seit Jahrzehnten angedacht. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan wird die Elektrifizierung von Nürnberg über Marktredwitz nach Hof beziehungsweise Schirnding im so genannten vordringlichen Bedarf aufgeführt, was die höchste Dringlichkeitsstufe und damit eigentlich eine Umsetzung bis 2030 bedeutet.

Damit soll nach Jahrzehnten die Fahrdraht-Lücke auf der "Franken-Sachsen-Magistrale" zwischen Nürnberg, Leipzig/Dresden und Prag geschlossen werden. Insgesamt geht es um 186 Kilometer, die Kosten werden mit knapp 1,2 Milliarden Euro veranschlagt.

Erst vor wenigen Wochen gab die Bahn bekannt, dass die Vorplanungen für die Modernisierung der Gleise zwischen Nürnberg und Schirnding abgeschlossen sind und die Vorzugsvariante feststeht: Der Ausbau soll entlang der bestehenden Strecke durch das Pegnitztal mit seinen vielen Brücken und Tunneln vorgenommen werden.

Es geht ums Geld

Doch nun droht erneut eine Verzögerung. Es bestehe ein "weitergehender Untersuchungsbedarf zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit des Gesamtvorhabens", wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hin mitteilt. "Derzeit werden daher Möglichkeiten einer Kostenreduzierung untersucht."

„Damit drohen der Pegnitztalbahn im schlimmsten Fall ein Sparausbau und vor allem weitere Verzögerungen bei der Planung des Vorhabens", erklären Matthias Gastel als Grünen-Sprecher für Bahnpolitik und Lisa Badum als Bundestagsabgeordnete aus Oberfranken.

Die Ankündigung weiterer Untersuchungen sei "in höchstem Maße beunruhigend und verunsichert die Städte und Regionen, die seit Jahrzehnten auf den Ausbau der Verbindung setzen."

Bereits im Oktober 1998 hat Deutschland mit Tschechien eine Vereinbarung zum Ausbau der Strecke geschlossen.

"Völlig inaktzeptabel"

"Verkehrspolitisch sind die Nachrichten aus dem Bundesverkehrsministerium ein neuer Tiefpunkt in der Planungshistorie des Projekts. Vor allem gegenüber unseren Partnern in Tschechien, die seit langer Zeit auf den Ausbau warten, ist dieses Vorgehen völlig inakzeptabel", so die Grünen-Politiker.

Sie fordern Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, "unverzüglich ich die nächsten Planungsschritte bei der Pegnitztalstrecke einzuleiten und das Projekt wie geplant umzusetzen."

Weder dürfe es weitere Planungsverzögerungen noch einen Sparausbau der Pegnitztalbahn geben. Es sei schon zuviel Zeit beim Bahnausbau "verplempert" worden.

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