Montag, 18.11.2019

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Arbeitsplätze bei Bosch in Bamberg für sechs Jahre gesichert

Landrat Kalb und Oberbürgermeister Starke loben das positive Ergebnis - 08.11.2019 13:00 Uhr

Das Bamberger Bosch-Werk hat bis 2026 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. © David-Wolfgang Ebener, dpa


Laut einer Vereinbarung zwischen Werkleitung und Betriebsrat sind bis 2026 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Das Bamberger Bosch-Werk investiert in eine Neuausrichtung. Der Preis dafür ist, dass die Beschäftigten für die kommenden sechs Jahre ihre Arbeitszeit reduzieren und damit auch auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten.

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Landrat Johann Kalb freut sich: „Das sind wirklich gute Nachrichten vom größten Arbeitgeber in der Region. Da fällt mir ein großer Stein vom Herzen! Das stimmt mich zuversichtlich für unsere Region, in der gut 20.000 Arbeitsplätze direkt von der Automobilzulieferindustrie abhängig sind.“ Er bedankte sich bei den Beschäftigten und der Unternehmensleitung, da beide Seiten an einer zukunftsfähigen Lösung für das Werk in Bamberg gearbeitet haben.

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Dunkle Rauchsäulen: Feuer in Bamberger Bosch-Werk ausgebrochen

Auf dem Bamberger Bosch-Werksgelände ist am Donnerstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei warnte Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr konnte die Flammen nach zwei Stunden bekämpfen. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen werden noch mehrere Tage andauern, so ein Sprecher der Polizei.


Oberbürgermeister Andreas Starke sprach von einem „äußerst wichtigem Ereignis für die Stadt Bamberg und den Wirtschaftsstandort“. Weiter: „Die ganze Region freut sich über diese positive Entwicklung.“ Nach einem Besuch im Werk war er beeindruckt, wie groß die Freude bei der Belegschaft war. „Vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war die Erleichterung anzumerken, deswegen kann die menschliche Seite dieser aktuellen Entwicklung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden!“ Starke bedankte sich beim Betriebsratsvorsitzenden Mario Gutmann: „Sein Engagement war großartig und seine Bemühungen sind ein überzeugendes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn verantwortlich gehandelt wird.“ Er versprach, dass die Stadt Bamberg auch zukünftig ihren Beitrag leisten wird, um die Entwicklung von Bosch in Bamberg konstruktiv und nachhaltig zu begleiten.

Betriebsratschef Mario Gutmann äußerte sich wie folgt: „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Ich bin erleichtert, dass wir damit eine Neuausrichtung und Sicherheit bekommen. Vor allem die Sicherheit ist heute unbezahlbar."

Was verändert sich?

Bosch Bamberg soll zu einem Standort für die Produktion von Brennstoffzellen ausgebaut werden. In die Verbrenner wird aber weiter investiert. Die Beschäftigten, deren Mehrheit bislang 35 Stunden pro Woche gearbeitet hat, müssen ab April ihre Arbeitszeit um drei Stunden verkürzen. Diejenigen, die 40 Stunden Arbeitszeit hatten, reduzieren um vier Stunden. Auch die Bezahlung sinkt dementsprechend. Rund 6.200 Tarifbeschäftigte sind davon betroffen.

Großbrand überschattet Verhandlungserfolg

Die gute Nachricht wurde allerdings durch einen Brand, der am Donnerstagnachmittag in einer Werkhalle auf dem Firmengelände in der Bamberger Robert-Bosch-Straße ausbrach, überschattet. Ausgerechnet, als sich Mitarbeiter in der Kantine zu einer Versammlung, die die Sicherung des Standortes behandelt, trafen, brannte es. Alle Beschäftigten konnten sich aber ins Freie retten. Verletzte gab es keine. Es entstand ein Millionenschaden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Bosch in Bamberg

Bamberg ist der größte deutsche Produktionsstandort. Er ist ein Leitwerk für Dieseltechnologie, hier werden Verbrennungsmotoren hergestellt. Mehr als 7.000 Menschen sind bei Bosch in Bamberg beschäftigt.

Helke Jacob

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